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20.05.2011

10:47 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn sich Banker auf Kosten der Kunden bereichern

VonDörte Jochims

Die höheren Leitzinsen geben die wenigsten Banken an die Sparer weiter. Dafür erhöhen viele Institute die ohnehin schon hohen Kreditzinsen. Kunden fühlen sich ausgenommen. Wann der Wechsel der Hausbank lohnt.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Mit einem Zins von 2,0 Prozent wirbt die Deutsche Bank für Festzinssparen. Die überdurchschnittliche Konditionen gelten allerdings nur für Neukunden. Bestandskunden müssen sich trotz der Anhebung der Leitzinsen mit weniger als einem Prozent Zins begnügen.

Der Marktführer gab die Erhöhung ebenso wenig an seine Kunden weiter wie die meisten Institute der Volksbankengruppe und der Sparkassen. Das zeigt eine Erhebung der FMH Finanzberatung für Handelsblatt Online.

Dafür hat die Deutsche Bank als eines von elf Instituten im Land bereits die Zinsen für Dispo- und Überziehungszinsen angehoben. Das Aktiv-Konto rangiert damit in der teuersten Liga. Liegt der Mittelwert beim Dispo derzeit bei weniger elf Prozent, so kassiert die Deutsche Bank für eine vereinbarte Überziehung 13 Prozent Zins per anno. Die  geduldete Überziehung schlägt sogar mit 18 Prozent zu Buche.

Verbraucherschützer sind seit längerem alarmiert. Denn die meisten Finanzinstitute haben seit Ausbruch der Finanzkrise die Überziehungszinsen nicht angepasst, obwohl  sie sich zwischenzeitlich zu einem Prozent refinanzieren konnten. Erst nach Abmahnungen und Klagen passten einige Institute die Konditionen an.

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Die Gegenseite

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) vertritt 2300 Finanzinstitute in Deutschland. In einer Stellungnahme verweist er gegenüber Handelsblatt Online darauf,  dass der Dispositionskredit ein besonders kurzfristig nutzbares Angebot für die Kunden ist. Diese hohe Flexibilität spiegele sich auch in den Zinsen wider.

So wäre der laufende Aufwand für Vorhaltung und Überwachung für die Kreditinstitute höher als bei anderen Privatkrediten. Außerdem bestehe im Vergleich zu besicherten Krediten ein erhöhtes Ausfallrisiko. Banken würden zudem nur die Spitzen ihres Liquiditätsbedarfs über die Europäische Zentralbank finanzieren. Deshalb sei die Höhe des EZB-Zinssatzes nicht mit den Refinanzierungskosten der Banken gleichzusetzen. 

Kommentare (5)

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Spielverderber

20.05.2011, 11:30 Uhr

Glückwunsch Handelsblatt!

Dies ist wieder so ein inkompetenter, FMH-lobpreisender und unkritischer Artikel, wie wir sie von Ihnen in Finanzfragen mittlerweile gewohnt sind. Vielleicht konzentrieren Sie sich zukünftig eher auf Enthüllungsgeschichten á la Springer-Presse und berichten über Sex-Partys. Die FMH ist weder unabhängig noch prädestiniert mit dem Finger auf andere Institute zu zeigen. FMH ist ein Wirtschaftsunternehmen mit genau dem einen Ziel, nämlich Ertrag zu erwirtschaften. Wenn FMH dann noch die kostenlose Werbung im Handelsblatt mitnehmen kann, um so besser.

Wenn sich die Kunden eine seriöse Hausbank suchen und dort auch treue Kunden sind, dann ist es normal in einem System der quersubventionierten Gebühren, dass man für ein Produkt mehr zahlt und dafür eine andere Dienstleistung kostenlos oder günstiger beziehen kann. Unterm Strich wird dann abgerechnet. Cherry-Picking ist für keine Seite von Vorteil. Spätestens wenn Kunden über den Standard hinaus eine Leistung in Anspruch nehmen möchten, beispielsweise komplexere Finanzierungen, zählt der Gesamtkunde. Ist eine bonitätsbeurteilung nicht möglich, wird natürlich tendenziell schlechter bewertet als bei einem Kunden, dessen Kontoführung und Zuverlässigkeit bereits über einen längeren Zeitraum beurteilt werden konnte.

Naja, endloses Thema, aber ich würde mir wünschen, dass diese Themen kritischer beleuchtet werden würden.

MfG,
der Spielverderber

Abzocker

20.05.2011, 13:07 Uhr

FMH verdient Geld durch Verunsicherung der Menschen. FMH verlangt für eine wirklich einfache Vergleichsrehnung Kombi Bank-Darlehen/Bausparen mit klassischem Bankdarlehen stolze 100 EUR für vielleicht 5 Minuten Arbeit.

Ein_Experte

20.05.2011, 13:25 Uhr

Zu dem "Experten-Rat", beim Tagesgeld immer nur zum "Bestpreisanbieter" zu wechseln, kann ich nur sagen: Lange Zeit führte die isländische Kaupthing-Bank alle Tagesgeldrankings an. Und "Experten" wissen, was aus dieser Bank und ihren Anlegern geworden ist...

MfG

Ein Experte

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