Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.09.2011

13:33 Uhr

Umfrage

Anleger unzufrieden mit Finanzberatern

Undurchsichtig, inkompetent, egoistisch: Deutsche Anleger halten nicht viel von ihren Finanzberatern. Besonders groß sind die Defizite ihrer Meinung nach bei den Gebühren - denn der Kunde weiß nicht, wofür er zahlt.

Längst nicht immer herrscht zwischen Kunde und Berater Eintracht - Anleger sind häufig sehr unzufrieden mit ihren Helfern. dpa

Längst nicht immer herrscht zwischen Kunde und Berater Eintracht - Anleger sind häufig sehr unzufrieden mit ihren Helfern.

FrankfurtDeutsche Anleger sind einer Umfrage zufolge unzufrieden mit ihren Finanzberatern. Jeder vierte Anleger ist der Ansicht, dass Berater nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingingen, zeigen die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Sofres.

Demnach denken 30 Prozent der Befragten, dass ihr Berater seine eigenen Interessen vor die der Anleger stellt. Damit ist das Ansehen der Berater in Deutschland etwas schlechter als im europäischen Durchschnitt.

TNS Sofres hat die Umfrage im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity nach 2010 zum zweiten Mal durchgeführt. Dazu hat das Institut vom 12. Juli bis 1. August 2011 rund 12.000 Anleger in 14 europäischen Ländern befragt. Die Teilnehmer waren mindestens 18 Jahre alt und hatten Erfahrung mit Finanzprodukten.

Neben der mangelnden Berücksichtigung der Anlegerbedürfnisse kritisierten die Anleger, dass ihre Berater keine Initiative zeigten, ein zu kleines Produktangebot hätten oder insgesamt schlecht berieten.

Auch die Produktinformationen sind den Anlegern zufolge nach wie vor verbreitet mangelhaft. Schlecht sei vor allem, dass die Produkte je nach Anbieter und Art unterschiedlich erklärt und präsentiert würden. Das erschwere die Vergleichbarkeit. Außerdem seien die Kosten vielfach intransparent und die Info-Broschüren voller Fachbegriffe. Der Umfrage zufolge hat fast jeder zweite Anleger (47 Prozent) Probleme, Produktinformationen zu verstehen. Etwa drei von vier Anlegern (72 Prozent) wünschen sich mehr Informationen zu den Gebühren von Finanzprodukten.

Angesichts ihrer schlechten Erfahrungen will der Großteil der deutschen Anleger nichts für Finanzberatung bezahlen. Aktuell wären nur 35 Prozent dazu bereit, im vergangenen Jahr waren es noch 51 Prozent gewesen. Als Gründe für die mangelnde Bereitschaft nannten die Umfrageteilnehmer vor allem, dass die Berater bereits von ihren Arbeitgebern bezahlt würden oder Kommissionen von den Produktanbietern erhielten. 

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.09.2011, 13:48 Uhr

Wenn das doch alles so schlimm ist - wieso geht "der Kunde" denn dann zum Finanzberater?
Heuzutage kann sich jeder selbst schlau machen - ist aber zu mühsam - außerdem gibt es dann keinen, dem man die Schuld an einem Misserfolg geben kann.
So hat der Kunde immer eine Win/Win Situation.

Account gelöscht!

28.09.2011, 15:24 Uhr

Ich habe genau diese Erfahrung mit der Deutschen Bank machen duerfen, ein gieriger Mistladen, der ihren Kunden ohne Sinn und Verstand Produkte aus Eigeninteresse verkauft. Und natuerlich auch jede Menge versteckte Kosten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×