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09.10.2015

13:19 Uhr

Strompreis

So einfach wechseln Sie den Stromanbieter

VonKatharina Schneider

Prognosen deuten erneut auf einen Anstieg der Ökostrom-Umlage hin. Doch wenn ihr Stromversorger deshalb die Preise erhöht, können sich Kunden einfach einen günstigeren suchen – mit dem Tool der Woche.

Durch einen Anbieterwechsel lässt sich viel Geld sparen. dpa

Strompreiszähler

Durch einen Anbieterwechsel lässt sich viel Geld sparen.

FrankfurtDer kommende Donnerstag ist für deutsche Verbraucher der Tag der Wahrheit. Dann nämlich wird die Höhe der Ökostrom-Umlage – auch EEG-Umlage genannt – bekanntgegeben. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) rechnet laut einer aktuellen Prognose damit, dass die Umlage im kommenden Jahr von derzeit 6,17 Cent auf 6,39 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Das wäre ein neuer Rekordwert und dürfte auch zu höheren Kosten für die Verbraucher führen.

Doch Preiserhöhungen müssen Kunden nicht einfach hinnehmen, sie können vergleichsweise einfach zu einem anderen Anbieter wechseln. Wer noch einen Grundversorgungsvertrag hat, kann diesen jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen kündigen – und das sogar auf den Tag genau und nicht etwa erst zum Monatsende. Wer in eine neue Immobilie einzieht, wird zunächst automatisch vom örtlichen Grundversorger mit Strom beliefert, meist sind das die Stadtwerke oder ein großes Verbundunternehmen wie etwa RWE, Eon oder EnBW. Grundversorgungstarife sind aber meist teurer als Sonderkundentarife.

Bei dieser Konstellation ist der Wechsel jedoch besonders komfortabel. Wer sich für einen neuen Versorger entschieden hat, schickt diesem das ausgefüllte Vertragsformular sowie eine Vollmacht zur Kündigung des Altvertrages. Der neue Anbieter regelt dann alles Weitere. Sollte mit der Anmeldung beim neuen Versorger doch mal etwas schiefgehen, muss der Kunde keine Angst haben, plötzlich im Dunkeln zu stehen. Wenn sein vertraglich vereinbarter Anbieter ausfällt, springt automatisch der Grundversorger ein – zum örtlichen Grundpreis.

Wer bereits einen Sondervertrag abgeschlossen hat, hat darin meist auch eine längere Kündigungsfrist vereinbart. Um sicherzugehen, dass die Kündigung fristgerecht eingeht, sollte sie in diesem Fall besser selbst eingereicht werden, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Anschließend kann dann ein neuer Versorger gesucht werden.

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Vertrag prüfen

Zuerst sollten Verbraucher in ihrem laufenden Vertrag prüfen, zu welchem Zeitpunkt sie diesen kündigen können.

Stromverbrauch ermitteln

In der letzten Jahresabrechnung können Kunden ihren jährlichen Stromverbrauch ablesen.

Preise vergleichen

In Vergleichsrechnern wie Verivox und Check24 können Nutzer ihren jährlichen Stromverbrauch und ihre Postleitzahl eingeben. Der Rechner ermittelt dann die günstigsten Preise. Verbraucherschützer empfehlen zudem, mehrere Rechner für die Tarifsuche zu nutzen.

Vertragsunterlagen anfordern

Direkt über den Tarifrechner oder über die Website des Versorgers können Kunden die Vertragsunterlagen anfordern.

Unterlagen prüfen

Die Vertragsunterlagen sollten Verbraucher sorgfältig prüfen und anschließend an den neuen Versorger zurücksenden. Oder sie schließen den Vertrag per E-Mail oder im Internet ab.

Vollmacht zur Kündigung

Mit den Vertragsunterlagen kann der Kunde seinem neuen Versorger auch eine Vollmacht zur Kündigung des Liefervertrags mit dem bisherigen Versorger geben.

Neuer Versorger wird tätig

Der neue Versorger regelt mit dem bisherigen den notwendigen Datenaustausch und organisiert gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber die Zählerablesung, und meldet den Verbraucher dort als seinen Kunden an.

Schriftliche Bestätigung

Vom neuen Anbieter bekommt der Kunde schriftlich oder per E-Mail eine Bestätigung über Vertragsabschluss und Lieferbeginn. Verbraucherschützer raten jedoch, den Zählerstand am Wechseltag selbst zu notieren und an ihren örtlichen Netzbetreiber zu schicken.

Post vom alten Versorger

Der bisherige Versorger schickt dem Verbraucher eine Schlussrechnung über den bis zum Wechselzeitpunkt angefallenen Verbrauch. In der Regel kommt diese Rechnung innerhalb von vier bis sechs Wochen.

Dabei sollten Verbraucher die Angebote gut vergleichen. Der Strommarkt ist hart umkämpft und Billiganbieter haben zahlreiche Tricks parat, um ihre Tarife günstiger erscheinen zu lassen. Sie ködern beispielsweise mit Bonuszahlungen, durch die der Tarif im ersten Vertragsjahr günstig ist, ab dem dreizehnten Monat aber sehr teuer wird. Verbraucherschützer warnen grundsätzlich davor, Verträge mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr abzuschließen.

Bei der Suche nach einem günstigen Tarif helfen Vergleichsrechner – wie etwa der Strom-Vergleich auf Handelsblatt Online.

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