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27.09.2016

18:55 Uhr

Übertragung von Pauschalreisen

BGH lässt Reiseveranstaltern teure Umbuchungen durchgehen

Wer vor dem Urlaub krank wird, kann die Buchung auf andere übertragen. Aber was hilft das, wenn das mehrere Tausend Euro extra kosten soll? Verbraucherschützer hofften auf ein Gerichtsurteil – und wurden enttäuscht.

Zu welchen Konditionen können Pauschaltouristen eine gebuchte Reise an Dritte abtreten? Der BGH hat zwei Streitfälle verhandelt. dpa

Flieger startet in der Abendsonne

Zu welchen Konditionen können Pauschaltouristen eine gebuchte Reise an Dritte abtreten? Der BGH hat zwei Streitfälle verhandelt.

KarlsruheReiseveranstalter dürfen ihren Kunden auch künftig hohe Zusatzkosten in Rechnung stellen, wenn sie deren Pauschalreise auf einen Ersatz-Teilnehmer umbuchen. Zwei Urlauber, die sich gegen diese Praxis gewehrt hatten, scheiterten am Dienstag in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

Die Veranstalter müssen eine solche Übertragung der Reise auf Angehörige oder Bekannte grundsätzlich ermöglichen, wenn zum Beispiel ein Kunde kurz vorher krank wird. Der verhinderte Urlauber hat laut Gesetz aber die „entstehenden Mehrkosten“ zu tragen.

In den beiden Fällen, über die der BGH am Dienstag entschied, ging es um Pauschalreisen nach Dubai beziehungsweise Thailand. Für je zwei Personen wurden 1400 Euro beziehungsweise 2470 Euro bezahlt. Als kurz vor Reiseantritt jeweils ein Teilnehmer erkrankte, wollten Dritte den Reisevertrag übernehmen, was gesetzlich zulässig ist. Die Veranstalter verlangten für die Umschreibungen der Flugtickets jedoch einen Aufpreis von 1500 Euro beziehungsweise 1648 Euro – weil die Airlines ihnen entsprechende Kosten in Rechnung stellen wollten.

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Die hohen Summen kommen zustande, weil auf Linienflügen oft keine Namensänderungen zugelassen sind. Der Reiseveranstalter muss also neu buchen. Verbraucherschützer kritisieren, dass dies die Rechte der Reisenden aushöhle.

Die Karlsruher Richter räumen zwar ein, dass derart hohe Kosten die Übertragung der Reise „wirtschaftlich unattraktiv“ machten. Das rechtfertige es aber nicht, die Mehrkosten den Veranstalter tragen zu lassen. (Az.: X ZR 107/15, X ZR 141/15)

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