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29.05.2015

11:28 Uhr

Streit um die Steuererklärung

So geben Sie dem Finanzamt Kontra

VonKatharina Schneider

Jetzt aber schnell: Am Montag endet die Frist zur Abgabe der Steuererklärung. Auch beim Einspruch gegen den Steuerbescheid ist Eile geboten. Denn: Steuerzahler müssen nicht jedes Nein der Beamten akzeptieren.

Jeder Steuerzahler kann Einspruch gegen den Bescheid des Finanzamts einlegen.

Steuern

Jeder Steuerzahler kann Einspruch gegen den Bescheid des Finanzamts einlegen.

FrankfurtDen 1. Juni haben sich viele Steuerzahler dick im Kalender angestrichen. All jene, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und sich dabei nicht von einem Profi helfen lassen, müssen bis zu diesem Termin ihre Steuerformulare beim Finanzamt abliefern. In diesem Jahr endet die offizielle Frist einen Tag später als üblich, da der 31. Mai ein Sonntag ist. Wer den Termin nicht schafft, sollte beim Finanzamt schriftlich um eine Fristverlängerung bitten. Dabei sollten nachvollziehbare Gründe für die Verspätung genannt werden – etwa fehlende Unterlagen oder längere Krankheit.

Doch nach der Abgabe ist das lästige Thema noch längst nicht erledigt. Zunächst heißt es Warten auf den Steuerbescheid – im Durchschnitt benötigen die Finanzämter etwa fünf bis acht Wochen, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Wegen Software-Problemen dauert es in diesem Jahr eher etwas länger. Sobald der Bescheid dann vorliegt, sollte er schnell geprüft werden, denn zur Korrektur bleibt dem Steuerzahler nur ein Monat Zeit. Entscheidend ist dabei das Datum auf dem Bescheid. Wurde er beispielsweise auf den 23. Juni datiert, muss der Einspruch bis zum 26. Juli beim Finanzamt sein – drei Tage rechnet das Amt für die Postzustellung des Bescheids ein.

Das Wichtigste auf dem Steuerbescheid

Datum

Ab dem Datum des Steuerbescheids plus drei Tage für die Postzustellung, läuft die Frist für einen Einspruch gegen den Bescheid. Also: Wenn der Steuerbescheid das Datum vom 23. Juni trägt, muss der Einspruch bis zum 26. Juli beim Finanzamt sein.

Anschrift des Finanzamts

An diese Adresse müssen Steuerzahler etwaige Einsprüche schicken. Den zuständigen Sachbearbeiter geben aber nicht alle Finanzämter an. Bei manchen ist ein Einspruch auch per E-Mail möglich. Andere nennen für dringende Fragen zumindest eine Telefonnummer.

Art der Steuerfestsetzung

Hier steht, ob der Bescheid endgültig ist, noch vorläufig oder sich „unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“ befindet.

Höhe der Steuerschuld

In einer Tabelle findet sich die Steuer, die das Finanzamt festgesetzt hat. Sie enthält die Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Davon werden die bereits gezahlten Steuern abgezogen. Es ergibt sich daraus entweder eine Nachzahlung oder eine Erstattung.

Bankverbindung

Wer vom Finanzamt eine Steuererstattung bekommt, sollte unbedingt, prüfen, ob die angegebene Bankverbindung stimmt.

Erläuterungen

Hier begründet das Finanzamt, warum es gegebenenfalls von der Steuererklärung abgewichen ist oder warum ein Steuerbescheid zunächst nur vorläufig ist.

Die Chance, dass bei der Bearbeitung der Steuererklärung etwas schiefläuft, ist durchaus groß. Laut der jüngsten Einspruchsstatistik des Bundesfinanzministeriums haben die Finanzämter im Jahr 2013 auf knapp zwei Drittel der Einsprüche mit – Achtung Behördendeutsch – sogenannter „Abhilfe“ reagiert. Sie haben dem Steuerzahler also – zumindest teilweise – Recht gegeben und den Bescheid nochmals geändert.

Das heißt zwar weder, dass die Finanzämter bei all diesen Bescheiden einen Fehler gemacht haben, noch, dass der Steuerzahler am Ende eine höhere Rückzahlung oder geringe Nachzahlung verbucht hat. „Trotzdem sollten Steuerbescheide genauestens geprüft werden, um kein Geld zu verschenken“, rät Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt).

Die Gründe für die Änderungen sind vielfältig. „Teils werden Daten korrigiert, die von Dritten – beispielsweise von Arbeitgebern oder Krankenkassen – falsch übermittelt wurden. Teils reicht der Steuerzahler selbst zusätzliche Belege ein oder der Bescheid bleibt offen, da zu der Frage ein Gerichtsverfahren anhängig ist“, erklärt Klocke.

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Bei der Überprüfung haben es jene Steuerzahler leichter, die ihre Erklärung elektronisch mithilfe einer Steuersoftware erstellt haben. Diese Programme errechnen die voraussichtliche Steuererstattung. Um festzustellen, ob etwas schief gelaufen ist, reicht also schon der Vergleich der vom Programm berechneten mit der tatsächlichen Steuererstattung oder -nachzahlung. Bei einer Abweichungen sollte der Bescheid dann Zeile für Zeile mit der Steuererklärung abgeglichen werden. Wer die Steuererklärung auf Papier abgibt, sollte sich eine Kopie anfertigen, um später abgleichen zu können.

Kommentare (4)

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Herr Thomas Behrends

29.05.2015, 12:05 Uhr

Dieser ganze Technokratenquatsch in Deutschland ist überhaupt nicht nötig !!!

Warum soll ich hinter meinem Geld herlaufen? Wenn es klare Regeln gäbe, der Staat sich von über 70.000 idiotischen Verordnungen, Steuergesetzen etc. verabschieden würde, die einzig und allein Großunternehmen, Wirtschaftprüfern und Steuerberatern zugute kommen, so könnte jeder in 5 Minuten seine Steuerlast ausrechnen und wüsste, was er noch zu zahlen hätte oder wiederbekäme.

Aber das erzählen Sie einmal diesen Lobbyisten von FDP und CDU, die von diesem blöden System maßgeblich profitieren ...

Sergio Puntila

29.05.2015, 12:09 Uhr

plus Grünen und Linken im BT.

Sergio Puntila

29.05.2015, 12:10 Uhr

vergessen wir nicht die Es Pe De

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