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01.08.2014

17:43 Uhr

Trotz EU-Sanktionen

Deutsches Geld bei russischen Banken sicher

Kunden der VTB, Sberbank oder Denizbank können aufatmen: Ihr Geld sei sicher, beruhigt die Stiftung Warentest deutsche Kunden. Die russischen Direktbanken locken Anleger seit Jahren mit attraktiven Zinsen.

Zentrale der Sberbank-Tochter Denizbank in der Türkei: „Das Geld bei diesen Banken ist sicher“. Reuters

Zentrale der Sberbank-Tochter Denizbank in der Türkei: „Das Geld bei diesen Banken ist sicher“.

BerlinFür deutsche Kunden russischer Direktbanken besteht nach der Verhängung neuer EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts kein Grund zur Sorge. Darauf hat die Stiftung Warentest am Freitag hingewiesen. Die in der EU tätigen Töchter der betroffenen Kreditinstitute seien von den Strafmaßnahmen ausgenommen. Außerdem seien die Gelder der Kunden dort durch die Einlagensicherung der jeweiligen EU-Mitgliedstaaten geschützt. „Das Geld bei diesen Banken ist sicher“, erklärte die Stiftung.

Konkret bezogen sich die Verbraucherschützer auf Kunden der VTB und der Sberbank. Deutsche VTB-Kunden seien rechtlich betrachtet Kunden der österreichischen VTB Direktbank in Wien. Dabei handle es sich um eine eigenständige VTB-Tochter, die auch im Fall von finanziellen Problemen der Muttergesellschaft nicht direkt betroffen wäre und zusätzlich auch der österreichischen Finanzaufsicht und Einlagensicherung unterliege. Gleiches gelte für die Denizbank, der österreichischen Direktbanktochter der Sberbank.

Ebenfalls keine Sorgen müssen sich demnach Kunden der Amsterdam Trade Bank (ATB) machen, bei der es sich um eine ebenfalls auf dem deutschen Markt aktive Tochter der russischen Alfa-Bank-Gruppe handelt. Alfa-Bank ist nicht von den Sanktionen betroffen, da sich diese nur gegen Kreditinstitute richten, die sich überwiegend in Staatsbesitz befinden. Das ist bei ihr nicht der Fall.

Die Auslands-Ableger russischer Kreditinstitute bieten Tagesgeld- und Festgeldkonten zu relativ attraktiven Bedingungen an, was sie für deutsche Sparer angesichts des Niedrigzinsumfelds interessant macht. Die Stiftung Warentest führt diese nach eigenen Angaben „seit Jahren“ auf ihrer Bestenliste für solche Angebote.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Die Stiftung wies ferner darauf hin, dass Sparer mit einem „mulmigen Gefühl“ Tagesgeld jederzeit abziehen könnten. Bei Festgeld sei dies in der Regel nicht der Fall, ergänzte die Organisation. Nur bei der Denizbank bestehe die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung. Diese müsse allerdings mit einem Zinsverzicht und einer Bearbeitungsgebühr von zehn Euro erkauft werden.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

01.08.2014, 19:30 Uhr

Deutsches Geld ist bei russischen Banken sicher, denn sie gehören nicht zur EU. An das Geld kommen die EU-Demokraten nicht ran, also ist es sicher.

Herr Moritz J. Mueller

01.08.2014, 19:32 Uhr

Für diese Aussage sollte Stiftung Warentest haftbar gemacht werden.

Frau Sonja Huber

01.08.2014, 19:36 Uhr

Auf jeden Fall sicherer als bei jeder deutschen Bank.

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