Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2015

15:34 Uhr

Stromdiscounter

Verbrauchern droht erneute Abzocke

Nach den Skandalen um die Billigstromanbieter Teldafax und Flexstrom sind die Anbieter, die mit Vorkasse arbeiten eine Minderheit. Im Kampf um Gewinne bleiben die Stromdiscounter aber trickreich, sagen Experten.

Die Pleiten der Stromanbieter Teldafax und Flexstrom waren von einer breiten Berichterstattung begleitet. Aktuell warnen Verbraucherschützer wieder vor den Tricks der Stromdiscounter. dpa

Spektakuläre Pleiten

Die Pleiten der Stromanbieter Teldafax und Flexstrom waren von einer breiten Berichterstattung begleitet. Aktuell warnen Verbraucherschützer wieder vor den Tricks der Stromdiscounter.

Bonn Billigstrom-Anbieter mit Vorkasse für ein ganzes Jahr sind nach den Pleiten von Teldafax und Flexstrom selten geworden. Trotzdem wird im Discount-Segment weiter mit Haken und Ösen um Kunden und Gewinne gekämpft, warnen Verbraucherschützer. Stromdiscounter locken mit Kampfpreisen - doch im Kleingedruckten der Verträge kann sich viel Ärger verbergen. Manche Billiganbieter tricksen massiv im Kampf um Kunden und Gewinne, warnen etwa Experten der Verbraucherzentrale NRW und der Stiftung Warentest.

Daran hat sich auch nach der breiten Berichterstattung über die spektakulären Pleiten der Vorkasse-Stromanbieter Teldafax und Flexstrom nichts geändert. Vor allem um die hohen Boni für Neukunden, die Anbieter als Köder für den Wechsel nutzen, gibt es häufig Streit. Manche Firmen versuchen später, sich um die Zahlung der Sonderrabatte zu drücken, wie der Energierechtsexperte Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW berichtet. Versorger beriefen sich auf wenig nachvollziehbare Ausschlussgründe oder gaukelten den Kunden mit intransparenten Rechnungen vor, sie hätten den Nachlass bekommen.

Die Tricks der Billiganbieter

Bonuszahlungen

Geködert werden die Kunden von Billigstromanbietern zum Teil mit Bonuszahlungen, durch die der Tarif im ersten Vertragsjahr günstig ist, ab dem dreizehnten Monat aber sehr teuer wird.

Preisgarantien

Auch bei Preisgarantien sollten Kunden genau hinschauen, denn es gibt verschiedene Arten solcher Garantien, die nach Einschätzung von Verbraucherschützern zum Teil aber wertlos sind.

Paketpreise

Vorsicht ist bei Paketpreisen geboten. Denn der Kunde legt sich bereits bei Abschluss des Vertrages auf einen konkreten jährlichen Kilowattverbrauch fest. Verbraucht er weniger, muss er den vereinbarten Preis trotzdem zahlen. Ist der Verbrauch dagegen höher, fallen für die zusätzlichen Kilowattstunden häufig sehr hohe Preise an. Solche Angebote sind deshalb nur für Kunden geeignet, die ihren Stromverbrauch sehr genau einschätzen können. Hinzu kommt, dass sich auch bei Paketangeboten die Preise während der Laufzeit ändern können.

„Viele Billigstrom-Anbieter machen im ersten Vertragsjahr zunächst keinen Gewinn, bitten den Kunden aber in den Folgejahren kräftig zur Kasse“, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney von Ende 2012. Damit sich das Geschäft am Ende rechne, würden den Kunden nach dem ersten Jahr lange Anschlusslaufzeiten untergejubelt oder die Preise im zweiten Jahr stark erhöht, fand die Stiftung Warentest 2014 heraus. Nur zwei von 49 Billigstrom-Tarifen bezeichneten die Tester in der Untersuchung als fair.

Aktuell konzentrierten sich viele der Beschwerden auf wenige Firmen, darunter eine Unternehmensgruppe aus Köln, sagt Schröder. Den Anbieter mit einem Geflecht von Unternehmen und Marken haben die Verbraucherschützer wegen der aus ihrer Sicht windigen Praktiken erst abgemahnt, dann beim Landgericht Köln verklagt (Az.: 31 O 514/2014).

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

16.02.2015, 16:04 Uhr

Ich wechsel grundsätzlich spätestens alle 2 Jahre den Anbieter an allen Abnahmestellen wo ich den Daumen raufhalte. Bisher habe ich selbst bei Flexstrom immer alles bekommen was einem laut Vertrag zusteht; auch wenn bei der Vereinigung einige unkonventionelle Maßnahmen ergriffen werden mussten. Und warum steht hier nicht um welche Unternehmensgruppe es sich hier handelt?

Frau Ich Kritisch

16.02.2015, 19:13 Uhr

tja, billig ist oft teuer...

private Anbieter wollen Gewinn machen - Stadtwerke duften keinen Gewinn erwirtschaften - aber es musste ja alles privatisiert werden ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×