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28.01.2009

13:31 Uhr

Urteil

BFH: Bei Aktienoptionen zählt der Ausübungstag

Aktienoptionen waren zu Zeiten des Neuen Marktes ein beliebter Lohnersatz. Aber längst nicht alle Optionen wurden tatsächlich ausgeübt. Der Bundesfinanzhof bestätigte jetzt, dass für die Steuer einzig der Ausübungstag relevant ist. Arbeitnehmer, die auf wertlosen oder stark im Wert gesunkenen Optionen sitzen, schützt das vor Verlusten.

rad/HB MÜNCHEN. Aktienoptionsrechte von Arbeitnehmern stellen einem Urteil des Bundesfinanzhofes zufolge noch keinen geldwerten Vorteil dar. Erst der tatsächliche Erwerb von verbilligten Aktien des eigenen Unternehmens sei so zu bewerten, teilte das Gericht am Mittwoch in München unter Berufung auf ein Urteil vom 20. November (Az. VI R 25/05) mit.

Das Optionsrecht eröffne dem Arbeitnehmer nur die Chance, am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilzunehmen, heißt es in der Urteilsbegründung des BFH. Erst durch die Umwandlung werde ein geldwerter Vorteil auch realisiert. Damit bestätigt der Finanzhof die bisherige Rechtsprechung, die ausschließt, dass Optionsbesitzer Verluste erleiden, obwohl die Option gar nicht ausgeübt wurde.

Aktienoptionen waren vor allem zu Zeiten der New Economy als Lohnbestandteil in Deutschland weit verbreitet. In den vergangenen Jahren hatten sich die Gerichte mehrfach mit der Frage beschäftigt, ob der Zeitpunkt der Ausübung oder bereits der Zeitpunkt, zu dem das Optionsrecht gewährt wird, steuerlich relevant ist. Bei der zweiten Variante hätten vielen Arbeitnehmern, die zu Zeiten des Neuen Marktes Optionen auf stark überbewertete Aktien erhalten hatten, hohe Verluste gedroht, auch wenn diese Optionen niemals ausgeübt wurden.

In dem konkreten Fall, auf den sich das aktuelle Urteil bezieht, war die Lage genau umgekehrt. Das Finanzamt ermittelte die Höhe des geldwerten Vorteils des Klägers, also die Summe, die zu den steuerpflichtigen Einnahmen des Arbeitnehmers gerechnet wird, zum Zeitpunkt der tatsächlichen Umwandlung des Optionsrechts in Aktien. Der Kläger wollte dagegen, dass sich die Besteuerung am Zeitpunkt der Einräumung des Optionsrechtes orientierte.

Mit seinem Urteil folgte der BFH grundsätzlich der Vorinstanz. In einem Punkt wich er aber von dem vorherigen Urteil ab: Maßgeblich für die Bewertung sei der Wert der Aktie bei Einbuchung in das Depot und nicht wie von der Vorinstanz angenommen der Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Überlassung, entschieden die Richter.

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