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11.03.2012

14:23 Uhr

Testament und Erbe

Wie Vermögende ihr Geld vor dem Staat retten

VonJens Hagen

Viele wohlhabende Familien schlägt aktuell die Schuldenkrise in ihren Bann. Was passiert, wenn der klamme Staat sich an dem Vermögen vergreift? Wie Reiche ihr Geld in Sicherheit bringen und ihre Erbschaft regeln..

Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler: Vermögende fürchten sich vor steigenden Steuern und Abgaben. dpa

Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler: Vermögende fürchten sich vor steigenden Steuern und Abgaben.

Die europäische Idee gibt es nicht zum Nulltarif. Deutschland beteiligt sich mit knapp 73 Milliarden Euro an den Hilfspaketen für Griechenland, Portugal und Irland. Dazu kommen Ausfallrisiken in Höhe von bis zu 211 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsschirm und unkalkulierbare Milliardenbeteiligungen bei möglichen Anleiheausfällen über die Europäische Zentralbank. Schon jetzt kalkuliert der Bund der Steuerzahler die Schuld von Bund und Länder auf mehr als zwei Billionen Euro.

Viele Wohlhabende registrieren solche Zahlen mit Argwohn. Sie denken vor allem daran, dass der Finanzbedarf des Staates in Zukunft wachsen dürfte. „Die Politik hat verschiedene Instrumente in ihrem Folterkasten“, sagt der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach. Bei einer Eskalation der Schuldenkrise könnte der Gesetzgeber Großanleger verpflichten, einen bestimmten Anteil Staatsanleihen zu halten. Investitionen in Immobilien, Aktien oder Gold könnten beschränkt werden. Kurzfristige Erträge brächten dem klammen Staat aber vor allem Sondersteuern, etwa für hohe Vermögen oder Erbschaften.

Wenn die Reichen bei einer Finanzkrise des Staates zur Kasse gebeten werden, dürfte das den Umfragewerten von Regierungsparteien kaum schaden – schließlich gibt es nur rund 800.000 Millionäre in Deutschland. Vor allem eine Erhöhung von Steuern auf hohe Erbschaften ist in Krisenzeiten populär. Fällt doch den reichen Zöglingen ihr Vermögen ohne eigenes Zutun in den Schoß. Und haben nicht gerade Vermögende in Zeiten ausufernder Staatsverschuldung am meisten profitiert?

Aus Angst vor künftigen Repressalien handeln viele Vermögende schon jetzt. „Beliebt sind aktuell etwa Anlageimmobilien in der Schweiz oder den USA“, sagt Heiko Löschen, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Packenius Mademann und Partner. In der Schweiz und Australien steigen die Goldbestände in den heimischen Banktresoren. Vor allem Barren bis zu einem Kilo sind beliebt, weil sie leicht zu verwerten sind. „Manche investieren auch im Silber, die Restriktionen des Goldverkaufs in der Wirtschaftskrise der 30er-Jahre ist vielen noch im Gedächtnis“, sagt Löschen.

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Es gibt nichts, was es nicht gibt. Der Münchner Vermögensverwalter FIVV bietet seinen Kunden beispielsweise eine Rundumbetreuung bei der Eröffnung eines Yuan-Kontos in China an. Ein neuer Rechtsrahmen erlaubt es Ausländern auch ohne festen Wohnsitz in China ein Girokonto zu eröffnen. „Der Yuan dürfte in den nächsten Jahren um durchschnittlich fünf Prozent per annum zulegen“, sagt FIVV-Vorstand Andreas Grünewald und organisiert auf Wunsch Visum, Flug, Hotel und fachkundige Beratung am Bankschalter vor Ort.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.03.2012, 17:36 Uhr

Der beste Weg die Ersparnisse der Bürger zu schützen, besteht darin, umgehend, politisch ein System zu schaffen, welches verhindert, dass ein paar Wenige die Möglichkeit erhalten unser Geld gegen unsere Interessen, zu verschleudern. Momentan legen wir unseren gesamten Wohlstand in die Hände von 650 Abgeordneten, die wir alle 4 Jahre mal wählen dürfen. Betrachtet man die letzten 32 Jahre muss man bedauerlicherweise zu der Einsicht gelangen, dass das Interesse des Volkes immer öfter und rücksichtsloser den Privat-Interessen gewissenloser, regierender Politiker geopfert wurde und wird. Das Volksvermögen wurde in dieser Zeit rücksichtslos -, immer öfter sogar sinnlos, zu Markte getragen. Die Träger des bestehenden politischen Systems haben moralisch und fachlich jämmerlich versagt. Sie sind dabei das System mit einer unbeschreiblichen Ignoranz und Arroganz an die Wand zu fahren, teils aus purem Eigen-Interesse, teils aus völliger fachlicher Inkompetenz; das haben die Ereignisse der letzten Monate eindrucksvoll gezeigt. Nicht nur unser Volksvermögen, auch das unserer Kinder und Kindeskinder wird und wurde völlig verantwortungslos verheizt. Die politischen Instanzen haben sich ihrer Verantwortung entzogen. Sie dienen nicht mehr dem Volke sondern gewissenlosen Dritt-Interessen.
Wir alle, ob Arm oder Reich, ob Arbeiter oder Unternehmer dürfen dieses Versagen des bestehenden politischen Systems so nicht weiter dulden und kritiklos hinnehmen. Wer glaubt er sei durch die Höhe seines Kapitals geschützt und dem Trugschluss unterliegt, er könne das bestehende System mit seinen immer verheerenderen Auswirkungen, auch künftig ignorieren, der irrt gewaltig. Der Fall Schickedanz hat klar gezeigt, dass selbst ein Milliarden-Vermögen innerhalb kürzester Zeit, durch diese Negativ-Auswüchse, vernichtet werden kann.
Die Lösung besteht einzig und allein in einer umfassenden BASIS-DEMOKRATIE mit einer VOLKSABSTIMMUNG als deren Fundament und das besser heute als morgen.

Account gelöscht!

12.03.2012, 00:49 Uhr

sehe ich genauso. Nur was die Volksabstimmungen anbetrifft, bin ich bei solch komplizierten Sachverhalten skeptisch, zumal dann den Medien eine zu große Rolle zukommt. Ich könnte mir dagegen eine gut kontrollierte Expertenregierung (nur für finanzielle Belange) vorstellen.

Eurobolschewist

13.03.2012, 00:15 Uhr

keine Freiheit dem deutschen Volke !, diese ganzen Verordnungen wurden nie von der Mehrheit verabschiedet und dienen nur der Beamtenklasse ihre eigenen Löhne zu finanzieren ohne etwas öknomisches zu leisten ! ...

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