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08.03.2016

15:07 Uhr

Streit mit Krankenkasse

Bundessozialgericht hält fehlende Brüste für kein Problem

Eine Erbkrankheit verhindert, dass einer Frau ein Busen wächst. Sie möchte eine künstliche Brust von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Die Kasse weigert sich – und siegt am Weltfrauentag vor dem Bundessozialgericht.

Zur Zahlung künstlicher Brüste will das Gericht Krankenkassen nur bei schweren psychischen Problemen von Patienten verpflichten. dpa

Bundessozialgericht in Kassel

Zur Zahlung künstlicher Brüste will das Gericht Krankenkassen nur bei schweren psychischen Problemen von Patienten verpflichten.

KasselFrauen, die wegen einer Erbkrankheit keine Brüste haben, können von ihrer Krankenkasse keine Kostenerstattung für eine künstliche Brust verlangen. Die fehlende Brustanlage sei „für sich genommen keine behandlungsbedürftige Krankheit“, entschied am Dienstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. (Az: B 1 KR 35/15 R)

Es wies damit eine heute 31-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt ab. Sie leidet an einer erblichen Knochenkrankheit, die zu einer Verzögerung ihrer Pubertät führte. Trotz Einsatz eines Hormonpräparats entwickelte sich bei ihr keine weibliche Brust.

Bei ihrer Krankenkasse beantragte sie Kostenübernahme für eine Operation für die Anlage einer künstlichen Brust. Die Krankenkasse lehnte dies ab.

Zu Recht, wie nun das BSG entschied. Mit der gewünschten Operation könne die Erbkrankheit der Frau nicht behandelt und insbesondere auch ihre Fähigkeit zu Stillen nicht herbeigeführt werden.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Die fehlende Brust aber sei keine Krankheit, sondern lediglich eine Abweichung vom üblichen Körper. Die Krankenkassen seien daher nur leistungspflichtig, wenn körperliche Funktionen beeinträchtigt seien oder wenn das Erscheinungsbild schon bei flüchtigen Kontakten "regelmäßig zur Fixierung des Interesses Anderer führt". Beides sei hier nicht der Fall.

Auch das Argument einer Gleichbehandlung mit Brustkrebspatientinnen und Transsexuellen wies das BSG ab. Bei Brustkrebs gehe es darum, nach Entfernung einer Brust den vorherigen Zustand soweit möglich wieder herzustellen. Die Klägerin dagegen wünsche einen „neuen Zustand“. Bei Transsexuellen seien Brustoperationen Teil eines umfassenden körperlichen und psychischen Angleichungsprozesses. Vergleichbare psychische Probleme habe die Klägerin nicht.

Von

afp

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