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13.07.2011

14:15 Uhr

Streitfall des Tages

Warum Solaranlagen ein schlechtes Geschäft sein können

VonRenate Reckziegel

Solaranlagen sollen der Umwelt nützen und hohe Erträge abwerfen. Soweit die Theorie. In der Praxis müssen Hausbesitzer häufig draufzahlen. Wann die Solaranlagen zu einem Fass ohne Boden wird und wer dafür zahlen muss.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall


Zunächst war alles prima: Die Solarthermie-Anlage des neuen Einfamilien-Hauses lief ohne Störungen. Sechs Quadratmeter Sonnenkollektoren auf dem Dach sollten die vierköpfige Familie mit Warmwasser zum Duschen versorgen. Doch Familienvater Herbert R. wurde stutzig, als sich die Heizung selbst an sonnigen Sommertagen zuschaltete, um eine Wassertemperatur von wenigstens 47 Grad vorzuhalten.

Die Fachfirma fand bei der Überprüfung keinen Fehler, wechselte vorsichtshalber die Trägerflüssigkeit aus, die die Wärme von den Kollektoren zum Speicherbehälter transportiert. Ansonsten lautet die Diagnose: Alles bestens.

Erst als ein Fachmann eines Ingenieurbüros für Heiz- und Klimatechnik die Anlage auf dem Dach inspizierte, stellte sich „nebenbei“ heraus, dass die Kollektoren nicht steil genug installiert worden waren. Dadurch funktionierte der Wärmetransport in den Röhren nicht optimal. Wurde das vom Dach kommende Wasser-Alkohol-Gemisch damals höchstens 65 Grad Celsius warm, erreicht es heute problemlos 80 Grad und mehr.

Streitfall des Tages: Wenn die Feuerwehr das Haus abbrennen lässt

Streitfall des Tages

Wenn die Feuerwehr das Haus abbrennen lässt

Viele Immobilienbesitzer verkennen die Risiken von Photovoltaik-Anlagen. Bei einem Brand lässt die Feuerwehr Solarhäuser kontrolliert abbrennen. Welche Risiken noch drohen und wie sich Hausbesitzer schützen.

„Von unserem früheren Haus wussten wir, dass die Kollektoren auf dem Dach normalerweise ausreichen, um an sonnigen Tagen das Brauchwasser zu erwärmen“, so Herbert R. „Hätten wir diese Erfahrung nicht gehabt, wäre uns das gar nicht aufgefallen“ – und wohl auch sonst niemandem. Denn weder Firmen noch Handwerker kümmern sich um eine Qualitätskontrolle bei laufendem Betrieb.

Herbert R., der selbst Verfahrenstechnik-Ingenieur ist, kann angesichts solcher Praktiken nur den Kopf schütteln: „Es reicht nicht aus, wenn die Pumpen laufen, keine Luft in der Leitung ist und die Schrauben richtig sitzen“, kritisiert er. „Was fehlt ist eine Überprüfung des Wirkungsgrades und ein Nachweis der eingetragenen Wärme.“

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

13.07.2011, 10:59 Uhr

Da lob ich mir doch das Atomkraftwerk vor der Tür. Dieses wird kontinuierlich von Fachleuten gewartet. Strom ist immer verfügbar, und das Besten, der Strom ist billig.
Frage: Was soll der ganze Scheiß mit den Alternativen,die bestenfalls mit gigantischen Subvebtionen, sorry, Förderung laufen und auch dann nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.

Nanu

13.07.2011, 11:10 Uhr

Hilfe

Dumm geboren und nichts dazu gelernt, kann man hier nur sagen!!!

Account gelöscht!

13.07.2011, 15:18 Uhr

Hallo Guru,

Ich bin auch PRO-NUKE. Es gibt aber ein "ABER".

In Regionen, wie Spanien, der Sahara oder Californien,... ist ein Solarthermisches Kraftwerk wesentlich effektiver, billiger, sicherer,...

Als ich diesen Bericht zuerst gelesen habe, stellte sich mir die Frage: "Warum baut man in DTL. eine SolarTHERMISCHE-Anlage?" auch wenn es nur eine Mini-Version ist, aber der Kosten-Nutzen-Vergleich ist hier vernichtend, da die Sonnenintensität einfach zu gering ist.

Das viele Firmen das technische Know-How nicht haben ist ebenfalls alarmierend

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