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14.09.2011

11:11 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn die Wärmedämmung zum Albtraum wird

VonRenate Reckziegel

Die Planung ist das eine, die Umsetzung das andere: Bei der energetischen Sanierung passieren viele Fehler. Neubauten und Bestandsobjekte sind betroffen. Die Folgen für die Immobilienbesitzer sind unkalkulierbar.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.



Der Fall


Das Einfamilienhaus ist in die Jahre gekommen. Deswegen entschließt sich der Eigentümer, ein neues Dachgeschoß zu bauen und das ganze Gebäude mit neuen Fenstern auszustatten: dreifach verglast. Die Wände aus massiven Ziegeln will er so belassen wie sie sind. Natürlich sollen sich die Investitionen lohnen: Der Eigentümer hofft auf deutlich niedrigere Heizkosten. Laut Energieeinsparverordnung liegen die Planungen im grünen Bereich.

Was niemand bemerkt: Mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,3 sind die Wände jetzt schlechter gedämmt als die Fenster mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,0. Statt an den Scheiben schlägt sich die feuchte Luft im Winter also an den Wänden nieder. Die Folge: Schimmel. Da hilft nur eine Lüftungsanlage. Für den Eigentümer heißt das: nachbessern.

Die Rechtsgrundlage


Je besser ein Gebäude isoliert ist, desto weniger Energie verbraucht es zum Heizen. Welche Anforderungen ein Haus in dieser Hinsicht erfüllen sollte, wird gesetzlich mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt, die 2009 zuletzt novelliert wurde.

Ziel der geänderten Fassung ist es, im Hinblick auf den Klimaschutz den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser bei Gebäuden um etwa 30 Prozent zu senken.
Zusätzlich gilt für Neubauten auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das Gebäudeeigentümer verpflichtet, beim Heizen anteilig erneuerbare Energien zu nutzen.

Kommentare (12)

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der_Mahner

15.09.2011, 12:54 Uhr

mal ein aktuelles Beispiel: Die Investition zur Energieeinsparung rechnet sich nie, nicht mal bei den derzeit historisch niedrigen Zinsen.
Kosten: Dämmung 40000€ Zins 4%, Tilgung 3% Kosten pro Jahr 2800€. Davon anf. Zinsen 1600€
Verbrauch bisher 1700 Liter Heizöl / Verbrauch nachher 1250 L (geschätzt)
Fakt ist dass alleine der Zinsaufwand ausreicht um bei heutigen Heizölkosten von ca. 0,85€ ausreicht um das ganze Haus zu heizen.
Damit sich das ganze rechnet müßte der Liter Heizöl auf über 6€ ansteigen. Entsorgungskosten der Dämmung nach 20Jahren von verm. mehreren TE nicht gerechnet.
Nur weiter so Deutschland dich kriuegen wir auch noch klein. Na ja wenn schon der Immobilienbesitzer davon nichts hat dann wenigsten der Dämmstoffhersteller und der Handwerker.

Account gelöscht!

15.09.2011, 13:08 Uhr

Ihr Kommentar:
Thema Pfusch&Co: Gut, dass mal jemand die Dinge beim Namen nennt: Auch Neubauten können völlig schlecht isoliert sein, gerade hier droht Schimmelgefahr, wenn die entsprechenden Arbeiten nicht peinlichst genau ausgeführt wurden. Wer hiervon betroffen ist, darf sich in aller Regel obendrein noch die alte Mär vom falschen Lüften seitens der Baubetriebe anhören. Geschehen tut dann nichts mehr, denn hierbei können sich die Betriebe oft sauber aus der Affäre ziehen. Man sollte also nicht zu lange warten und sich überlegen, ob es nicht ratsam wäre, einen gerichtlich beauftragten Gutachter zu dem Fall hinzu zu ziehen. Hierbei kann auch festgestellt werden, ob der Schimmel in der Wohnung giftig und gesundheitsschädlich ist. Auf keinen Fall sollte jemand, der korrekt lüftet, sich zu schnell abspeisen lassen! Ja nicht! In unserem Haus war es so und die Baufirma hat dermaßen geschlampt und gepfuscht, dass es wirklich abenteuerlich war. so kam heraus, dass Abstände zwischen Mauerwerk und Isolierung nicht richtig eingehalten wurden und an manchen Stellen die Isolierung völlig weggelassen wurde, wo sie vom Ingenieurbüro vorgesehen war und an anderen Stellen sogar bei der Planung ganz vergessen wurde!- Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Account gelöscht!

15.09.2011, 13:09 Uhr

Ihr Kommentar:
Gut, dass mal jemand die Dinge beim Namen nennt: Auch Neubauten können völlig schlecht isoliert sein, gerade hier droht Schimmelgefahr, wenn die entsprechenden Arbeiten nicht peinlichst genau ausgeführt wurden. Wer hiervon betroffen ist, darf sich in aller Regel obendrein noch die alte Mär vom falschen Lüften seitens der Baubetriebe anhören. Geschehen tut dann nichts mehr, denn hierbei können sich die Betriebe oft sauber aus der Affäre ziehen. Man sollte also nicht zu lange warten und sich überlegen, ob es nicht ratsam wäre, einen gerichtlich beauftragten Gutachter zu dem Fall hinzu zu ziehen. Hierbei kann auch festgestellt werden, ob der Schimmel in der Wohnung giftig und gesundheitsschädlich ist. Auf keinen Fall sollte jemand, der korrekt lüftet, sich zu schnell abspeisen lassen! Ja nicht! In unserem Haus war es so und die Baufirma hat dermaßen geschlampt und gepfuscht, dass es wirklich abenteuerlich war. so kam heraus, dass Abstände zwischen Mauerwerk und Isolierung nicht richtig eingehalten wurden und an manchen Stellen die Isolierung völlig weggelassen wurde, wo sie vom Ingenieurbüro vorgesehen war und an anderen Stellen sogar bei der Planung ganz vergessen wurde!- Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

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