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05.05.2014

13:36 Uhr

Stromerzeugung

Steuern sparen mit Photovoltaik wird schwierig

VonPaul Lauer

Den eigenen Strom erzeugen und gleichzeitig die persönliche Steuerlast senken – solche Modelle waren lange Zeit attraktiv. Viele Finanzämter machen da aber nicht mehr mit. Was Steuerzahler noch tun können.

Mit einer Photovoltaik-Anlage selbst Strom zu erzeugen, ist einfach. Die Kosten bei der Steuer geltend zu machen, ist aber kompliziert. obs

Mit einer Photovoltaik-Anlage selbst Strom zu erzeugen, ist einfach. Die Kosten bei der Steuer geltend zu machen, ist aber kompliziert.

DüsseldorfMit einer Photovoltaikanlage auf einem Hallendach lukrative Einnahmen erzielen und gleichzeitig Gebäudekosten und Mietverluste steuerlich geltend machen? Das klingt nach einem schönen Steuersparmodell. Aber nicht immer spielt der Bundesfinanzhof dabei mit.

Die goldenen Zeiten der Steuersparmodelle sind vorbei. Trotzdem suchen Steuerberater mit ihren Mandanten immer wieder nach neuen Hintertürchen, um Einkünfte vor dem Zugriff des Finanzamtes zu bewahren. Auch ein Landwirt probierte das und wurde damit zur Hauptperson in einem aktuellen Streitfall: Er hatte seinen landwirtschaftlichen Betrieb an seine Ehefrau verpachtet und in den Jahren 2005 und 2007 eine Reithalle und eine Mehrzweckhalle errichten lassen, die er an seine Frau vermietete. Auf den Hallen ließ er Photovoltaikanlagen installieren, mit denen er erhebliche Erlöse aus der Einspeisung von Strom ins Netz erzielte.

So verstehen Sie das Finanzamt

Der Einspruch ist zulässig

Wenn das Finanzamt schreibt, dass der Einspruch zulässig sei, klingt das zunächst einmal gut, aber es ist nur die halbe Miete. Denn dies heißt nur, dass der Steuerzahler die formalen Voraussetzungen für einen Einspruch erfüllt hat – wie etwa das fristgerechte Einreichen.

Der Einspruch ist begründet

Erst bei der Frage, ob der Einspruch begründet ist, prüft das Finanzamt das Anliegen des Steuerzahlers inhaltlich.

Das Finanzamt hilft ab

Im Vokabular des Finanzamts bedeutet „abhelfen“, dass die Beamten dem Einspruch des Steuerzahlers folgen und beispielsweise eine außergewöhnliche Belastung doch als solche anerkennen.

Das Finanzamt gewährt AdV

Eigentlich muss eine Steuernachzahlung trotz eingelegtem Einspruch sofort beglichen werden. Der Steuerzahler kann jedoch AdV – Aussetzung der Vollziehung – beantragen. Das ist jedoch gefährlich, denn wenn der Steuerzahler Jahre später doch zahlen muss, kassiert das Finanzamt nicht nur die Nachzahlung, sondern auch noch saftige Zinsen.

Das Verfahren ruht

Wenn zu einer steuerrechtlichen Frage bereits ein Verfahren läuft, muss ein Steuerzahler, der sich aus den gleichen Gründen ungerecht behandelt fühlt, nicht selbst gegen seinen Steuerbescheid klagen. Es reicht, wenn er Einspruch einlegt und auf das laufende Verfahren verweist. Gewährt das Finanzamt das Ruhen des Einspruchsverfahrens, kann der Ausgang des anhängigen Klageverfahrens entspannt abgewartet werden.

Das Finanzministerium verhängt einen Nichtanwendungserlass

Wenn das Finanzministerium für eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs einen Nichtanwendungserlass verkündet, gilt das steuerzahlerfreundliche Urteil nur für den entschiedenen Klagefall. Andere Steuerzahler können sich dann nicht mehr darauf beziehen, sondern müssen gegebenenfalls selbst klagen.

Um die Steuerlast bei diesen Einkünften zu senken, machte er Gebäudekosten und Verluste aus der Vermietung der Hallen geltend. Das akzeptierte das Finanzamt aber nicht. Es prüfte, ob in beiden Bereichen die Absicht vorlag, Einkünfte zu erzielen und bewertete dabei die Vermietung und die Energieerzeugung getrennt voneinander.

Das hatte gleich einen doppelt negativen Effekt für den Landwirt: Auf der einen Seite strich das Finanzamt die Erlöse aus der Stromeinspeisung, die er in die Überschussprognose bei der Hallenvermietung eingerechnet hatte. Und: Da die Vermietung der Hallen ein dauerhaftes Verlustgeschäft war, stufte das Finanzamt diesen Bereich steuerlich als Liebhaberei ein – denn Verluste aus solchen Geschäften werden nie steuerlich anerkannt.

Auf der anderen Seite akzeptierte das Finanzamt bei Ermittlung der gewerblichen Einkünfte aus dem Betrieb der Solaranlagen nicht die anteiligen Kosten für den Unterhalt der Hallen, denn dafür habe kein nachvollziehbarer Maßstab für die Aufteilung vorgelegen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

06.05.2014, 13:18 Uhr

Tja, da war der schlaue Bauer wohl doch nicht schlau genug... ;-)

Account gelöscht!

06.05.2014, 14:24 Uhr

Der Bauer braucht nicht zu jamern, sicherlich räumt er noch tausende von Euros jährlich aus dem EU-Subventionstopf ab.

Das sind doch größstenteils alles linke Fische die Bauern, aber immer am jammern.

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