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01.10.2012

11:05 Uhr

Umstrittenes Sparmodell

Nichts als Ärger mit dem „Goldanlagen-Steuerclou"

VonDonata Riedel

Es klingt so einfach: Man gründet eine Handelsgesellschaft, lässt diese Gold kaufen und deklariert den Kaufpreis in der Steuererklärung als Verlust. Ein lukratives Geschäft. Wären da nicht die Finanzminister der Länder.

Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff. dpa

Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff.

BerlinEs gibt wenig, über das sich Finanzbeamte so ärgern wie jüngst über den Newsletter „Steuertip“ des Verlags Marktintern. Unter der Überschrift „Der Goldanlagen-Steuerclou“ warb dort der Experte Peter Midasch für ein Steuersparmodell, das unter gut verdienenden Managern offenbar immer beliebter wird.

Man gründe eine britische Rohstoff-Handelsgesellschaft, lasse diese Gold kaufen und deklariere den Kaufpreis in der deutschen Steuererklärung als Verlust: Dieser mindert dann das zu versteuernde deutsche Gehalt bis auf null. Wird das Gold aus dem Umlaufvermögen der britischen Limited im Jahr drauf verkauft, fallen Steuern nur auf einen etwaigen Gewinn - durch einen gestiegenen Goldpreis - an. Das Modell „Goldfinger“ funktioniert auch mit jedem anderen Rohstoff.

„Der Goldanlagen-Steuerclou beruht auf einer soliden rechtlichen Grundlage“, schreibt Midasch - und seither bemühen sich die Länder-Finanzministerien, den Gegenbeweis anzutreten: Denn auf 700 Millionen Euro beläuft sich der jährliche Steuerausfall aus diesem Steuersparmodell inzwischen.

Es gilt als interessant für jeden, der jährlich Einkünfte über 500.000 Euro versteuern muss. Besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen wird es nach Beobachtung der Finanzministerien immer beliebter. Im Jahressteuergesetz 2013 will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) es nun stoppen, nachdem der Bundesrat dies vehement in einer Initiative gefordert hat. Der beste Weg werde aber noch geprüft, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

01.10.2012, 13:14 Uhr

Die UK-Gesellschaft muß nur ihr Gold mehrmals im Jahr umschichten (raus und wieder rein in wechselnden Mengen), dann ist sie "aktiv" und kein Steuerkonstrukt. Maßgebend ist ja nur der Goldbestand am Bilanzstichtag, und der läßt sich steuern. Vielleicht fällt dabei sogar noch ein kleiner Handelsgewinn an, wäre ja nett.

Gold_gleich_igitt_und_pfui

01.10.2012, 15:20 Uhr

!!!Niemand hat die Absicht jemals Gold zu besitzen!!!

Selbst dann nicht, wenn es gerade wieder (oh Wunder) neue Höchststände auf Euro-Basis erklimmt (Flash Gordon ich hoffe Du liest das hier jetzt!)

Nein, wir alle bleiben dem HB doch treu und investieren weiterhin in Griechenanleihen oder sichere Immobilienprodukte wie z.B. die von dem netten Herrn Rolf Elgeti! (Klasse-Typ der Rolf)
Und falls von meinem Geld noch etwas übrig bleibt, diversifiziere ich selbstverständlich in Zertifikate und andere Finanzderivate von so zuverlässigen Banken wie der Commerzbank oder der DB, ich bin ja schliesslich ein cleverer Leser des HB.

Ach ja, und bloß die Finger weg von Silber!

...auch wenn es gerade über satt über 35 € die Unze gesprungen ist, denn merkt euch:

"Silber ist nichts anderes als Pennergold"!

Und solche Hartz4-Investments sind unter unserer Handelsblattleserwürde!!!!

Stasi2012

01.10.2012, 23:13 Uhr

Stasi2012
Erst zum Reden erzogen.
Dann zum Schweigen gebracht.
GOLD. Die Superwährung.
Damals nicht.
Heute auch nicht, dank Spekulationsgier.
Blühende Landschaften versprochen zu einer Zeit, als man sich mit seiner Rente noch soviel außer Miete und Strom leisten konnte; nicht mal hängende Gärten erreicht heute
bei aktueller Miete, Strom und Heizung.
Wo ist das Geld geblieben ?
Unser Geld in die Sozialversicherungssysteme war wohl doch die größte persönliche Fehlinvestition seit Ende WK II,
wie anders läßt sich erklären, dass ich bei einem ansehnlichen Brutto von 2.500 € ganze 35 Jahre Beitragszeit nebst so vielen unbezahlten Praktikumsjahren neben und nach dem Studium eine Rente bekomme, die mich unter die Bezüge eines Harzer-Rollers stellt, der, und das ist infolge diverser Angaben wohl offensichtlich, seinen eigentlichen Lebensunterhalt dank Schwarzgeschäften weltweit aus anderen Kanälen bezieht.
Miete und Krankenversicherung für die ganze Bagage nebst Zweit- und Drittfrauen und Anhang, gewollt oder verachtet,
das ganze zu Beiträgen, von denen einer deutscher nur träumen kann...
Die deutsche Welt in 2012.
Wenn es nur nicht so schwer wäre, auszuwandern.
Kanada, USA, Schweiz, Neuseeland, Australien etc. haben diesbezüglich "Spielregeln", von denen wir als Deutschland nur träumen können. Dort darf die Elite landen, nicht der Mob....

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