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14.04.2015

20:38 Uhr

Urteil in Stuttgart

Lehrerin steht nach Amoklauf höheres Ruhegehalt zu

Der Amoklauf von Winnenden 2009 war ein Angriff auf eine ganze Schulgemeinschaft. So sieht es das Verwaltungsgericht Stuttgart. Das hat finanzielle Folgen für die Zukunft der Lehrer.

Das Verwaltungsgericht in Stuttgart hat einer Lehrerin nach dem Amoklauf von Winnenden ein höheres Ruhegehalt und eine Einmal-Entschädigung zugesprochen. dpa

Landesamts für Besoldung sah keine Lebensgefahr

Das Verwaltungsgericht in Stuttgart hat einer Lehrerin nach dem Amoklauf von Winnenden ein höheres Ruhegehalt und eine Einmal-Entschädigung zugesprochen.

StuttgartEiner heute 35-jährigen Lehrerin steht nach dem Amoklauf von Winnenden ein erhöhtes Ruhegehalt und eine Einmal-Entschädigung zu. Auch wenn der Täter nicht auf die Frau geschossen habe, sei sie doch in Lebensgefahr gewesen und durch das damals erlittene Trauma heute dienstunfähig, entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart am Dienstag.

Das Gericht verpflichtete das Land Baden-Württemberg, der Frau fortan 80 statt 71 Prozent Ruhegehalt zu zahlen sowie einmal 80.000 Euro. Der Amoklauf mit zwölf Toten an der Albertville-Realschule am 11. März 2009 sei als „qualifizierter Dienstunfall“ zu werten. (Az: 12 K 2461/14)

Mit posttraumatischen Belastungsstörungen ist die einstige „Top-Lehrerin“, wie Richter Jan Bergmann sie wegen ihrer Note 1,1 im Staatsexamen nannte, seit 2013 im vorzeitigen Ruhestand. Ein Amok-Fehlalarm an ihrer neuen Schule in Fellbach gab ihr den Rest.

Aus Sicht des Landesamts für Besoldung lag keine Lebensgefahr vor, die Frau sei außer Reichweite des Täters gewesen und zu keiner Zeit direkt angegriffen worden. Der Vertreter des Landes kündigte an, das Urteil anzufechten.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart gibt es zahlreiche Beamte des Kollegiums der Realschule, die Antrag auf Anerkennung eines Dienstunfalls gestellt haben. Vielfach sei Anträgen entsprochen worden, mehrere Beamte seien aufgrund des anerkannten Dienstunfalls vorzeitig in Pension.

Nähere Angaben konnte die Sprecherin der Behörde nicht machen. Es gebe aber „mehrere“ ähnliche Klagen von Beamten auf erhöhtes Unfallruhegehalt und eine Unfallentschädigung.

Kommentare (1)

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Herr Holger Klekar

15.04.2015, 20:33 Uhr

Da bedienen Beamte wieder andere Beamte – wie bei Privatisierung der Bahn- und Postbeamten.
Statt für andere Tätigkeiten einzusetzen wird Luxus-Pension und Zahlung beschlossen.
Reha und ggfs. Umschulung.

(Rückblick:
Beamte (Richter/innen) entscheiden in NRW darüber das sie mehr Geld zu bekommen haben, obwohl sie schon maßlos überbezahlt und überversorgt sind.)

Und wie sieht es bei anderen „Opfern“ und Schülern/innen aus?

Brauchen auch diese nicht mehr in die Schule gehen, Ausbildung machen, Studieren,...- sondern bekommen sofort eine Luxus-Rente?

Oder wann stellen Polizeibeamte Antrag auf vorzeitigen Ruhestand, die tatsächlich „Opfer“ waren und sind?
Polizeibeamte/innen, die als Prügelknaben für die korrupten, unfähigen,…. Politiker/innen
ihre Köpfe und Gesundheit immer wieder riskieren müssen.

Wie werden normale Bürger/innen bei Gerichten behandelt?

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