Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2012

08:42 Uhr

Teure Energie

Stromversorger bitten zur Kasse

Die Verbraucher bekommen die Energiewende erstmals zu spüren: Die Stromversorger in Deutschland werden ihre Preise auf breiter Front erhöhen. Wie stark die Preise steigen und warum der Staat kräftig mitkassiert.

Ab 2013 erhöhen viele Anbieter ihre Strompreise. dpa

Ab 2013 erhöhen viele Anbieter ihre Strompreise.

KölnEs steht bereits seit Monaten fest - die Strompreise in Deutschland werden zum 1. Januar deutlich steigen. Diesmal ist es nicht nur eine Minderheit der rund 1000 Anbieter in Deutschland, die die Stromkunden zur Kasse bitten: Von Stadtwerken bis zu den Regionalversorgern und den Energieriesen, von Discountern bis hin zu den Ökostromanbietern.

Viele wollen oder müssen die gestiegenen Kosten durch die höhere EEG-Umlage und Netzentgelte sowie andere Abgaben ganz oder teilweise auf die Endkunden abwälzen, um ihre Renditen zu sichern. „Bei den Margen kommt praktisch keiner an einer Erhöhung vorbei“, ist sich Ralph Kampwirth vom Ökostromanbieter Lichtblick sicher.

Nach Berechnungen der Internetvergleichsportale Verivox, Toptarif und Check24 hatten bis zum Freitagabend knapp 400 Unternehmen Preisanpassungen angekündigt - darunter Vattenfall, EnBW (zum 1. Februar), EWE, Mainova oder auch der RWE-Discounter Eprimo.

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Vertrag prüfen

Zuerst sollten Verbraucher in ihrem laufenden Vertrag prüfen, zu welchem Zeitpunkt sie diesen kündigen können.

Stromverbrauch ermitteln

In der letzten Jahresabrechnung können Kunden ihren jährlichen Stromverbrauch ablesen.

Preise vergleichen

In Vergleichsrechnern wie Verivox und Check24 können Nutzer ihren jährlichen Stromverbrauch und ihre Postleitzahl eingeben. Der Rechner ermittelt dann die günstigsten Preise. Verbraucherschützer empfehlen zudem, mehrere Rechner für die Tarifsuche zu nutzen.

Vertragsunterlagen anfordern

Direkt über den Tarifrechner oder über die Website des Versorgers können Kunden die Vertragsunterlagen anfordern.

Unterlagen prüfen

Die Vertragsunterlagen sollten Verbraucher sorgfältig prüfen und anschließend an den neuen Versorger zurücksenden. Oder sie schließen den Vertrag per E-Mail oder im Internet ab.

Vollmacht zur Kündigung

Mit den Vertragsunterlagen kann der Kunde seinem neuen Versorger auch eine Vollmacht zur Kündigung des Liefervertrags mit dem bisherigen Versorger geben.

Neuer Versorger wird tätig

Der neue Versorger regelt mit dem bisherigen den notwendigen Datenaustausch und organisiert gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber die Zählerablesung, und meldet den Verbraucher dort als seinen Kunden an.

Schriftliche Bestätigung

Vom neuen Anbieter bekommt der Kunde schriftlich oder per E-Mail eine Bestätigung über Vertragsabschluss und Lieferbeginn. Verbraucherschützer raten jedoch, den Zählerstand am Wechseltag selbst zu notieren und an ihren örtlichen Netzbetreiber zu schicken.

Post vom alten Versorger

Der bisherige Versorger schickt dem Verbraucher eine Schlussrechnung über den bis zum Wechselzeitpunkt angefallenen Verbrauch. In der Regel kommt diese Rechnung innerhalb von vier bis sechs Wochen.

Betroffen seien mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland, sagt Dagmar Ginzel von Verivox. Spätestens bis zum Dienstag (20.11.) müssen die Versorger ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren, damit die Anpassungen zum 1. Januar wirksam werden können. Daniel Dodt von Toptarif geht davon aus, dass es am Ende mehr als 500 Versorger sein werden.

Im Schnitt liegen die Aufschläge bei rund 11,7 Prozent. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden errechnen sich daraus zusätzliche Belastungen in einer Größenordnung von rund 125 Euro. Dabei erreichen die Aufschläge bis zu 20 Prozent in der Spitze.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.11.2012, 09:10 Uhr

Die Strompreise steigen wieder, ist ans sich nichts neues. Machen sie seit Jahrzehnten.
Neu ist daß die Verbraucher dank Lobbyarbeit nun auch Golfplätze und notorische Energieverschwender subventionieren. Ebenso werden Unternehmen für ihre Unfähigkeit entschädigt, vorhandenen Windparks NICHT anzuschließen.

Und so kommt es, daß trotz niedrigster Erzeugerpreise dank erneuerbarer Energie und damit verundener steigender Exporte ins Ausland die Kleinverbraucher die Klientel der Regierung subventionieren!

Vicario

19.11.2012, 09:12 Uhr

Zitat : Die Politik habe die Bevölkerung über den wahren Preis der Energiewende im Dunkeln gelassen.

Nicht nur das. Demagogen wie Trittin erzählen der Bevölkerung über die Staatsmedien ( ARD/ZDF ) auch Märchen von EEG-befreiten Golfplätzen und Rechenzentren, die schuld an der Preistreiberei sind...?!!
Deutschland kann sich weder die erneuerbaren Energien leiten, noch Utopisten wie die Grünen und Konsorten. Und wer glaubt, dass er sich diese Energiepolitik leisten kann, der soll auch sein Geldbeutel entsprechend strapazieren !

Und wer sein Land nicht ins Unglück stürzen lassen will, der gibt bei der Wahl nächstes Jahr dem Nomenklatura-Gesocks eine Abfuhr !

Wahl 13 : Zur Wahl gehen, Initiative zeigen ! Stimme nicht abgeben, sondern einsetzen und protestieren ! Nicht in die Urne (weg) werfen für korrupte, pseudodemokratische Blockparteien CDU,SPD,FDP,GRÜNE,LINKE ! Alles andere ist besser und wählbar ! Wer nicht wählt oder ungültig wählt, der wählt die Nomenklatura ! Zur Auswahl werden stehen : Die Partei, die Anti - € - Partei, die Anti - EU-Partei, Freie Bürger Union, die Republikaner, die Piraten, die Freiheit, Freie Union, die Freien Wähler, usw. Diesen Parteien muss man über 5 % helfen um die Nomenklatura abzulösen !

vandale

19.11.2012, 09:24 Uhr

Die wesentlichen Gründe dass Strom in Deutschland ein Vielfaches teurer ist als beispielsweise in den USA und vielen anderen Ländern ist der Ökoglaube.

Dieser Glaube predigt eine asketische, energiearme Gesellschaft.

Das führt dann dazu, dass der Staat ohne Proteste enorme Steuern auf den Strom, Konzessionsabgaben, Stadtwerke finanzieren diverse politische Geistesblitze zulasten der Stromkunden, Ökosteuern, etc. finanzieren. Ca. 40% des Haushaltsstrompreises sind staatliche Abgaben.

Gem. (öko)religiöser Visionen soll Strom mittels im Mittelalter bekannter Methoden, Wind, der Verbrennung von Lebensmitteln, etc. hergestellt werden. In der Konsequenz wird der als Zufallsstrom wertlose Strom aus Windmühlen und Solarzellen mit 20 Mrd. €/a vergütet. Hinzu kommen Investitionen in Netze die aufgrund solcher unstetiger Quellen um ein Vielfaches überdimensioniert werden müssen. Es entstehen jährlich weitere Kosten in 2-stelliger Milliardenhöhe.

Die pösen Konzerne hatten in der Vergangenheit, vor der energiewende, prächtig in diesem Umfeld verdient. Mit der entschädigungslosen Enteignung der Kernkraftwerke und der immer schlechter werdenden Auslastung moderner Grosskraftwerke werden diese in Zukunft an die Rentabilitätsgrenze kommen.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×