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26.10.2013

11:27 Uhr

Umfrage

Bundesbürger mit Sepa-System noch nicht vertraut

Mit Beginn des kommenden Jahres ist das neue europäische Zahlungssystem für Unternehmen und Vereine Pflicht. Das wissen auch viele Kunden; erklären können es jedoch die wenigsten. Das hat einen simplen Grund.

Ein Sepa-Überweisungsträger: Eine Mehrheit der Bundesbürger fühlt sich nicht ausreichend informiert. dpa

Ein Sepa-Überweisungsträger: Eine Mehrheit der Bundesbürger fühlt sich nicht ausreichend informiert.

KölnKnapp 100 Tage vor der Sepa-Einführung sind viele Bundesbürger mit dem neuen europäischen Zahlungssystem einer Umfrage zufolge noch nicht richtig vertraut. Zwar kennt die große Mehrheit (84 Prozent) das neue System. Allerdings sehen sich nur 41 Prozent der Befragten in der Lage, anderen zu erklären, was Sepa ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Lediglich 40 Prozent fühlen sich ausreichend informiert, aber nur 12 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie sich selbst nicht genügend vorbereitet haben.

„Man weiß zwar nicht genau worum es geht, wird aber beizeiten schon alles im Griff haben“, erklärte Guido Kiell, YouGov-Experte für die Bankenbranche. Aus seiner Sicht reichen Informationsbriefe der Banken nicht aus. „Wir wissen aus zahlreichen anderen Untersuchungen, dass Informationspost viel zu oft ungelesen im Papierkorb verschwindet.“ Die Banken sollten die Kunden möglichst bei jeder Gelegenheit über Sepa informieren, zum Beispiel bei einem Beratungsgespräch oder am Schalter.

Sepa-Checkliste

Vorbereitungen für die Umstellung

Das Forschungsinstitut Ibi veröffentlicht auf der Internetseite www.sepa-wissen.de eine Checkliste zur Sepa-Einführung. Folgendes sollte nach Ansicht der Forscher erledigt werden.

Sepa-Verantwortlicher

Unternehmen sollten einen Sepa-Verantwortlichen als Ansprechpartner für alle Fragen benennen.

Auslandskonten

Sind die bestehenden Konten bei ausländischen Banken auf längere Sicht noch notwendig? Unternehmen sollten prüfen, ob die Konten nach der Sepa-Umstellung noch gebraucht werden.

Meldepflicht

Trotz Sepa gibt es gemäß der Außenwirtschaftsverordnung weiterhin eine Meldepflicht für grenzüberschreitende ein- und ausgehende Zahlungen.

IT-Systeme prüfen

Unternehmen sollten prüfen, ob ihre IT-Systeme die neuen XML-Formate verarbeiten können, die etwa bei der elektronischen Rechnungsabwicklung gebraucht werden.

Tests

Mit dem Zahlungsdienstleister sollten umfangreiche technische Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass bei den Lastschriften alles glatt läuft.

Unterstützung

Wie können der Software-Lieferant oder die Bank die Sepa-Einführung unterstützen? Das sollten Unternehmen in Erfahrung bringen.

Datenvolumen

Die neuen Sepa-Formate erzeugen deutlich mehr Daten, darauf müssen die IT-Systeme vorbereitet werden.

Verwendungszweck

Der Verwendungszweck hat nur noch 140 statt 378 Stellen. Zudem dürfen mindestens bis zum 4. November 2013 keine Umlaute verwendet werden.

Zuletzt hatte die Bundesbank Alarm geschlagen. Deutschland zählt demnach bei der Umstellung auf das neue Zahlungssystem zu den Schlusslichtern im Euro-Raum. Rund drei Monate vor dem Start am 1. Februar 2014 sei die Nutzung des Systems mit den internationalen Kontonummern IBAN noch besorgniserregend gering, hatte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele am Donnerstag in Frankfurt gesagt. Unternehmen drohten Liquiditätsengpässe und Kosten durch falsch abgewickelte Zahlungen. Vor allem die Vorbereitung kleinerer und mittlerer Firmen bereitet der Notenbank Sorgen.

Vom 1. Februar 2014 an dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Unternehmen und Vereinen nur noch im Sepa-Format verwenden. Für Überweisungen von Verbrauchern gilt eine längere Frist bis 1. Februar 2016.

Von

dpa

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