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10.10.2011

10:58 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn Haustiere der Nachbarn den letzten Nerv rauben

VonNicole Wildberger

Mehr als 22 Millionen Haustiere leben in Deutschland. Krach, Dreck und Gestank machen vielen Nachbarn das Leben zur Hölle. Wann Mitbewohner ein Recht auf Ruhe haben - und wann sich Hunde unbeschwert austoben dürfen.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Amelie W. aus Bedburg bei Köln pflegt eine große Leidenschaft: sie fährt Schlittenhunderennen. Und dazu braucht ein Sportler eben auch vierbeinige Sportskameraden. Sie besitzt sechs Alaskan Malamutes, die so genannten Lokomotiven des Nordens.

Die rund 35 kg schweren Schlittenhunde leben in großzügigen Zwingern auf dem großen Grundstück der Amelie W, das nur an einer Seite an einen Nachbargarten angrenzt. Um ihrer zeit- und kostenintensiven Passion nachgehen zu können, ist Amelie W. ganztägig berufstätig und lässt ihre Vierbeiner auf dem sicher umzäunten Außengelände tagsüber herumlaufen.

Ausbrechen können sie nicht – aber Schlittenhunde heulen, ebenso wie Wölfe. Und diese lautstarke Kommunikation unter den Tieren stört den Nachbarn. Er bitte darum, dass die Mittagsruhe eingehalten wird – und Amelie W. hat das Problem, mittags nicht zu Hause zu sein. Sie erkundigt sich bei einem Rechtsanwalt nach der Rechtslage.

Die Relevanz


Sie sind sozusagen mitten unter uns. Nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf lebten im Jahr 2010 rund 22,3 Millionen Haustiere unter deutschen Dächern – mehr als jeder dritte deutsche Haushalt hat damit Bewohner mit Fell, Federn oder Schuppen.

Absoluter Spitzenreiter sind dabei Katzen: rund 8,2 Millionen Samtpfoten schnurren um ihre Halter herum. Mit geschätzt je rund 5,3 Millionen Individuen folgen Hunde und Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Zierfische auf den Plätzen. Alleine die schiere Anzahl zeigt: Haustiere sind ein Wirtschaftsfaktor.

Rund 3,7 Milliarden Euro erwirtschaftete die Branche nach Angaben des Fachmagazins Der Handel allein im Jahr 2010. Und wo so viele Interessen aufeinanderstoßen, gibt es beim Miteinander meistens eines: Ärger.

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Kommentare (3)

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Pendler

10.10.2011, 17:07 Uhr

ääähmmm,

schon mal gehört, dass wir extrem viel Hundesteuer bezahlen müssen???

dog

10.10.2011, 18:53 Uhr

was hat so ein Klatschbericht in einem Handelsblatt verloren??? Gibt es demnächst Hundeaktien?? Die steigen dann unaufhörlich in einer alternden Homesitting-Society.

atinak

10.10.2011, 19:16 Uhr

Also der Krach, Dreck und Gestank, der von Nachbarn ausgeht, dürfte in der Regel bei weitem das übersteigen, was von artgerecht gehaltenen Tieren ausgeht, und dass Ratten nicht zu den unproblematischen Kleintieren gehören, obwohl sie keinen Lärm verursachen, ist mir unerfindlich. Oder kennen Sie Ratten, die, wie viele Nachbarn, Fernseher und Stereoanlage voll aufdrehen? Problematisch ist die Tierhaltung wohl eher aus tierschützerischen Gründen, weil die meisten Halter ignorant, egoistisch und rücksichtslos ihren armen Tieren gegenüber sind. Schon mal gefragt, wie sehr die Haustiere unter dem Krach, Dreck und Gestank ihrer Halter leiden?

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