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05.09.2011

15:18 Uhr

Streitfall des Tages

Was Vermieter über ihre Mieter wissen dürfen

VonNicole Wildberger

Mancher Vermieter zeigt sich allzu neugierig: Nicht nur Fragen nach Einkommen, Nikotinsucht und Familienplanung sind üblich. Was Mieter über sich verraten müssen und wann sie die Auskunft verweigern können.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Monika Lydorf freut sich: auf den neuen Job in München, auf die neue Wohnung, die sie entgegen allen Erwartungen recht schnell gefunden hat. Eine Zweizimmerwohnung mit Terrasse, 60-Quadratmeter in einem modernen Mietblock mit 16 Parteien, nur 15 Minuten vom neuen Arbeitsplatz entfernt.

Bei der Besichtigung hat sie gleich ihr reges Interesse an der Wohnung im Grünen gezeigt und musste dem Maklerunternehmen umfassende Auskünfte über sich erteilen. Da wurden Lohnabrechnungen für die vergangenen drei Monate verlangt, der neue Arbeitsvertrag mit dem neuen Einkommen sollte in Kopie vorgelegt werden.

Auf mündliche Nachfrage von Monika Lydorf versichert das bei den Besichtigungsterminen anwesende Maklerteam, dass die Haltung von Haustieren in der Wohnanlage erlaubt sei. Für Monika Lydorf ist diese Auskunft sehr wichtig, besitzt sie doch zwei Perserkatzen, die mit ihr in die neue Wohnung einziehen sollen.

Nur wenige Tage nach dem Einreichen ihrer Unterlagen erhält die junge Frau einen Mietvertrag mit anliegender Hausordnung, in der das Halten von Hunden und Katzen generell untersagt wird, die Hausverwaltung in berechtigten Einzelfällen jedoch gerne Sondergenehmigungen ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erteilt. Monika Lydorf ist sich nicht sicher: Soll sie einen Antrag stellen oder darf sie das Halten der Katzen verschweigen?

Streitfall des Tages: Wenn nach der Sanierung die Miete steigt

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Wann Mieter für Marmorbäder, Kamine oder neue Fußbodenheizungen zahlen müssen.

Die Relevanz


Jeden Tag werden Hunderte von neuen Mietverträgen zwischen Mietern und Vermieter geschlossen. Natürlich legen Vermieter viel Wert darauf, ihr Wohneigentum an seriöse und solvente Interessenten zu vermieten – schließlich möchten sie regelmäßige Mieteinkünfte erzielen. So versuchen Vermieter bereits im Vorfeld, möglichst viel über den möglichen neuen Mieter zu erfahren, um nicht einem so genannten Mietnomaden aufzusitzen.

Dabei gibt es aber Vermieter, die ihr Recht auf Auskunft gründlich überdehnen. Denn auch Mieter haben eine grundrechtlich geschützte Privatsphäre. Artikel 2, Absatz 1, Artikel 1 Grundgesetz schützt das Recht auf informelle Selbstbestimmung. Daher darf der Vermieter zwar so gut wie alles fragen, was er will – aber der Mieter muss auf unzulässige Fragen nicht antworten.

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