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08.05.2013

16:29 Uhr

Streit mit dem Chef

„Ich hau Dir vor die Fresse“

Auseinandersetzungen im Job sind in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Wenn ein Mitarbeiter aber zu rüde wird, riskiert er den Job. Das zeigt ein aktueller Vergleich vor Gericht.

Aggression im Job: Wer den Chef bedroht, fliegt raus. Reuters

Aggression im Job: Wer den Chef bedroht, fliegt raus.

Im Job geht es manchmal hitzig zu. Wer seinem Chef allerdings Prügel androht und das noch vor Zeugen, der riskiert seinen Job. In einem konkreten Fall erklärte etwa ein Angestellter beim Straßenbau der Stadt Mönchengladbach seinem Vorgesetzten: "Ich hau dir vor die Fresse, ich nehme es in Kauf, nach einer Schlägerei gekündigt zu werden, der kriegt von mir eine Schönheitsoperation, wenn ich dann die Kündigung kriege, ist mir das egal."

Die dunkle Ahnung des Arbeiters bestätigte sich jetzt in zweiter Instanz. Nachdem bereits das Arbeitsgericht Mönchengladbach (Az. 6 Ca 1749/12) die fristlose Kündigung des seit 25 Jahren beschäftigte Mannes für rechtens erklärte, einigten sich beide Parteien in der zweiten Instanz vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf auf einem Vergleich. Der Arbeiter gab klein bei und stimmte seiner fristgemäßen Kündigung samt 3.000 Euro Abfindung zu.

Welche Beleidigungen den Job kosten

Ausländerfeindliche Parolen

Eine Verwaltungsangestellte beim Finanzamt, die Ausländer als Schmarotzer bezeichnet, darf gekündigt werden (BAG, Az. 2 AZR 274/95).

Diktatoren-Vergleiche

Spricht ein Arbeitnehmer über einen in der ehemaligen DDR geborenen und dort lebenden Vorgesetzten von einer "Scheiß Stasimentalität", sind diese Worte an sich geeignet, eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen (LAG Düsseldorf, Az. 10 Sa 1321/06).

Buhrufe für den Chef

Ein betrunkener Mitarbeiter, der während eines Firmenjubiläums die Rede des Chefs mehrfach mit Buhrufen, darf nicht wegen einer „Störung des Betriebsfriedens" fristlos entlassen werden. Das gilt zumindest, wenn der Mitarbeiter, wie im konkreten Fall, bereits seit 30 Jahren im Betrieb angestellt war (LAG Frankfurt/Main, Az.: 5 Sa 37/01).

Fäkalsprache auf der Betriebsfeier

Alkoholkonsum rechtfertigt nicht alles. Wer auf einer Betriebsfeier seinen Vorgesetzten als „Arschloch" beschimpft, muss selbst dann mit der fristlose Kündigung rechnen, wenn er zu diesem Zeitpunkt alles andere als nüchtern war: Grund: Der Mitarbeiter untergräbt damit Autorität des Arbeitgebers und verstößt gegen seine arbeitsvertragliche Loyalitätspflicht (LAG Hessen, Az.: 9 Sa 718/97).

Schmähkritik am Vorgesetzten

Ebenfalls mit sofortiger Wirkung entlassen werden kann, wer seinen Chef auf einer Firmenfeier als „Betrüger“ und „Halsabschneider“ bezeichnet (BAG, Az. 2 AZR 38/96).

In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht in Mönchengladbach sogar den fristlosen Rauswurf als gerechtfertigt angesehen. Erschwerend war in dem Fall hinzugekommen, dass der Arbeiter bereits ein Jahr zuvor nach einer ähnlichen Drohung abgemahnt worden war. Der Gekündigte hatte vergeblich argumentiert, der Umgangston sei allgemein rau gewesen. Zudem sei er von seinem Vorgesetzten massiv provoziert worden.

Die Einigung bedeutet aber nicht, dass nun jeder fluchende Mitarbeiter gleich um seinen Job fürchten muss. „Nicht jede Aussage, die formal als Beleidigung zu qualifizieren ist, rechtfertigt automatisch eine Kündigung“, sagt Barbara Reinhard, Arbeitsrechtlerin bei Kliemt & Vollstädt in Frankfurt.

Kommentare (1)

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08.05.2013, 19:11 Uhr

Wenn es mir zu bunt wir bekommen die Arschlöcher von mir in regelmäßigen abständen einen Gelben.
Bei uns gibt es Leute die jedes Jahr regelmäßig 2 Monate Krank machen.
So erziehen wir uns das Vorgensetzen Gesocks.

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