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03.07.2013

13:49 Uhr

Telekom-Börsengang

Kein Schadenersatz für Kleinaktionäre

Eine weitere Niederlage für T-Aktionäre. 150 Kleinaktionäre forderten von der Telekom Schadensersatz wegen der enormen Kursverluste der Aktie. Doch das Oberlandesgericht sah keine Prospektfehler.

Telekom-Aktie: Das Wertpapier sollte zur Volksaktie werden, wurde aber zum großen Flop. dpa

Telekom-Aktie: Das Wertpapier sollte zur Volksaktie werden, wurde aber zum großen Flop.

Frankfurt/MainErneut sind enttäuschte Kleinanleger mit ihren Klagen gegen einen Börsengang der Deutschen Telekom AG vorläufig gescheitert. Wie bereits in dem weit größeren Vorläuferprozess hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Mittwoch auch die Musterklage gegen den zweiten Börsengang des früheren Staatsunternehmens im Jahr 1999 abgeschmettert. Der 23. Zivilsenat konnte in dem Börsenprospekt keine Fehler entdecken.

Auch die umstrittene teilweise Gruppenbewertung der rund 12.000 Telekom-Immobilien in der Eröffnungsbilanz bezeichneten die Richter als rechtmäßig. Die Immobilien waren später deutlich niedriger bewertet worden. Das OLG geht von einem Schätzfehler von etwa zwölf Prozent aus, was absolut im legalen Rahmen für Gutachten liege.

Der Telekom-Prozess in Zahlen

Kläger

Die Telekom hatte nach eigenen Angaben zum Prozessauftakt beim OLG 2770 Klagen von zusammen 17.031 Klägern erhalten.

Streitwert

Der Streitwert lag 2008 bei 91,5 Millionen Euro.

Zurückgenommene Klagen

Von den ursprünglich 17.031 Klägern haben 933 ihre Klagen im Streitwert von 12,7 Millionen Euro zurückgenommen.

Zu Prozessbeginn

Bei Beginn des Prozesses standen hinter der Musterklage 16.098 Kläger in 2603 Verfahren mit einem Gesamtstreitwert von 78,9 Millionen Euro. Sie werden von rund 800 Anwaltskanzleien vertreten. Den Musterkläger vertritt die Tübinger Kanzlei Tilp. Es handelt sich um einen Pensionär aus Schwaben, der rund 1,2 Millionen Euro verloren hat.

Güteanträge

Zu den Klägern hinter der Musterklage kommt später eine unbekannte Zahl Klagen aus den gut 15.000 Güteanträgen, die Anleger bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle (ÖRA) der Hansestadt Hamburg eingereicht hatten, um der Verjährung ihrer Ansprüche zuvorzukommen.

Verluste der Aktionäre

In der Masse der Fälle geht es um Summen von rund 3.500 Euro, einzelne Anleger haben aber auch mehr als 60.000 Euro verloren.

Die rund 150 Kläger hatten sich 1999 mit T-Aktien eingedeckt und später heftige Kursverluste erlitten. Sie verlangen rund 10 Millionen Euro Schadensersatz, weil sie sich vom Börsenprospekt getäuscht fühlten. In dem Vorläuferprozess um den dritten Börsengang aus dem Jahr 2000 geht es sogar um 80 Millionen Euro Schaden.

Kommentare (4)

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mon_yburns@central.banktunnel.eu

03.07.2013, 13:12 Uhr

Jeder Anbieter braucht eigene Kabel die verbuddelt werden müssen. Das ist ja der Sinn Paktevermittelnder Netze wie dem Internet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network

RumpelstilzchenA

03.07.2013, 13:22 Uhr

Gewinnen wollen alle, verlieren will keiner. Kleinaktionäre wollen immer gewinnen. Auch mit dem Kopf durch die Wand.
Aua, jetzt gab es eine Beule.

th235

03.07.2013, 17:20 Uhr

@zu Rumpelstilzchen
Deiner Argumentation kann man nicht Folgen. Auch die Banken sind oder wollen immer die Gewinner sein. Dort herrscht die größte Abzocke. Wer hat denn die Kurde nach oben "gedreht" beim Börsengang, doch nicht die Kleinanleger. Die sind regelrecht verarscht worden. Dazu kommt noch die Pointe von Manfred Krug dazu. Denn bei hohen Aktienkursen steigen auch die Provisionen der Konsortialbanken, die am Börsengang gut verdient haben. Je höher der Kurs umso besser die Provisionen. Das ist doch der Punkt und zum Schluss sollte man der sogenannten unabhängigen Rechtsprechung in Deutschland die Glaubwürdigkeit absprechen. Denn die unabhängigen Richter sind das faulste Pack. Ein Beispiel aus Rastatt, wo Richter Tennis spielen und neben an sitzt eine Steuerberaterkanzlei mit Blick auf die Tennisanlage. Na dann zu, zu der . . .

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