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30.01.2013

14:41 Uhr

Streitfall des Tages

Wenn Urlauber vor verschlossenen Türen stehen

VonBettina Blaß

Immer mehr Internetportale vermitteln Privatunterkünfte. Das nutzen Betrüger aus und bieten Wohnungen und Häuser an, die es gar nicht gibt. Welche Fehler Nutzer machen können und wie sie richtig reservieren.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Tanja S. will mit zwei Freunden am ersten Weihnachtsfeiertag nach New York fliegen. Hotel? Das ist viel zu unpersönlich, findet sie. Darum schaut sie auf der Internetseite von Airbnb und wird prompt fündig: Ein Appartment mit einem Wohn- und einem Schlafzimmer, in dem drei Leute unterkommen, zentral gelegen. Für vier Nächte soll es 750 Euro kosten. Der Vermieter wünscht eine Anzahlung von 500 Euro via Western Union.

Tanja sendet das Geld, ohne das mit ihren Freundinnen besprochen zu haben, denn sie sollte die Unterkunft organisieren. Doch ihre Freundinnen fallen aus allen Wolken, denn Airbnb warnt ausdrücklich davor, die Bezahlung außerhalb des Systems vorzunehmen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Geld an einen Betrüger geht, der danach unauffindbar ist.

Die drei handeln schnell und haben Glück: Das Geld wurde noch nicht abgeholt. Sie stornieren die Zahlung – und hören nie mehr vom vermeintlichen Vermieter.

Diese Rechte haben Reisende

Sitzprobleme

Ein defekter Sitz im Flugzeug ist ein Reisemangel – insbesondere auf einem Langstreckenflug und in der Comfort Class. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden. (Az.: 2-24 O 31/12).

Falscher Flughafen

Landet ein Flugzeug am falschen Flughafen, ist das, als ob der Flug nicht stattgefunden habe. Das sagt das Amtsgericht Rüsselsheim in Bezug auf einen Flug, der statt in Hamburg in Hannover landete, Aktenzeichen 3 C 1132/12 (36).

Verspätung

Pauschaltouristen müssen nicht hinnehmen, wenn ihr Flug um zehn Stunden vorverlegt wird, sagt der Bundesgerichtshof (Az: X ZR 76/11). Das war im Fall eines Ehepaares passiert, das aus der Türkei zurückkam. Der Rückflug sollte nachmittags stattfinden, war dann aber zehn Stunden früher.

Sitzen gelassen

Eine Touristin wurde am Flughafen in Dubai nicht wie mit dem Reiseveranstalter abgesprochen, abgeholt. Darum muss er für die Taxigebühr aufkommen, urteilte das Amtsgericht Charlottenburg (Az: 233 C 165/10)

Unwetter

Eine Urlauberin stornierte ihre Reise, nachdem das Auswärtige Amt vor Unwetter in der Zielregion gewarnt hatte. Das Reisebüro sah das anders und verlangte darum eine Stornogebühr in Höhe von 60 Prozent des Reisepreises. Das Oberlandesgericht München gab der Touristin Recht, die Stornogebühr musste nicht gezahlt werden. (Az.: 21 U 519/12)

So sorgen die Portale vor

Egal, ob es um eine Ferienwohnung für vier Wochen auf Mallorca oder um ein Zimmer für einige Nächte in Manhattan geht: Ein System, bei dem zwei Parteien über das Internet zusammenkommen, lockt auch Betrüger an.

Schließlich muss auch, wer beispielsweise bei Ebay er- oder versteigert, vorsichtig sein. Airbnb, neben 9Flat oder Wimdu ein Anbieter von privaten Unterkünften, ist nach eigenen Angaben in 192 Ländern und 36.000 Städten aktiv – natürlich auch in New York. „Um die Vermietung sicher abzuwickeln, weisen wir unsere Kunden immer wieder darauf hin, dass sie das portaleigene System nicht verlassen sollen“, sagt Lena Sönnichsen aus der Pressestelle.

Lärm, Schmutz, Ungeziefer: Wenn die Reise zum Horrortrip wird

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Auf gepackten Koffern stundenlang am Flughafen sitzen oder Kakerlaken im Hotel – das kann den ganzen Urlaub verderben. Doch es gibt Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. So kommen Reisende zu ihrem Recht.

Die Kontaktaufnahme, der Informationsaustausch, die Kommunikation inklusive Videotelefonate und die Bezahlung, alles geht über dieses System. „Trotzdem hören auch wir immer wieder von Zimmersuchenden, die sich darauf einlassen, das Geschäft außerhalb des Systems abzuwickeln. Da können wir dann natürlich nicht weiterhelfen. Wir warnen davor, Geld über einen Anbieter wie Western Union an eine Person zu senden, die man nicht kennt“, sagt Lena Sönnichsen. „Jeder muss sich darüber im Klaren sein: Das Geld, das er spart, indem er das Geschäft außerhalb des Systems schließt, ist der Preis für die Sicherheit“.

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