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14.07.2015

17:34 Uhr

Untreue, Betrug, Urkundenfälschung

Vier Jahre Haft für Steuerberater

1,7 Millionen Euro veruntreute ein Steuerberater aus dem schleswig-holsteinischen Laboe. Vor allem langjährige Mandanten, die auf eine sichere Geldanlage hofften, wurden geprellt – darunter auch ein Kindergarten.

Wegen Fluchtgefahr wurde der Antrag des Verteidigers, die Untersuchungshaft auszusetzen, abgelehnt. dpa

Haftbefehl bleibt bestehen

Wegen Fluchtgefahr wurde der Antrag des Verteidigers, die Untersuchungshaft auszusetzen, abgelehnt.

KielWeil er Mandantengelder in Millionenhöhe veruntreute, muss ein Steuerberater vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht verurteilte den 59-Jährigen aus Laboe am Dienstag wegen Untreue und Betrugs sowie Urkundenfälschung in insgesamt neun Fällen. Die wegen Beihilfe mitangeklagte Ehefrau des Mannes erhielt eine Bewährungsstrafe von gut einem Jahr. Den Gesamtschaden gab der Richter mit über 1,7 Millionen Euro an.

Ursprünglich ging die Anklage sogar von 2,2 Millionen Euro Schaden und zwölf Fällen aus. Geschädigt wurden vor allem langjährige Mandanten des Mannes, die auf eine sichere Geldanlage mit einer Rendite von bis zu sechs Prozent hofften. Auch von einem Kindergarten zweigte der Angeklagte rund 175 000 Euro ab.

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Im Zuge einer Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft wurden einige Fälle eingestellt. Zudem wurde dem Steuerberater für sein Geständnis ein milderer Strafrahmen zugesichert. Ihm hatten bis zu zehn Jahre Haft gedroht.

Der 59-Jährige, der sich in Privatinsolvenz befindet, sitzt seit Oktober 2014 in Untersuchungshaft. Den Antrag des Verteidigers, den Haftbefehl vorübergehend auszusetzen, lehnte das Gericht ab - wegen Fluchtgefahr. Zivilrechtlich klagten Ex-Mandanten bereits erfolgreich auf Schadenersatz. Seine Ehefrau reichte die Scheidung ein.

Von

dpa

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