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21.12.2011

10:35 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn Spender abgezockt werden

VonDörte Jochims

Jedes Jahr spenden die Bundesbürger Milliarden Euro für wohltätige Zwecke. Aber jede fünfte Organisation ist fragwürdig. Mit welchen Geschäftsmodellen Betrüger reich werden und woran Spender schwarze Schafe erkennen.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.



Der Fall

„Jeden Tag sterben 75 Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr im Sudan. Bitte beenden Sie diese Tragödie.“ So beginnen Briefe vom World Children’s Fund Deutschland e. V., die unlängst in tausenden Briefkästen zu finden waren.

Einige davon wurden weitergeleitet zu Charitywatch, einem Internetportal, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Betrügereien in diesem Segment aufzudecken. Die Art der Spendenwerbung ist äußerst aggressiv: Ein beigelegtes Halstuch, ein Rosenkranz oder ein Nähset verlocken zum Öffnen. Danach können sich Leser den herzzerreißenden Bildern von abgemagerten Kindern kaum entziehen.

Zuguterletzt wird Druck gemacht: „Bitte helfen Sie schnell - jeden Tag, den wir warten, werden wieder 75 Kleinkinder sterben!“, so lautet der letzte Satz des Schreibens. Seit mehreren Jahren warnt das Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) vor dieser Organisation. Denn was jedoch genau mit dem Geld passiert ist, steht nicht im Jahresbericht, der auf der Website eingesehen werden kann.

Die DZI Spenderberatung habe sich mehrfach bemüht, zuletzt im August 2011, von den Verantwortlichen der Organisation konkrete aussagekräftige Informationen über deren Arbeit zu erhalten. Dem Auskunftsersuchen habe die Organisation nicht entsprochen. Der DZI könne damit unter anderem nicht beurteilen, ob der World Children's Fund Deutschland e.V. vom zuständigen Finanzamt als steuerbegünstigt im Sinne der §§ 51 ff. Abgabenordnung anerkannt und folglich berechtigt ist, Spendenbescheinigungen für steuerliche Zwecke auszustellen.

Was Spender aus den Betrugsfällen lernen können

Die Schweiz-Connection

Auf Grund einer Anklage wegen gewerbsmäßigen Betruges mit Spendengeld musste sich die Ex-Chefin der Hilfsorganisation „Kinder in Not“ im Februar 2010 vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München verantworten. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte das Mutter-Sohn-Gespann sich über einen Zeitraum von drei Jahren um rund fünf Millionen Euro bereichert zu haben. Diese Summe ging von den Konten der Vereine Kinder in Not e.V. und Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur e.V. über den Umweg zweier Firmen in der Schweiz und in Liechtenstein fast eins zu eins in das Privatvermögen der Beschuldigten über.

Zwischen 2002 und 2004 sollen den Gesellschaften Kinder in Not und Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur nur etwa zehn Prozent der Einnahmen zugute gekommen sein. Da die Angeklagten ein Geständnis ablegten, verhängte der Richter jeweils lediglich eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Des Weiteren wurden ihnen insgesamt Geldstrafen in Höhe von rund 170.000 Euro auferlegt. Die Millionen blieben verschwunden.

Die Angeklagte hatte bereits 1985 den Verein Kinder in Not gegründet und war bis 1998 erste Vorsitzende. Parallel dazu war sie Anfang der Neunziger zwei Jahre Vorstand der Deutschen Gesellschaft Tiere und Natur. Bereits 1991 kam es zu einer Verurteilung wegen Untreue. „Erstaunlich ist, dass bei fast allen Prozessen kein Schadensersatz geltend gemacht wird“, sagt Loipfinger. Zudem habe die Familie 25 Jahre lang Spenden gesammelt, in diesem Prozess waren aber nur wenige Jahre relevant.

Das Fazit: Strafen fallen bei Spendenbetrag oft niedrig aus, selbst wenn das Geld verschwunden bleibt. Es gilt daher, Scharlatanen aus dem Weg zu gehen.

Die Geschäftemacher

Die Tierheime waren zunächst begeistert, berichtete die Rheinische Post 2008. Sie wurden von einer Tierfutterfirma gleich tonnenweise mit Hunde- und Katzenfutter beliefert. Zugleich standen die Werber im Auftrag der Firma in Einkaufscentern und vor Tiermärkten. Gesucht waren Futterpaten, die mit Beträgen zwischen sieben und 56 Euro im Monat das Futter fürs Tierheim vor Ort finanzierten. Doch in diesen Verträgen stießen Verbraucherschützer rasch auf hohe Preise: So wurden etwa für Hundetrockenfutter 60 Cent pro 100 Gramm und damit der achtfache Preis wie im Supermarkt in Rechnung gestellt. Gutes Markenfutter gebe es in Fachmärkten laut Stiftung Warentest schon für sieben Cent je 100 Gramm.

Auch der Deutsche Tierschutzbund warnt bereits seit 2006 vor „undurchsichtigen Geschäften der Firma Futter für Tiere in Not (FFTIN) mit Futterpatenschaften“. Dennoch wurden auch in diesem Jahr wieder Werber etwa in Baden-Württemberg gesichtet. Nach eigenen Angaben unterstützt die Organisation bundesweit rund 200 Partnertierheime und Tierschutzvereine mit etwa 40 000 Tieren mit Futterlieferungen, die aus den Spenden finanziert werden. „Die Methodik erinnert an Drückerkolonnen“, sagt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Nach Angaben des Tierschutzbundes liegt die Summe, die die Tierheime und Vereine nicht erreicht, bei mindestens 50 Prozent des Patenschaftsbetrages. Besonderer Fallstrick:. Die Patenschaft läuft über ein Jahr und verlängert sich, falls der Tierfreund nicht rechtzeitig kündigt.

Das Fazit: Und Rücktrittsrechte wie bei herkömmlichen Haustürgeschäften sind bei Spenden und Fördermitgliedschaften nicht vorgesehen. Spender unterschreiben daher nichts, was sie nicht gründlich gelesen haben.

Die Altkleidermafia

Vor Kirchen oder bei Altpapier-Sammelstellen bauen sie Container auf, werben damit, Kinder in Rumänien, Weißrussland oder Afrika mit T-Shirts, Hosen und Schuhen zu unterstützen. Doch die Bedürftigen bekommen die Spenden nie zu sehen. Vielmehr verkaufen Unternehmen die gebrauchten Sachen in die ganze Welt.

Für die illegalen Kleidersammler ist das Geschäft lukrativ: Der Preis für eine Tonne Altkleider liegt – je nach Qualität – zwischen 300 und 1000 Euro. 1,1 Millionen Tonnen gebrauchter Kleidung werden jedes Jahr in Deutschland gesammelt. Der Markt wird auf 350 Millionen Euro jährlich geschätzt. Sehr gut erhaltene Kleider werden in Europa weiterverkauft. Der Rest wird massenweise nach Afrika oder Osteuropa geschafft.

Die Folgen sind vor allem für afrikanische Länder verheerend. Deutschlands gebrauchte Jacken und Hosen zerstören dort die heimische Textil- und Bekleidungsindustrie. Denn mit den Preisen für abgetragene westliche Kleidung können afrikanische Produkte nicht mithalten. Besonders dreist war ein Fall, der bei der ADD im Sommer zur Anzeige kam. Mit Blättern, die mit einem weißen Kreuz bedruckt waren, warb eine osteuropäische Firma um Spenden. Der Zweck war rein gewerblich.

Das Fazit: Wer sicher gehen will, dass seine Spende ankommt, gibt gebrauchte Kleidung bei den örtlichen Kleiderkammern ab.

Protzige Macher

Für null Euro übernahm der evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf Ende November 2011 den einstigen sozialen Vorzeigebetrieb Berliner Treberhilfe. Der frühere Geschäftsführer hatte aus einem Drei-Mann-Betrieb innerhalb von 20 Jahren ein gemeinnütziges Vereins- und Unternehmenskonstrukt mit 280 Mitarbeitern gemacht. Geschäftszweck war es, sich um junge Wohnungslose zu kümmern.

Lange dominierten Berichte über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins die Berichterstattung. Doch dann rückten Berichte vor allem das Luxusleben des Geschäftsführers in die Schlagzeilen. So berichtete der Tagesspiegel im Dezember 2008 erstmals, dass es Ehlert nicht peinlich sei, einen dicken BMW als Dienstwagen zu fahren. Im Februar 2010 wurde dann der Maserati des Vereins bei einer Geschwindigkeitsübertretung geblitzt. Danach wurde bekannt, dass Ehlert ein sechsstelliges Gehalt bezog und eine Firmenvilla am See günstig gemietet hatte.

Nach dem Skandal zog er sich im März 2010 offiziell zurück, bezog aber offenbar weiter sein Gehalt. Ein Strafverfahren verlief im Sande. Dennoch entzog der Berliner Senat dem Verein, der hohe staatliche Förderungen erhielt, die Aufträge. Die Gemeinnützigkeit wurde im Januar 2011 aberkannt.

Fazit: Die Zeche für einen Geschäftsführer, der sich großzügig bedient, zahlten letztlich die Mitarbeiter, deren Zahl sich von 280 auf 100 verringert hat. Ihnen soll vor dem Insolvenzantrag vier Monate lang kein Gehalt überwiesen worden sein. Zudem häuften sich die Mietschulden des Vereins. Einigen Klienten drohte die Räumung.

Windiger Märchenerzähler

Es war schon eine Schlagzeile wert, als die Frauenrechtlerin und langjährige Journalistin Alice Schwarzer im September 2009 bei einer Show von Günter Jauch eine halbe Million Euro gewann. Sie spendete das Geld an die "Hatun und Can Frauennothilfe" in Berlin. Der Verein half angeblich bedrohten Frauen aus Migrantenfamilien.

Der Neuköllner Udo D. hatte ihn nach dem Ehrenmord an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü gegründet. Im Sommer 2007 hörte Alice Schwarzer das erste Mal davon. Sie habe im Frühjahr 2008 dann erstmals 3.000 Euro gespendete, berichtete sie im Prozess. Im Sommer 2009 erhielt sie vom Verein einen Brief. Udo D., klagte über eine „akute Notlage“ des Vereins. „Gerade haben wir wieder drei Mädchen gerettet“, habe er ihr geschrieben. Erste Zweifel kamen der Frauenrechtlerin als sie sich nach der Sendung mit dem Vereinsgründer getroffen hätte.

Einige unbeantwortete Anfragen später erhoben Schwarzer und RTL im November 2009 Anzeige. Im September 2011 verurteilte das Berliner Landgericht Udo D. wegen Betruges an Spendern. Nach fast einjährigem Prozess muss der Vorsitzende des Frauennothilfevereins Hatun & Can vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Der Schaden wird auf rund 700.000 Euro beziffert. Der 42-Jährige habe den Verein gegründet, um das Geld für sich zu verbrauchen, steht im Urteil. Nur einige tausend Euro seien Frauen zu Gute gekommen.

Fazit: Alice Schwarzer hat sich als kritische Journalistin einen Namen gemacht. Ihr Magazin „Emma“ hatte in der Septemberausgabe unter dem Titel „Im Namen von Hatun“ über die Arbeit des Vereins berichtet und mit Frauen gesprochen, denen angeblichen geholfen worden war. Doch offensichtlich reichte die Recherche nicht aus. Das Beispiel zeigt, dass dringend fachkundige und unabhängige Spezialisten gefragt sind, die Hilfsorganisationen systematisch durchleuchten.

Dreist abkassiert

Auch die amerikanische Pop-Ikone Madonna fiel auf einen geldgierigen Geschäftsführer herein. Nach der Adoption zweier Kinder, die aus Malawi stammen, wollte sie in diesem Land einiges bewegen. Sie gründete 2006 die Hilfsorganisation „Raising Malawi“, zahlte selbst Millionen ein und sammelte fleißig Spenden.

Doch die New York Times deckte im März 2011 auf, dass der Vorsitzende der Organisation 2,7 Millionen Euro verschwendet haben soll. Das Geld war für den Bau einer Elite-Schule für Mädchen bestimmt waren. Nach dem Bericht unabhängiger Prüfer gab er es für unverhältnismäßig hohe Gehälter aus, kaufte Autos, mietete Wohnungen an, bezahlte die Mitgliedschaft für einen Golf-Club. Auf der Baustelle ging dagegen nichts voran. Nur der Grundstein für ein erstes Gebäude wurde gelegt.

Auch die ausersehene Schuldirektorin hat laut Bericht zu dem Chaos beigetragen. Ihr Charisma habe ihren Mangel an substanziellem Wissen und ihre schlechten Managementfähigkeiten überdeckt, so das harsche Urteil der Prüf-Kommission. Die beiden Verdächtigen wurden inzwischen gefeuert. Das Schulprojekt wurde eingestellt und der gesamte Vorstand ausgetauscht. Dennoch ist der Schrecken nicht ausgestanden. Jetzt kündigen sich arbeitsrechtliche Probleme mit ehemaligen Mitarbeitern in Malawi an. Die US-Finanzbehörden ermitteln und die malawische Regierung untersucht Zahlungen, die für das Grundstück geflossen sind. Madonna will weitermachen, sich mit Partnerorganisationen zusammentun und sich auf den Bau von Grundschulen konzentrieren.

Das Fazit: Gerade prominente und engagierte Hilfe braucht eine kontrollierte und fachkundige Organisationsstruktur, damit die Hilfe ankommt.

Großzügig verteilt

Der Skandal beginnt im März 2007. Die damalige Unicef-Vorsitzende Heide Simonis erhält einen anonymen Brief mit diversen Verdächtigungen gegen den ehemaligen Geschäftsführer. Eine Sitzung wird einberufen. Er wiegelt ab. Wenige Monate später schickt der Absender denselben Brief an die Redaktion der Frankfurter Rundschau.

Der Vorwurf: Ein freier Mitarbeiter, die mit der Spendenakquise beauftragt wurden, verdienten teilweise rund 16.000 Euro im Monat. Ein weiterer freier Mitarbeiter soll zudem rund 190.000 Euro Provsision für die Vermittlung einer Millionenspende der Stadt Heilbronn kassiert haben. Diese Zahlungen scheinen in den dürren Geschäftsberichten der Hilfsorganisationen nicht auf. Der Skandal deckte zwar keine illegalen Geschäfte auf, kostete dem deutschen Ableger der Organisation im Februar 2008 aber das Gütesiegel des DZI.

Er öffnete zudem vielen Spendern die Augen. Viele etablierte Organisationen beruhen längst nicht mehr auf Ehrenamt und gemeinnützig. Fundraising ist ein florierender Geschäftszweig: So arbeiteten 2008 etwa 2500 hauptberufliche Spendensammler für verschiedene Organisationen in Deutschland, berichtete die Wirtschaftswoche. Fundraiser können laut Schätzungen der Fundraising-Akademie in Frankfurt zwischen 40.000 und 55.000 Euro brutto im Jahr verdienen.

Das Fazit: Klar muss Professionalität in großen Organisationen sein. Dennoch achten Spender auf den Anteil der Verwaltungs-und Werbekosten. Diese Zahl ist auf der Website des DZI nachzulesen. Denn sobald eine Organisation beginnt aggressiv zu werben, sichert sie sich zu Lasten anderer einen größeren Teil vom Kuchen. Und da das Spendenvolumen begrenzt ist, müssen auch die übrigen stärker werben, wenn sie nicht an Boden verlieren wollen. Die Spirale dreht nach oben, so dass letztlich immer weniger Geld für Hilfsprojekte zur Verfügung steht.

Lustige Abzockerei

Als Clown verkleidet zog Jürgen W. mit seinen Truppen durch norddeutsche Fußgängerzonen. Dort sammelte er Geld für krebskranke Kinder. Doch mit dem Großteil der Spenden dürfte er vor allem seinen teuren Lebensstil finanziert haben.

Im Sommer 2011 musste er sich beim Landgericht Lüneburg verantworten. Ihm wurden 57 Fälle gewerbsmäßiger Untreue vorgeworfen. Er soll von 116 000 Euro des von ihm gegründeten gemeinnützigen Vereins "Kinder in Not e. V." veruntreut haben. Er wurde zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Seine Komplizin erhielt 1,5 Jahre auf Bewährung.

Das Fazit: Jeder kann sich in Deutschland mit einigen Freunden zusammentun, einen Verein gründen und sich mit einer Sammelbüchse an die nächste Straßenecke stellen. Das ist für viele Betrüger verlockend. Mehr Aufsicht wäre wünschenswert. Einen Teil vom Wildwuchs erspart sich, wer nur auf gemeinnützige Vereine setzt, die mindestens seit drei Jahren bestehen. Denn ihnen kann die Gemeinnützigkeit vom Amt aberkannt werden.

Bereits im Oktober 2007 musste sich die Organisation dazu verpflichten, alle Spendensammlungen durch Spendenmailings sowie den Einzug von Geldspenden in Rheinland-Pfalz einzustellen. Stefan Loipfinger, Gründer von Charitywatch, stellt jedoch fest: „Trotz der Warnung und dem Sammlungsverbot, die vor einigen Jahren ausgesprochen wurden, stiegen die Einnahmen des World Children’s Fund Deutschland e. V. im selben Zeitraum von 2,4 auf 7,5 Millionen Euro.“

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Die Gegenseite

Auf Anfrage von Handelsblatt Online hat der World Children Funds Deutschland e.V. zu dem Fall bisher nicht Stellung genommen.


Die Relevanz

„Solche Briefe häufen sich vor allem in den Briefkästen von Menschen, die bereits der einen oder anderen Organisation Geld gespendet haben,“ berichtet Loipfinger. Dabei verpflichten sich Organisationen, die Mitglieder im Deutschen Spendenrat sind, Regeln in punkto Werbung einzuhalten und vor allem keine Adressen von Spendern weiter zu geben.

Doch aggressive und teure Werbung mit Spendengeld ist nur ein Problem von dem Experten berichten. Jedes Jahr geben die Bundesbürger rund fünf Milliarden Euro für wohltätige Zwecke. Was passiert mit diesem Geld? Wie viel davon kommt tatsächlich an?

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Der DZI beruhigt zwar, der weitaus überwiegende Teil würde vereinbarungsgemäß verwendet. Doch Fakt ist: Einzig Rheinland-Pfalz verfügt über eine aktive Behörde, die Spendensammler überwacht und Informationen ins Internet stellt. In jedem anderen Bundesland können sich Sammler ohne Genehmigung mit ihren Spendenbüchsen aufstellen. Und bei der Arbeit der Behörde in Trier ergab sich eine Quote, die nachdenklich stimmt: Seit dem Jahr 2000 wurden 322 Hilfsorganisationen überprüft, die Haus – und Straßensammlungen durchführten. In 65 Fällen wurden Sammlungsverbote erteilt.

Dazu erläutert eine Sprecherin, dass Verbote immer nur das letzte Mittel seien. Jede Organisation erhalte zunächst die Möglichkeit, nachzubessern. Muss also – statistisch gesehen - jede fünfte Sammelbüchse als fragwürdig gelten? Loipfinger hat in seinem 2008 gegründetem Internetportal Charitywatch Daten zu fast 3.000 Organisationen erhoben. Zudem hat er gerade ein Buch „Die Spendenmafia“ veröffentlicht. Nach seiner umfangreichen Recherche hält er diese Quote für insgesamt durchaus realistisch „Bei uns fällt die Zahl sogar noch höher aus. Denn wir werden häufig dann aktiv, wenn Leute über Auffälligkeiten berichten“, so Loipfinger.

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Kommentare (2)

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Rhodesien

21.12.2011, 17:49 Uhr

sehr schweres Thema,

wirklich zu helfen, würde unser politisch, wirtschaftliches System zum Einsturz bringen.

Vordergründig helfen Nahrungsmittel

Doch warum hungern die Menschen? Warum werden in diesen Ländern mehr Kinder geboren, als das Land (trotz Wetterkapriolen) leben können. Auf der einen Seite bekämpft man AIDS und andere Krankheiten, auf der anderen Seite sind dann noch mehr Esser da. Und auch wenn die westlichen Länder ALLE Nahrungsmittel dieser Welt locker machen würden, die Vermehrung wäre dann so stark, dass der Hunger nur 10 – 20 Jahre aufgehalten werden könnte.

Eigentlich wäre es sehr einfach, hier eine nachhaltige Hilfe hin zu bekommen. Einfach, indem man unfähige Regierungen in den Hungergebieten durch fähige Politiker ersetzt. Aber wer soll diese Politiker wirklich auswechseln? Sollen sich die reichen Länder, wie in Südafrika und Rhodesien passiert direkt einmischen und blühende Landstriche erzeugen.

Aber dann schreien anderen wieder, dass sei Rassismus.
Und kaum ist der Rassismus weg, kommt der Hunger zurück.

Ob, das waren meine Gedanken hierzu.
Dass an einer Lösung gearbeitet wird, ist allgemein bekannt, jedenfalls außerhalb der Öffentlichkeit.

mc.soundso@web.de

15.04.2012, 14:27 Uhr

Kommentar von Melph

Ich werde immer misstrauisch, wenn jemand an meiner Tür klopft und mir anbietet mein Geld zu den armen Menschen dieser Welt zu bringen. Es könnte sein das er sich selbst für sehr bedürftig hält. Egal wie ehrlich er ist, einen Teil von diesem Geld benötigt er selbst. Eventuell springt dann auch der eine oder andere neue BMW am Ende dabei raus... wenn man schon weit reisen muss, soll es ja schließlich bequem sein. Ich denke man sollte den Hilfsbedürftigen helfen in dem man Möglichkeiten schafft, Möglichkeiten sich selbst zu helfen. Die Menschen helfen sich selbst am besten. Ein Politiker wird, wenn überhaupt dafür gebraucht Gesetzte zu erlassen, welche diese Selbsthilfe ermöglichen. Die Schwächeren müssen vor den Ausbeutern geschützt werden, da sonst auch unter den besten Bedingungen die Lösungen im Keim erstickt werden. Es ist ein Fehler zu Glauben ein Politiker könnte Probleme lösen. Das nötige Wissen und ausreichend Ehrlichkeit bringen die wenigsten von diesen Leuten (Politiker/Spendensammler) mit und demzufolge bringen sie auch nichts dorthin wo es hilft. Selbst wenn sie es schaffen einen Teil der Spenden dem gewünschten Zweck zu opfern, kann dies immer noch falsch sein (Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann von Dambisa Moyo). Nachhaltig ist nur was die Leute sich selbst aufbauen und schützen weil es ihr eigenes Werk ist.

Nur spenden wenn sicher ist das es auch hilft.

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