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08.03.2012

16:54 Uhr

Streitfall des Tages

Krankenkassen können Versicherte aussaugen

VonThomas Schmitt

Wer zu viel an das Finanzamt überweist, erhält sein Geld zurück. Auch Versorger rechnen nachträglich genau ab. Anders ist das bei den Krankenkassen. Wer nicht aufpasst, zahlt schnell zu viel und bekommt nichts zurück.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

So viel Beitrag zahlen Kassenmitglieder

Höchstbeitrag mit Anspruch auf Krankengeld

Bei freiwillig versicherten Arbeitnehmern wird der Beitragssatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt. 8,2 Prozentpunkte des Beitragssatzes trägt der Arbeitnehmer, 7,3 Prozent übernimmt der Arbeitgeber. Selbstständige tragen Ihren Krankenkassen-Beitrag allein.

Beitragssatz: 15,50 %

Bemessungsgrundlage: 3.825,00 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 592,88 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 74,59 Euro

Gesamtbeitrag: 667,47 Euro

Quelle: Quelle. http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/

Selbstständige mit Anspruch auf Krankengeld (mit Einkommensnachweis)

Der Krankenkassen-Beitragssatz beträgt für freiwillig versicherte Arbeitnehmer 15,5 Prozent. Der gleiche Beitragsatz gilt auch für hauptberuflich Selbstständige, die einen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit gewählt haben. Selbstständige, die auf das Krankengeld verzichten, zahlen einen ermäßigten Beitragssatz von 14,9 Prozent.

Beitragssatz: 15,50 %

Bemessungsgrundlage: 1968,75 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 305,16 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 38,39 Euro

Gesamtbeitrag: 343,55 Euro

Selbstständige mit Anspruch auf Krankengeld (mit Gründungszuschuss)

Beitragssatz: 15,50 %

Bemessungsgrundlage: 1312,50 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 203,44 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 25,59 Euro

Gesamtbeitrag: 229,03 Euro

Selbstständige mit Anspruch auf Krankengeld (als Härtefall)

Beitragssatz: 15,50 %

Bemessungsgrundlage: 1312,50 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 203,44 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 25,59 Euro

Gesamtbeitrag: 229,03 Euro

Sonstige Personen ohne Einkommen

Beitragssatz: 14,90 %

Bemessungsgrundlage: 875,00 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 130,38 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 17,06 Euro

Gesamtbeitrag: 147,44 Euro

Studenten, Fach- und Meisterschüler

Studenten, die sich nicht mehr über die Eltern familienversichern können, zahlen einen ermäßigten Beitragssatz von 10,85 Prozent (7/10 des allgemeinen Beitragssatzes). Dieser Beitragssatz wird einheitlich für alle pflichtversicherten Studenten auf den aktuellen BAföG-Bedarfssatz angewendet. So zahlen Studenten einen Krankenkassen-Beitrag von 64,77 Euro. Studenten, die das 30 Lebensjahr oder das 14. Fachsemester überschritten haben, müssen sich freiwillig versichern. Hierbei gilt ein "fiktives Mindesteinkommen" von 875 Euro und damit ein Mindestbeitrag von 130,38 Euro.

Beitragssatz: 10,85 %

Bemessungsgrundlage: 597,00 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 64,77 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 11,64 Euro

Gesamtbeitrag: 76,41 Euro

Examenskandidaten

Für bis zu 6 Monate kann der Beitrag für Examenskandidaten übergangsweise auf 94,94 Euro gesenkt werden.

Beitragssatz: 10,85 %

Bemessungsgrundlage: 875,00 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 94,94 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 17,06 Euro

Gesamtbeitrag: 112,00 Euro

Anwartschaft

Beitragssatz: 15,50 %

Bemessungsgrundlage: 262,50 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 40,69 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 5,12 Euro

Gesamtbeitrag: 45,81 Euro

Weiterversicherung Pflege

Beitragssatz: entfällt

Bemessungsgrundlage: 437,50 Euro

Krankenkassen-Beitrag: entfällt

Pflegekassen-Beitrag: 8,53 Euro

Gesamtbeitrag: 8,53 Euro

Höchstbetrag für Ehegatteneinstufung

Beitragssatz: 14,90 %

Bemessungsgrundlage: 1912,50 Euro

Krankenkassen-Beitrag: 284,96 Euro

Pflegekassen-Beitrag: 37,29 Euro

Gesamtbeitrag: 322,25 Euro

(Quelle. krankenkassen.de)

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Kommentare (16)

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Account gelöscht!

08.03.2012, 17:17 Uhr

Da muss man der Krankenkasse aber recht geben. Mehr zahlt der Verbraucher ja nicht. Er zahlt nur versetzt. Das zu Ändern würde bei jeder GKV einiges an Aufwand erzeugen, den die Allgemeinheit wieder tragen müsste. Das stimmt das Verhältnis einfach nicht.
Zumal in der PKV ist es identisch: Man bekommt im VORRAUS gesagt wieviel man für die nächste Zeit zu zahlen hat. Irgendwann kommt dann eine Erhöhungung(oder theoretisch eine Senkung). in der GKV ist es bei diesen Leuten dann auch so,nur dass der Änderungstermin im Vorfeld festeht.
--> Unnötig verkomplizieren muss man das ganze ja nicht.

Account gelöscht!

08.03.2012, 17:45 Uhr

Und wenn dem Hanselblatt die W-Überschriften ausgehen?

Wahrheit

08.03.2012, 18:04 Uhr

Auch die gierigen Vorstände der Krankenkassen, die die GEWINNE, sprich Überschüsse einstreichen, bekommen ihre Strafe. Alles zu seiner Zeit!

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