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15.05.2013

14:08 Uhr

Trojaner-Mails

Vorsicht vor falschen Inkassoschreiben

VonKatharina Schneider

Wer dieser Tage eine Mahnung per E-Mail bekommt, sollte skeptisch sein. Besonders die angehängten Dateien können auf dem heimischen Computer Schaden anrichten. Die Tricks der Internet-Gauner.

Datendiebe spionieren den Computer aus. Reuters

Datendiebe spionieren den Computer aus.

DüsseldorfIm ersten Moment ist man als Verbraucher erschrocken: Im E-Mail-Postfach landet ein Schreiben von „Inkassowww.amazon.de“. Auf die Anrede mit vollem und korrekt geschriebenen Namen folgt: „Leider haben Sie auf unsere Zahlungsforderung bis jetzt weder durch Zahlung noch durch eine Erklärung für das Ausbleiben dieser, reagiert.“ Sollte man in der Hektik des Alltags etwa eine Überweisung vergessen haben?

Nein, denn beim Weiterlesen wird klar: Das muss eine Phishing-Mail handeln muss. In der Höhe des angegebenen Betrags hat der Kunde gar nichts bestellt, es gab zuvor keine Mahnschreiben und man wird aufgefordert einen Anhang im „zip“-Format öffnen. Darin soll sich die Kontonummer befinden, denn „wir schenken Ihnen trotzdem noch eine letzte Chance, Ihre vertragliche Verpflichtung zu erfüllen“.

Sicherheitstipps für PC und Mac

Datensparsamkeit

Nutzer von Internetdiensten sollten sparsam mit Daten umgehen und nur so viel Informationen preisgeben wie nötig. Man kann sich durchaus auch mit einem Anbieter in Verbindung setzen und fragen, warum er unbedingt eine bestimmte Information braucht.

Überlegen Sie sich grundsätzlich, ob es notwendig ist, sich bei einem bestimmten Dienst mit Daten anzumelden. Verlangen Sie von Diensten, die Sie nicht mehr nutzen die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten. Sofern das Unternehmen die Daten – beispielsweise für Abrechnungen – nicht mehr benötigt, ist es dazu verpflichtet, die Daten auf Wunsch zu löschen. Sie können sich dabei auf das Bundesdatenschutzgesetz berufen.

Software-Updates einspielen

Wenn Sicherheitslücken ausgenutzt werden, befinden sich diese heutzutage nur noch selten im Betriebssystem selbst, sondern viel häufiger in installierter Standard-Software wie dem Webbrowser, Adobe Acrobat Reader oder Adobe Flash. Die drei genannten und besonders gefährdeten Anwendungen können selbst aktiv Inhalte ausführen und sind daher für Attacken beliebt. Achten Sie daher darauf, dass nicht nur das Betriebssystem regelmäßig aktualisiert wird, sondern auch Ihr Webbrowser sowie die installierte Standard-Software wie PDF-Betrachter und Flash-Plugin.

Sämtliche installierte Software auf Aktualität und Sicherheitslücken zu prüfen, ist ohne Hilfe natürlich eine Herkulesaufgabe. Zum Glück gibt es die kostenlose Software Secunia Personal Software Inspector (PSI). PSI sucht automatisch nach veralteter Software. Mit dem Menüpunkt „Secure Browsing“ lässt sich außerdem nach veralteten Browser-Erweiterungen suchen. Übrigens sind diese Erweiterungen auch der häufigste Grund für Abstürze von Browsern – weniger ist daher meist mehr.

Anti-Viren-Lösung

Viren und Würmer gefährden die Daten-Sicherheit. Daher sind Präventionsmaßnahmen angeraten. „Viel hilft viel“ ist hier allerdings nicht angesagt, da sich verschiedene Anti-Viren-Scanner gegenseitig stören. Optimal ist daher die Kombination aus drei Schutzarten. Installieren sollte man eine Personal Firewall, die ein- und ausgehende Verbindungen kontrolliert und einen Virenscanner, der mit seinen Virensignaturen bekannte Schädlinge stoppt; außerdem sollte die Schutz-Software heuristische Methoden einsetzen, die auch unbekannte Schädlinge aufgrund des Verhaltens erkennt. Anti-Virus-Lösungen gibt es nicht nur für Windows-Rechner, sondern auch für Macs.

Verhalten

Mac und Windows

Noch wichtiger als ein stets aktueller Virenschutz ist allerdings das Verhalten des Nutzers: Führen Sie keine Dateien aus dubiosen Quellen aus und öffnen Sie keine Anhänge von E-Mails, die Ihnen seltsam vorkommen.

Festplatte verschlüsseln

Mac und Windows

Wenn wichtige geschäftliche oder private Daten in falsche Hände geraten, können große Schäden entstehen. Die Gefahr ist insbesondere bei mobilen Rechnern groß. Von daher ist es ratsam, sensible Daten zu verschlüsseln. Als besonders sicher gilt die kostenlose Software TrueCrypt, die für Windows, Linux und Mac OS X verfügbar ist. Damit können sowohl einzelne Ordner als auch die gesamte Festplatte verschlüsselt werden. Selbst das FBI hat sich an TrueCrypt schön die Zähne ausgebissen: Nach fast einem Jahr musste die US-Behörde die Festplatte eines brasilianischen Bankiers zurückgeben – nach wie vor verschlüsselt. 

Haupteinfallstor E-Mail-Account

Jedem ist bewusst, dass die Nutzerkonten bei Amazon, Ebay oder Paypal durch ein langes und sicheres Passwort geschützt sein sollten. Der beste Schutz dort nützt aber nichts, wenn nicht auch das E-Mail-Konto gut abgesichert ist. Hat sich ein Angreifer Zugang zum Posteingang verschafft, kann er auch ohne großen Aufwand auf alle weiteren Nutzerkonten zugreifen, indem er sich einfach neue Passwörter zuschicken lässt – egal ob bei Ebay oder anderen Services im Web.

Passwörter

Grundsätzlich ratsam ist es, nicht nur sichere Passwörter zu verwenden, sondern auch immer unterschiedliche bei verschiedene Diensten. Mit den einmal geklauten Login-Informationen lassen sich ansonsten Benutzerkonten auf Einkaufs-Websites, bei Reiseanbietern oder anderen Dienstleistern öffnen und widerrechtlich nutzen.

Wie so häufig beim Thema Sicherheit steht dabei jedoch die Bequemlichkeit im Weg: Wie nur soll man sich mehrere Passwörter merken, die auch noch sicher sind – das heißt keine Wörter, die man im Duden findet und möglichst noch mit Sonderzeichen?

Dafür gibt es einen Trick: Statt eines kryptischen Wortes merken Sie sich einfach einen sinnvollen Satz, der für Sie eine Bedeutung hat. Das Passwort besteht dann auf den jeweiligen Anfangsbuchstaben des Satzes – bei Beachtung der Groß- und Kleinschreibung. Ein Beispiel wäre der Satz: Meinen Rechner mache ich mit einem komplizierten Passwort sicher. Als Passwort wird daraus: MRmimekPs – ein Wort, das Sie garantiert in keinem Lexikon finden.

Auf sichere Datenübertragung achten

Wann immer sensible Informationen im Web übertragen werden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um eine verschlüsselte SSL-Verbindung handelt. Das erkennen Sie daran, dass die Webadresse im Adressfeld mit https:// beginn statt http://. Aktuelle Versionen der gängigen Browser Firefox, Internet Explorer, Chrome, Opera und Safari überprüfen dabei automatisch, ob der Anbieter der verschlüsselten Verbindung auch der ist, für den er sich ausgibt. Wichtig ist dabei, die jeweils neueste Version des Browsers zu verwenden. Diese haben einen Phishing-Schutz eingebaut, der die meisten Websites erkennt, die nicht das sind, was sie vorgeben.

Diese Datei sollte der E-Mail-Empfänger jedoch auf keinen Fall öffnen. In dem „zip“-Anhang kann ein gefährlicher Virus lauern, der den Computer ausspähen und Daten an die Betrüger übermitteln kann. Nach Informationen der Verbraucherzentrale NRW kursieren derzeit zahlreiche solche E-Mails mit Bezug auf den Rabatt-Dienst Groupon oder den Online-Versandhändler Amazon.

Auch Mails, die angeblich von Mastercard, Visacard, Paypal oder einer Sparkasse stammen, sind in Umlauf. Hier sei etwa von einer Sperrung des Accounts oder einem eingeschränkten Kontozugriff die Rede. „Die Internet-Halunken wollen stets dazu verleiten, dass auf gefälschten Seiten, die denen der Firmen sehr ähnlich sehen, sensible Daten wie etwa Kontoverbindungen eingegeben werden“, so die Verbraucherschützer.

Kommentare (2)

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General-Investigation

15.05.2013, 17:19 Uhr

Diese Mails kamen in den letzten Wochen und Monat auch schon von anderen "Unternehmen"; der Absender "vinz-junker@web.de" z.B. will angebliche Forderungen in Höhe von 992,68 Euro eintreiben - im Auftrag eines Internetshops "Woodio" - was sich nach Prüfung um einen exklusiven Möbelhersteller handelte.

Die beste war dann vom Absender " claude.raisonnet@wanadoo.fr " , der für die Firma CapsandSocks AG (die nicht einmal eine AG ist)unbezahlte Rechnungen eintreibt.

Das Unternehmen scheint einen recht großen Schaden davon getragen zu haben, denn auf der Seite wird folgendes angezeigt:


Willkommen bei CAPS AND SOX

Ein Hinweis, wenn Sie eine Email mit einer Rechnung erhalten haben
Leider mussten wir feststellen, dass es zur Zeit eine sehr rufschädigende Spamwelle gibt. Dagegen Vorzugehen wird vermutlich sinnlos oder sehr teuer oder sogar beides zusammen.
BITTE LÖSCHEN SIE DIESE EMAIL KOMMENTARLOS
Unser Laden und Webshop heißt CAPS AND SOX (mit X) und wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Spammails.








____

24.08.2013, 16:43 Uhr

Eine dieser Mails erreichte auch mich in den letzten Tagen!
Sie kam ANGEBLICH von der "David Burckhardt Kanzlei", konkret von "werner.claudia@o2online.de".
Als ioch den Namen bei google eingab, wurde nur die Kanzlei "Burkhardt" (ohne "c"!) gefunden. Das wäre doch erstaunlich, wenn ein Angestellter den Namen der eigenen Firma falsch schreiben würde. Daher wird vermutllich der Name dieser Kanzlei missbraucht!
Was mich aber überraschte war zuerst der Betrag, den ich angeblich zu zahlen hatte - zu einem Datum, an dem ich nichts bestellt hatte! Letztendlich waren mir zwar keine Rechstschreibfehler aufgefallen, aber Kommafehler. Auch das hatte mich misstrauisch gestimmt! Man könne doch wohl erwarten, ein Anwalt würde die Kommaregeln beherrschen, auch in einer Mail.
Zum Glück hatte ich den Anhang mit der zip-Datei noch nicht geöffnet! Die Mail kam mir von anfang an seltsam vor. Denn nicht einmal der Auftraggeber dieses Inkassobüros wurde nur ERWÄHNT! All das wäre im Anhang zu finden!
"Vergiss es!"

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