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19.07.2012

14:44 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn Nachbarschaftshilfe teuer wird

VonNicole Wildberger

Glücklich ist, wer Nachbarn hat, die aushelfen, wenn einmal Not am Manne ist. Sollte man meinen. Doch solche unentgeltlichen Nachbarschaftshilfen können eben auch im Streit enden.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Bearded Collie Festus ist ein gehorsamer Hund – zumindest bei seiner Herrin Hannelore C. aus Pulheim. Doch die vergangenen Wochen verbrachte der fast zweijährige Rüde häufig bei Nachbarin Caroline F., denn Hannelore C. musste nach einem Sturz von der Leiter einige Wochen im Dormagener Krankenhaus verbringen.

Die 42-Jährige Caroline F. kümmert sich liebevoll um den jungen Hund und geht auch regelmäßig mit ihm spazieren. Bei einem dieser Spaziergänge springt Bearded Collie Festus eine Spaziergängerin an und verschmutzt mit seinen lehmigen Pfoten die Kleidung der Dame, die zudem noch auf dem nassen Asphalt ausrutscht und sich unglücklich an der Hand verletzt.

Die Sportlerin lässt sich Namen und Adresse der Hundesitterin geben und verlangt nach einem Arztbesuch Schadenersatz und Schmerzensgeld von Caroline F. Die beruft sich auf ihren unentgeltlichen Einsatz und nennt Tierhalterin Hannelore C. als richtige Ansprechpartnerin. Muss Hannelore C. für Ihren Hund haften?

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Die Relevanz

An einer guten Nachbarschaft ist eigentlich jedem Bundesbürger gelegen – schließlich lebt es sich viel angenehmer, wenn man sich in der Nachbarschaft gegenseitig hilft. Sei es bei kleineren Einkäufen, handwerklichen Tätigkeiten oder eben beim Hüten von Kindern oder Haustieren. Geht allerdings etwas schief – wie im Falle von Festus und seiner Hundesitterin Caroline F. – dann kann häufig ein heftiger Streit um Fragen der Haftung entflammen. Und die nette Hilfe kann im schlimmsten Fall zum Eigentor werden.

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Die Rechtslage

Grundsätzlich gilt bei der Nachbarschaftshilfe, dass derjenige, der unentgeltlich hilft, bei einem Unfallschaden nur im Falle der groben Fahrlässigkeit oder des Vorsatzes haftbar gemacht werden kann.

Unter grober Fahrlässigkeit verstehen Juristen, dass jemand eine unentschuldbare Pflichtverletzung über das gewöhnliche Maß hinaus begeht. Vorsatz bedeutet unter Juristen, dass Täter Dinge absichtlich beschädigen oder unterlassen. Und nur in diesen Fällen können freiwillige Helfer überhaupt haftbar sein. Justitia hat sich bereits häufiger mit Streitfällen rund um die Nachbarschaftshilfe beschäftigt.

Kommentare (1)

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19.07.2012, 16:50 Uhr

Vielleicht sollte man einfach schreiben, dass in diesem Fall die Hundehaftpflichtversicherung in diesem Fall greift.

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