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03.04.2014

17:40 Uhr

Tool der Woche

Was steuerlich auf Erben zukommt

Häufig setzt das Finanzamt den Wert von Immobilien bei Erbschaften zu hoch ein. Doch Betroffene müssen das nicht hinnehmen und können ein Gegengutachten vorlegen.

Bei Erbschaften verdient auch der Fiskus mit. Erben von Immobilien sollten den vom Finanzamt ermittelten Wert hinterfragen. dpa

Bei Erbschaften verdient auch der Fiskus mit. Erben von Immobilien sollten den vom Finanzamt ermittelten Wert hinterfragen.

Der Immobilienboom führt zu einem regelrechten Ausverkauf von Wohnungen und Häusern in Top-Lagen deutscher Großstädte. Die Preise für Immobilien klettern in die Höhe. Ein Thema, das auch viele Erben beschäftigt.

Denn in den kommenden Jahren wird in Deutschland so viel Betongeld vererbt wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Künftig werden in zwei von drei Erbschaften Häuser, Grundstücke oder Wohnungen enthalten sein.

Finanzamt ermittelt Wert

Welcher Wert dabei zugrunde gelegt wird, ist Sache des Fiskus: „Das Finanzamt verwendet ein vereinfachtes Verfahren, das unter Fachleuten sehr umstritten ist“, sagt Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout 24 sowie öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. „Denn häufig liegt der ermittelte Wert deutlich höher über dem Marktpreis“, erklärt Kiefer. Das hätte eine zu hohe Erbschaftssteuer zur Konsequenz.

Die attraktivsten Immobilienmärkte Europas

Die Umfrage

Wie attraktiv sind die Immobilienmärkte Europas - das hat die Unternehmensberatung Ernst & Young 500 Investoren gefragt, die in den vergangenen Jahren auf ihrem nationalen Markt aktiv waren. Dabei sind folgende Ergebnisse herausgekommen:

Platz 1

Polen

Deutschlands östlicher Nachbar bietet der Umfrage zufolge den attraktivsten Standort für Immobilieninvestments. 67 Prozent der Befragten hielten Polens Immobilienmarkt für attraktiv, 33 Prozent gar für sehr attraktiv. Im Europäischen Vergleich sieht die Situation ähnlich aus: 85 Prozent der Befragten fanden beurteilten den Standort als gut oder sehr gut.

Platz 2

Deutschland

Auch Deutschland scheint Immobilienanlegern ein guter Standort zu sein. 67 Prozent der Befragten hielten den Immobilienmarkt hierzulande für attraktiv, nur ein Prozent gab sich skeptisch. Im Europäischen Vergleich hielten 59 Prozent der Befragten Deutschland für besonders attraktiv für Immobilienanlage.

Platz 3

Großbritannien

96 Prozent der Anleger beurteilten Immobilieninvestments auf der britischen Insel als attraktiv oder als sehr attraktiv. Auch im europäischen Vergleich war die Mehrheit dieser Meinung - lediglich zwei Prozent hielten den Markt für weniger lukrativ.

Platz 4

Schweden

30 Prozent der Befragten hielten Immobilieninvestments in Schweden für sehr attraktiv, weitere 65 Prozent zumindest für lohnend. Im Europäischen Vergleich schneidet das skandinavische Land weniger gut ab: Dort halten immerhin zehn Prozent der Befragten es für einen unattraktiven Standort.

Platz 5

Österreich

94 Prozent der Anleger hielten Investments auf dem österreichischen Immobilienmarkt für attraktiv oder sehr attraktiv, so die EY-Umfrage. Im europäischen Vergleich waren es 97 Prozent.

Platz 6

Russland

Rund ein Drittel der Befragten fand, dass sich das Investieren in den russischen Immobilienmarkt lohne. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern scheint das Land jedoch weniger attraktiv zu sein, lediglich 16 Prozent der Befragten fanden, dass sich auch im Europa-Vergleich Russland-Investments besonders lohnen.

Platz 7

Spanien

Für kein anderes Land in der Umfrage sind so viele Investoren der Meinung, dass sich Immobilienkauf lohne, wie für Spanien. 49 Prozent beurteilen den Standort als sehr attraktiv, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind 47 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Platz 8

Luxemburg

Luxemburg beurteilen 35 Prozent der Befragten als besonders attraktiv, weitere 47 Prozent als attraktiv. Im Europavergleich sehen die Zahlen ähnlich aus: 92 Prozent finden den Standort sehr gut oder gut.

Platz 9

Türkei

Gerade im europäischen Vergleich schneidet die Türkei bei Immobilieninvestoren gut ab. 55 Prozent beurteilen den Markt als besonders attraktiv. Für sich genommen, beurteilen 45 Prozent den Markt als besonders gut. Rund ein Fünftel findet allerdings, dass sich das Investieren in die Türkei weniger lohnt.

Platz 10

Schweiz

Deutlich skeptischer blicken Investoren auf den Schweizer Markt. 20 Prozent halten ihn für sich genommen für wenig attraktiv, im Vergleich zu anderen EU-Staaten gar 30 Prozent. Zugleich sind 35 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich Investments in die Schweiz lohnen.

Platz 11

Belgien

Über die Hälfte (54 Prozent) der befragten Investoren findet den belgischen Immobilienmarkt attraktiv, im Europavergleich 58 Prozent. Für besonders attraktiv halten den Markt ein Viertel der Befragten (Europavergleich: 21 Prozent).

Platz 12

Niederlande

Für nicht besonders attraktiv halten 33 Prozent der Befragten den niederländischen Immobilienmarkt - sowohl für sich genommen, als auch im Europavergleich. Immerhin: Über die Hälfte sind der Meinung, dass sich das Anlegen in dortige Häuser und Wohnungen lohne.

Platz 13

Ukraine

Wenn es um den Vergleich zu anderen Ländern Europas geht, ist die Ukraine für die Befragten das schlechteste Land. 44 Prozent halten es für weniger attraktiv. Für sich genommen steht die Ukraine aber gar nicht so schlecht da: Immerhin sind 57 Prozent der Immobilieninvestoren der Meinung, Anlegen würde sich in diesem Land lohnen.

Platz 14

Italien

61 Prozent der Befragten halten den italienischen Immobilienmarkt für attraktiv oder se, 39 Prozent sind der gegenteiligen Meinung. Im Europavergleich steht Italien weniger schlecht da: Dort finden 27 Prozent der Investoren, dass sich der Markt besonders lohne.

Platz 15

Frankreich

Das Schlusslicht im EY-Rating ist Frankreich. 40 Prozent der Investoren halten den Markt für sich genommen für unattraktiv. Im Europavergleich sinkt diese Zahl allerdings auf 18 Prozent.

Doch Betroffene brauchen das nicht hinnehmen. „Mit einem qualifizierten Gutachten können Erben den wahren Wert nachweisen und auch eine Korrektur der Steuerlast beantragen“, betont Kiefer. Wenn dieses Gutachten formal richtig ist und von einem öffentlich bestellten und vereidigten oder anerkannt zertifizierten Gutachter erstellt worden ist, wird der niedrigere Wert vom Finanzamt im Regelfall auch akzeptiert.

Erben misstrauen dem Finanzamt

Immerhin haben 65 Prozent der zukünftigen Erben Bedenken, dass der vom Finanzamt ermittelte Wert der Immobilie zu hoch angesetzt wird, wie eine Umfrage von Immobilienscout 24 zeigt. Das führt dazu, dass jeder Zweite, der eine Immobilie geerbt hat, den vom Finanzamt ermittelten Wert durch einen eigenen Gutachter überprüfen lässt.

Zwar trägt die Kosten für den Sachverständigen der Steuerpflichtige, doch das kann sich schnell rechnen. Außerdem kann dieser Aufwand bei der Erbschaftssteuer geltend gemacht werden: Er mindert dann die zu versteuernde Summe.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.04.2014, 17:47 Uhr

Ein Gegengutachten ? Trifft wohl nicht so ganz den Punkt des Problems.
Das Problem ist ein korrupter "Staat" welcher den Bürger ausraubt und betrügt statt ihn zu vertreten...
Aber die Menschen sind ja wohl zufrieden mit ihren Volksver"TRETERN"
So oft wie sie getreten werden und doch nicht aufwachen...... unglaublich !

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