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30.06.2015

17:05 Uhr

Urteil zu Dresscode vor Gericht

Auch Anwälte müssen Robe tragen

Weil ein Anwalt ohne Robe erschien, ließ ein Augsburger Richter den Prozesstermin platzen. Zu Recht, wie das Landgericht jetzt entschied. Doch der Robenstreit ist damit noch nicht beigelegt.

Ein Rechtsanwalt war in einem Zivilprozess von einem Richter weggeschickt worden, weil er keine Robe trug. Mit seiner Klage auf Schadensersatz ist er vor Gericht gescheitert. dpa

Robe ist Pflicht

Ein Rechtsanwalt war in einem Zivilprozess von einem Richter weggeschickt worden, weil er keine Robe trug. Mit seiner Klage auf Schadensersatz ist er vor Gericht gescheitert.

AugsburgIm Streit um eine fehlende Anwaltsrobe hat sich ein Münchner Anwalt vor Gericht nicht durchsetzen können. Das Augsburger Landgericht wies am Dienstag eine Klage des Anwalts gegen den Freistaat Bayern ab, wie das Gericht mitteilte. Es entspreche dem Gewohnheitsrecht, dass vor den Gerichten auch Anwälte eine Robe tragen müssten, hieß es zur Begründung.

Diese Verpflichtung gelte für Amtsgericht und Landgericht gleichermaßen. Durch die Amtstracht würden Richter wie Rechtsanwälte als Organe der Rechtspflege kenntlich gemacht. Die Person trete dabei hinter den Dienst an Gesetz und Recht zurück.

Im November 2014 war Norman Synek in einem Zivilprozess vor dem Augsburger Amtsgericht ohne Robe erschienen. Der Richter weigerte sich deshalb, die Verhandlung zu eröffnen, schickte die Beteiligten kurzerhand nach Hause und setzte einen neuen Termin an. Der Münchner Anwalt sah in dem Verhalten des Richters eine amtliche Pflichtverletzung und verlangte Schadenersatz. Er machte Fahrtkosten und Verdienstausfall geltend - insgesamt 770,50 Euro nebst Zinsen.

Er nehme zu Amtsgerichten in Zivilsachen nie eine Robe mit, hatte Synek zum Prozessauftakt Anfang Juni gesagt. „Noch nie hat ein Richter ein Wort darüber verloren, dass ich keine Robe dabei hatte - geschweige denn einen Prozess abgebrochen.“ Auch in Augsburg sei dies zuvor noch nicht moniert worden.

Was bei der Arbeit stresst

Verantwortung

Was sorgt im Büro für Stress? Der Personaldienstleister Robert Half hat im höheren Management nach den wichtigsten Gründen gefragt. Dabei gaben 18 Prozent der Befragten zu viel Verantwortung oder ständiges an die-Arbeit-denken auch in der Freizeit als Grund für Stress bei der Arbeit an. Nur in Tschechien können die Beschäftigten außerhalb des Arbeitsplatzes schwerer abschalten - dort gaben 28 Prozent an, dauernd an die Arbeit denken zu müssen. Auf der anderen Seite der Skala ist Luxemburg: nur fünf Prozent haben dort dieses Problem.

Stressfrei

Keinen Stress haben dagegen nur sieben Prozent der deutschen Befragten. Genauso niedrig ist der Anteil derer, die ihren aktuellen Job nicht mögen.

Druck von oben

Unangemessener Druck vom Chef nannten 27 Prozent der Befragten hierzulande als Stressgrund. In Brasilien sind es dagegen 44 Prozent.

Chefqualitäten

Wenn der Chef sich eher um sein Handicap kümmert, statt ordentlich zu führen: 28 Prozent der Befragten sind mit der Managementfähigkeit des Chefs unglücklich. Das Unvermögen des führenden Managers, das zu Stress führt, scheint in Luxemburg relativ unbekannt zu sein - nur 11 Prozent der Befragten sind dort mit den Befragten unglücklich, in Dubai sind es gar neun Prozent.

Büroklatsch

Dass unangenehme Kollegen oder fieser Büroklatsch zu Stress führen kann, ist allgemein bekannt. Dementsprechend führen auch 31 Prozent der Befragten das als Stressgrund an - der Anteil derer, die das ähnlich sehen, liegen in allen anderen Ländern fast gleich hoch - außer in Brasilien: 60 Prozent der Befragten geben unangenehme Kollegen und fiesen Büroklatsch als Stressgrund an.

Unterbesetzung

Ein weitere Stressgrund: personelle Unterbesetzung. 41 Prozent der Befragten sehen das als wichtigen Grund für Stress bei der Arbeit an - ein Wert, der fast in allen Ländern ähnlich ist.

Arbeitsbelastung

Doch am problematischsten, laut der Studie: die hohe Arbeitsbelastung. 51 Prozent der Befragten gaben dies als Stressgrund an. Deutschland liegt damit im Schnitt, auch in den anderen elf Ländern ist ein ähnlich hoher Anteil der gleichen Meinung.

Das Landgericht Augsburg entschied nun, dass ein Rechtsanwalt eine Robe tragen muss, wenn er vor dem Amtsgericht Augsburg in Zivilsachen auftritt. An dem Gewohnheitsrecht habe sich - jedenfalls an diesem Gericht - bis heute nichts geändert.

Synek kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Er habe damit gerechnet, dass die Klage in erster Instanz abgewiesen wird, sagte er am Dienstag. „Ich wusste, dass es in Augsburg schwierig wird, weil sich der Fall dort abgespielt hat.“ Synek ist der Auffassung, dass Rechtsanwälte nicht verpflichtet sind, beim Amtsgericht in Zivilsachen in Robe aufzutreten.

Ein grundsätzlicher Gegner der Amtstracht sei er aber nicht, wie er vor Prozessbeginn betont hatte. „Ich bin kein Roben-Rebell. Ich trage sie dann, wenn ich muss - zum Beispiel vor dem Landgericht. Wenn ich aber nicht muss, bin ich froh, wenn ich ein Gepäckstück weniger mit mir herumtragen muss.“

Von

dpa

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