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26.09.2011

13:17 Uhr

Streitfall des Tages

Wie Kunden über's Handy abgezockt werden

VonBettina Blaß

Bei den Verbraucherzentralen mehren sich Beschwerden über falsche Handyabrechnungen: Wer versehentlich beim Smartphone oder dem Tablet-PC aufs falsche Feld tippt, kann in einer Abofalle landen.

Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Unterwegs schnell im Internet etwas nachsehen? Kein Problem mehr, seit es Smartphones und Tablet-PCs wie das iPad gibt. Mit dem passenden Datentarif sind die Verbraucher allzeit online. Apps, wie die kleinen Anwendungsprogramme heißen, die man aufs mobile Endgerät herunterladen kann, erleichtern die Internetnutzung sogar noch. Sie sagen auf Fingertipp das Wetter für den aktuellen Ort vorher, präsentieren Fußballergebnisse oder zeigen, wo das nächste gut bewertete Restaurant ist.

Diese Apps kosten oft einige Cent oder Euro. Viele sind auch kostenlos. Häufig werden sie - wie im Internet auch -über Werbeeinblendungen finanziert. Einige dieser Werbeanzeigen übertragen jedoch automatisch die Kennnummer des Handys, sobald man sie berührt. Dadurch können Abzocker hinter der Anzeige über die Handyrechnung Geld abbuchen lassen - für etwas, das der Online-Nutzer gar nicht wollte.

Neben den Werbeeinblendungs-Fallen gibt es eine weitere Art der mobilen Abzocke: Tests, mit denen beispielsweise die Liebesqualität ermittelt werden soll, versprechen, die Ergebnisse zuzusenden, wenn man die Handynummer eingibt. Doch wer das oder ähnliches macht, wird sich möglicherweise bei der nächsten Handyrechnung erschrecken: Zwischen 3 Euro die Woche und 30 Euro im Monat können solche Späße kosten.

 

Die Relevanz

„Die Zahlen sind in den vergangenen Monaten zwar nicht explodiert, aber wir haben eine stetig wachsende Zahl von Beschwerden“, sagt Peter Lindackers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Wir sind schon sehr auf Januar und Februar gespannt. Denn wenn es zu Weihnachten in vielen Familien neue Handys als Geschenke gibt oder sogar einen Tablet-PC, dann werden die Beschwerdezahlen sicher deutlich wachsen.“

Das Gemeine an den Abofallen: Bei dieser Art von Abzocke paart sich das Unwissen der Verbraucher mit den Gegebenheiten. Wer etwas dickere Finger hat und sich auf dem kleinen Bildschirm vertippt, soll genau so zahlen wie der, der durch sein Umfeld in Bahn, Bus oder im Café abgelenkt war.

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Kommentare (1)

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Jan

26.09.2011, 11:36 Uhr

Der Grund warum ich heute insbesondere bei Smartphones nur noch Prepaid-Karten verwende. Damit ist das Risiko für mich genau kalkulierbar. Es beträgt nämlich exakt dem Betrag den ich zuvor aufgeladen haben.

Hat mich auch schon mal im nicht europäischen Ausland gerettet: Hatte vergessen die automatische E-Mail-Abfrage auszuschalten. In nur 20 Minuten waren rund 40 Euro weg und dann, Gott sei Dank, die Karte leer.

Vorsicht vor Pseudo-Prepaid mit automatischer Aufladung - mag zwar komfortabel sein, aber der positive Effekt der Notbremse geht flöten.

Jan

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