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16.07.2013

14:53 Uhr

Testergebnis

Infoblätter zu Zinsanlagen sind oft verwirrend

Der Wille ist zwar da, doch an der Umsetzung hapert es. Kurzinformationen zu Sparbriefen und Festgeldkonten enthalten häufig Fehler und sind für die Kunden nur schwer zu verstehen - so das Ergebnis von Finanztest.

Das Geld in den Sparstrumpf zu stecken, ist keine Lösung. dpa

Das Geld in den Sparstrumpf zu stecken, ist keine Lösung.

Berlin/DüsseldorfInfoblätter von Banken zu Geldanlagen mit festen Zinssätzen sind nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest für die Kunden oft verwirrend. Auf vielen dieser Erklärseiten habe sogar der aktuell gültige Zinssatz gefehlt, berichtete das Magazin „Finanztest“ in seiner August-Ausgabe. Bei Produkten mit unterschiedlichen Zinssätzen innerhalb der Laufzeit sei auch nicht immer die Gesamtrendite genannt worden, monierten die Tester. Von 34 Infoblättern über Zinsanlagen erhielten vier das Qualitätsurteil „gut“, 14 die Note „befriedigend“, 13 wurden als „ausreichend“ eingestuft und 3 als „mangelhaft“.

Seit Juli 2011 sind Produktionsformationsblätter bei Anlageformen wie Aktien, Anleihen, Zertifikate oder entsprechenden Fonds gesetzlich vorgeschrieben. Das Blatt darf höchstens drei Din-A4-Seiten umfassen und muss ohne Lektüre weiterer Dokumente allgemein verständlich sein. Damit sollen es Verbraucher leichter haben, Angebote zu vergleichen und auszuwählen. Für Zinsanlagen gibt es diese Vorschrift nicht.

Die Top- und Flop-Infoblätter

ING-Diba

In der Kategorie „Einmaleinlagen“ wurde das Informationsblatt der ING-Diba zum Sparbrief am besten bewertet. Qualitätsurteil: gut (2,4)

Quelle: Finanztest

Volkswagen Bank Direct

Auf Platz zwei landeten die Informationen zum Plus Sparbrief der Volkswagen Bank Direct. Qualitätsurteil: gut (2,4)

Netbank

Platz drei erreichte die Netbank mit ihren Informationen zum Sparbrief. Qualitätsurteil: gut (2,5)

Postbank

Am anderen Ende der Rangliste belegten die Informationen zum Produkt Kapital Plus Direkt von der Postbank den drittletzten Platz. Qualitätsurteil: ausreichend (3,9)

Targobank

Das zweitschlechteste Informationsblatt stammte von der Targobank zum Produkt Festgeld. Qualitätsurteil: ausreichend (4,1)

Hypovereinsbank

Die schlechteste Bewertung bekam das Informationsblatt der Hypovereinsbank zum PlusSparen (fest). Qualitätsurteil: mangelhaft (4,6)

Wie die Stiftung Warentest fordert auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV), dies nachzuholen. „Produktinformationsblätter sind eine wichtige Orientierungshilfe für Verbraucher. Sie müssen Pflicht sein und standardisierte, klare Informationen liefern“, sagte die VZBV-Finanzexpertin Dorothea Mohn. Etwa 40 Prozent des Geldvermögens sparen deutsche Verbraucher mit Zinsprodukten. „Es ist ein Skandal, wenn sie keine ausreichenden oder exakten Informationen erhalten, die sie vor Fehlentscheidungen schützen könnten“, so Mohn.

Um ein Angebot beurteilen zu können, muss der Kunde nach Ansicht der Warentester auch wissen, wie die Zinsen gutgeschrieben und steuerlich behandelt werden. Viele Infoblätter enthielten keine präzisen Informationen, ob die Zinsen jährlich auf ein anderes Konto überwiesen oder der Sparanlage gutgeschrieben und dann mitverzinst würden. Nur wenige beantworteten die Frage überzeugend, unter welchen Bedingungen es möglich ist, aus einem Festzinsvertrag auszusteigen.

Im Test hatten etwa ein Drittel der untersuchten Banken freiwillig Informationsblätter zusammengestellt. Die gute Idee scheitere jedoch an der praktischen Umsetzung, so das Ergebnis von Finanztest.

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