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31.08.2013

16:32 Uhr

Transparenzstelle

Tankstellen müssen jetzt Preisdaten liefern

Nach monatelangen Vorbereitungen soll die Preismeldestelle für Benzin und Diesel bald an den Start gehen. Für die Tankstellen wird es schon an diesem Wochenende ernst. Was die neue Transparenz bringt, ist umstritten.

Aktuelle Spritpreise in Echtzeit per App aufs Smartphone: Das gibt es schon; die neue Meldestelle soll die Datenbasis noch präziser machen. dpa

Aktuelle Spritpreise in Echtzeit per App aufs Smartphone: Das gibt es schon; die neue Meldestelle soll die Datenbasis noch präziser machen.

BonnVor zwei Wochen hatten sich 13 000 der rund 14 500 Tankstellen in Deutschland mit ihren Geodaten und Öffnungszeiten bei der Markt-Transparenzstelle angemeldet – damit begann das Ticken der Uhr. Zwei Wochen später, so steht es in der Verordnung, beginnt die Lieferpflicht der Tankstellen für ihre Daten.

Der Autofahrer hat davon erstmal noch nichts. Noch im Sommer, so ist die offizielle Sprachregelung des Bundeskartellamtes, soll die Stelle dann offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Also in den nächsten drei Wochen, dann beginnt der Herbst. Die Autofahrer können dann künftig die Benzin- und Dieselpreise der Tankstellen ohne Zeitverzug über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte abrufen und vergleichen.

Der Bundestag hatte die Markt-Transparenzstelle für Kraftstoffe im vergangenen Jahr per Gesetz beschlossen, um den Informationsstand der Autofahrer zu verbessern und die Spritpreise zu stabilisieren. Benzin- und Dieselpreise konnten bislang schon im Internet oder per Smartphone-App abgerufen werden. Doch die Daten waren nicht immer zuverlässig.

Mit der Markt-Transparenzstelle erhalten die Autofahrer quasi amtliche Angaben, die von den Tankstellen auf einer gesetzlichen Grundlage geliefert werden müssen. Eine staatliche Preiskontrolle ist damit nicht verbunden. Die Daten werden privaten Anbietern von Apps und Navigationssystemen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Produkten weiterverbreiten.

Möglicherweise werden die Daten zu Beginn nur auf Webseiten im Internet abrufbar sein, weil die Apps für mobile Telefone zunächst geprüft und zertifiziert werden müssen. Ob die Apps gratis oder gegen einen Geldbetrag abgegeben werden, entscheidet der Anbieter. Bislang sollen sich fünf Verbraucher-Informationsdienste an den Tests beteiligen, darunter der ADAC und clever-tanken.de.

Über die Auswirkungen der erhöhten Markttransparenz sind sich Experten nicht einig, da keine vergleichbaren Erfahrungen vorliegen. Es gibt verschiedene Szenarien. Das Auf und Ab der Preise, das sich seit Jahren immer mehr beschleunigt hat, könnte einerseits einem stabileren Preisgefüge auf etwas höherem Niveau Platz machen. Denn nicht nur die Autofahrer, auch die Anbieter verfügen nun über vollständige Markttransparenz. Es wäre aber auch denkbar, dass sich der Wettbewerb nochmals verschärft und die Preise noch stärker schwanken.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

31.08.2013, 18:00 Uhr

Na da werden die sich aber fürchten! Und die Ölmultis erst!

Die Benzinpreise werden fallen ohne Ende und seltenst geändert!

Sarkasmus Ende!!!

Wieder ein Beitrag unserer schwarz-geld Chaoten: Viel Geschrei, kein Ergebnis, und nichts für die Bürger erreicht. Dafür vor den Lobbyisten eingeknickt. Warum nicht einfach das machen, was z.B. die Ösis erfolgreich tun?

Account gelöscht!

31.08.2013, 18:47 Uhr

@Fredi:
Was tun denn die Ösis erfolgreich? Den Spritpreis hochhalten, weil die Betreiber einen Risikoaufschlag draufhauen? Das müssen wir natürlich unbedingt haben in Deutschland...

Und natürlich kann die Maßnahme helfen. Man kann dann auch einfach schauen, wo die Preise auf stabil niedrigem Niveau liegen und dann dort tanken fahren.

Wolfsfreund

31.08.2013, 18:54 Uhr

"Und die Ölmultis erst!"
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Die verdienen nicht allzuviel am Sprit. Die nagen nicht gerade am Hungertuch, aber die angeblichen, gigantischen Gewinne sind ein nettes Märchen, um vom tatsächlichen, großen Raffke abzulenken, dem Staat, der sich am Benzin eine goldene Nase verdient, z.B. mit Steuern auf Steuern. Die Diebe sitzen also nicht in den Konzernbüros, sondern in Berlin!
http://de.wikipedia.org/wiki/Motorenbenzin#Steuern_und_Abgaben_in_Deutschland
Die Gesamtmarge der Konzerne liegt m.W. bei 3-4%, ein etwas überdurchschnittlicher, aber noch normaler Gewinn vor Steuern. 57% des Preises an der Tankstelle gehen an den gefräßigen Staat, will sagen, von 1,59 € sind fast 91 ct. Steuern und die eben inkl. der Ungeheuerlichkeit "Steuern auf Steuern".
Man muß nur ein wenig recherchieren und so manches, "was jeder weiß" über "märchenhafte Gewinne" und "gierige Konzerne" entpuppt sich Urban Legend.

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