Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2012

10:49 Uhr

Streitfall des Tages

Wie Immobilienkäufer Steuern sparen

VonBarbara Moormann

Der Immobilienmarkt boomt. Umso verständlicher ist es, dass Steuerzahler die Kosten, die mit dem Kauf des neuen Hauses zusammenhängen, absetzen wollen. Wer es richtig macht, kann viel Geld sparen.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.


Der Fall

Kaum ein Immobilienbesitzer weiß, wie viel sein Objekt tatsächlich wert ist. Da Sachverständige aber üppige Kosten verursachen, liegt der Wunsch nahe, den Fiskus an der Dienstleistung zu beteiligen. Doch wer die Schätzkosten von der Steuer absetzen will, muss mit Widerstand des Finanzamtes rechnen.

Ein Rentner wohnte etwa in den unteren Stockwerken seines Hauses und hatte das Dachgeschoß vermietet. Angesichts der steigenden Immobilienpreise fragte sich dem Mann, ob er seine Miete nicht erhöhen oder gar einen Teil seines Hauses verkaufen könne. Diese Fragen sollte Steuerberater klären.

Als er dann später seine Steuererklärung machte, wollte er Beraterkosten für die Wertermittlung des Vermietungsobjekts als Werbungskosten abziehen. Seine Begründung: Für die ordnungsgemäße Vermietung wären Zustand und Wert des Objektes relevant. Die Wertermittlung sei zudem erforderlich, um festzustellen, inwieweit die Beibehaltung der Vermietungsbemühungen zu einem besseren Ergebnis führe, als andere Lösungen, wie beispielsweise ein Verkauf.

Was Immobilienbesitzer von der Steuer absetzen können

Abschreibung des Kaufpreises

Bei vermieteten Wohngebäuden, die nach dem 31. Dezember 1924 fertig gestellt wurden, beträgt die Nutzungsdauer 50 Jahre. Damit kann ein Käufer zwei Prozent vom Kaufpreis pro Jahr absetzen. Bei vermieteten Wohngebäuden, die vor dem 1. Januar 1925 fertig gestellt wurden, beträgt die Nutzungsdauer 40 Jahre, also 2,5 Prozent Abschreibung pro Jahr.

Anschaffungsnebenkosten

Nicht nur der Kaufpreis auch die Nebenkosten werden abgeschrieben und können nicht auf einmal abgezogen werden. Zu den Kosten gehören beispielsweise die Makler- und die Notargebühr, die Grunderwerbsteuer aber auch die Kosten für den Grundbucheintrag. Zu beachten ist allerdings, dass die Kosten die auf das Grundstück entfallen gar nicht abgeschrieben werden dürfen. Da ein Grundstück nicht abnutzbar ist, wirken sich diese Kosten erst wieder beim Verkauf steuerlich aus.

Absetzbare Kosten, die oft vergessen werden

Befindet sich das Gebäude noch im Bau, sind auch die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten zur Baustelle steuerlich berücksichtigungsfähig. Ebenso die Fahrtkosten zur Bank und zum Notar zum Erwerb der Immobilie sowie die Fahrten zu den Besichtigungsterminen sollten dem Fiskus in Rechnung gestellt werden.

Darlehen

Das Darlehen selbst ist natürlich nicht berücksichtigungsfähig, da die Anschaffungskosten ja bereits über die Abschreibung des Gebäudes geltend gemacht werden. Aber die Darlehenszinsen sind Werbungskosten und können abgesetzt werden. Aber nur, wenn die Immobilie vermietet wird.

Die Gegenseite

Das Finanzamt machte hier nicht mit. Eine Wertermittlung seiner Immobilie sei dem Eigentümer natürlich frei gestellt, doch die Kosten dafür könne er nicht absetzen. Denn die Wertermittlung habe der Steuerberater auch für einen möglichen Verkauf des Hauses in Rechnung gestellt. Da ein solcher Verkauf steuerfrei ist, könne der Rentner die Kosten dafür nicht absetzen. Und eine Aufteilung der Kosten scheide aus.

Die Relevanz

Immobilien sind in. Viele Anleger investieren in Sachwerte aus Angst vor wackeliger Börse und Inflation. Außerdem sind die Zinsen äußerst günstig. Auch als Teil der Altersvorsorge taugt das eigene Häuschen. Die Frage nach der Eigennutzung oder Vermietung ist besonders wichtig. Es geht nicht nur um Schätzkosten. Auch Notarkosten, Maklerkosten oder Renovierungskosten fallen an. Es geht schnell um hohe Summen, der Steuervorteil wäre immens.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Winter.Telekom.Jehova

23.05.2012, 12:24 Uhr

Telekom [...]!

Das ist ganz einfach: die haben Leuten die kien Geld hatten kein Eigenkapital Fianzierungen besorgt als Rente - die jungen könnten das ja erarbeiten - Die sind sofort beim ersten Zahlungsausfall pleite gewesen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

ImmobilienWarner

23.05.2012, 14:44 Uhr

Nebenkosten zB Neubauwohnung
5% Grunderwerbssteuer
5 % "Makler" Gebühr versteckt im Kaufpres
19% MWSt enthalten in allen Handwerkerleistungen und Material
3-4% sonstiges wie Notar etc
Ergibt nach meiner Rechnung > 30%. Es dürfte schwer fallen diese über Steuergesichtspunkte wieder hereinzuholen, genausowenig über Mieteinnahmen oder Wertzuwachs. Es sei denn, die Hyperinflation trifft gegen 2015 tatsächlich ein.

AllesQuatsch

29.05.2012, 10:54 Uhr

und da ham wirs wieder. der eigenheimbesitzer hat mal wieder nix davon. er erkauft sich teuren eigentum und kann nix von der steuer absetzen. der vermieter schon. er kann fast alles auf den mieter umlegen und bekommt noch durch gesetzliche neuregelungen weiterhin vborteile gegenüber dem eigenheimler. gerade bei den modernisierungen hat er mehr vorteile als nachteile. man sollte nur noch parteien wählen, die zwar vermögen besteuern, aber eher einkünfte aus miete usw und nicht den armen häuslebauer, der sich sein eigenheim vom mund abspart. hier läuft grundlegend was falsch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×