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04.08.2011

09:34 Uhr

Streitfall des Tages

Warum Versicherungsvergleiche im Internet nichts taugen

VonRenate Reckziegel

Vergleichsportale für Versicherungen preisen sich als unabhängig, leben aber von den Provisionen der Gesellschaften. Wer seine Daten angibt, kann von Maklern belästigt werden. Was Interessenten wissen sollten.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall


Vergleichsrechner im Internet: Immer eine Möglichkeit, sich unkompliziert einen Überblick über den Markt zu verschaffen, dachte sich die 40-Jährige im Hinblick auf ihre private Altersvorsorge. Sie gab „Vergleichsrechner“ und „Riester“ in der Suchmaschine ein und bekam seitenweise Ergebnisse, aus denen sie mehr und weniger willkürlich einen Link auswählte.

Um bei Finanzen.de einen „Riester Rente Vergleich“ „kostenlos und unverbindlich“ anzufordern, musste sie jedoch persönliche Daten eingeben – Namen, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Berufsgruppe. Auch das tat sie gutgläubig.

Doch statt der erwarteten Liste mit konkreten Vorschlägen erhielt sie nur zwei Sätze als Antwort: „Ihre Daten werden an unseren Kooperationspartner weitergeleitet. Ein unabhängiger Versicherungsvermittler wird Sie kontaktieren, um Ihnen ein passendes Angebot zu erarbeiten.“

Damit war die 40-Jährige genauso klug wie vorher und hatte sich genau das eingehandelt, was sie fürs Erste vermeiden wollte: den Anruf eines Vermittlers, den sie sich nicht einmal ausgesucht hat.

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Die Gegenseite

Finanzen.de beschreibt sich selbst als kostenloses und unabhängiges Vergleichsportal in den Bereichen Versicherungen, Finanzen, Energie und Telekommunikation. „Auf unseren Webseiten wählen Sie ein Produkt aus unserem breiten Portfolio und geben Ihre Daten in den Online-Vergleichsrechner ein. Sofort sehen Sie ihre persönliche garantiert unabhängige Ergebnisliste“, lautet das Versprechen.

Warum Kunden beim Riester-Rente-Vergleich dann aber nur an einen „Kooperationspartner“ vermittelt werden, auf diese Frage war von den Unternehmen keine Antwort zu erhalten.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

04.08.2011, 11:05 Uhr

Ist der im Artikel nicht erwähnte Anbieter Toptarif, der hinter dem Kfz-Versicherungsvergleich bei Handelsblatt.com steckt, nicht auch ein reiner Vermittler?

Consi

04.08.2011, 11:16 Uhr

Was ist so schlecht daran von einem Fachmann kontaktiert zu werden, wenn man sich selbst nicht auskennt? Berater in Verbraucherzentralen sind übrigens keine Fachleute, sondern bestenfalls Allrounder. Mir sind eine Vielzahl von Falschberatungen durch Verbraucherzentralen bekannt, leider wird das nur sehr selten erwähnt. Wie soll ein vernüftiger Versicherungsvergleich im Internet überhaupt funktionieren? Bei Tausenden von Tarifen und individuellen Anpassungsmöglichkeiten kann das garnicht gehen. Seriöse Anbieter im Internet vermitteln an seriöse Makler, die vom Kunden bewertet werden. Wenn dann doch keine Kontaktaufnahme vom Kunden gewünscht wird, ist das Thema mit einem Satz erledigt. Die Behauptung "belästigt" zu werden, wenn man eine Anfrage gestellt finde ich insgesamt etwas merkwürdig. Auch fachlich ist der Artikel an vielen Stellen nicht korrekt. Alles in allem mal wieder Populismus pur und nur ein weiteres Glied in der Hetzjagt gegen die Finanzbranche.

chaume

04.08.2011, 13:28 Uhr

Also wenn ich wirklich vergleichen möchte, dann nutze ich a) meine Hausbank, b) einen vertrauenswürdigen Makler 'um die Ecke' und C) genau solch eine Plattform! Die Beratung die man anschließend nach Eingabe der Daten bekommt muss doch nicht gleich schlecht sein, bloß weil der Kontakt über das Internet zustande gekommen ist. Ich finde diesen Artikel absolut schlecht geschrieben und nicht objektiv! Regelmäßig sehe ich Werbefenster vom Handelsblatt wo ich für ein Abo meine persönlichen Daten eingeben soll. Ist das deswegen auch schlecht?

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