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05.11.2015

13:09 Uhr

Verbraucherschützer

Banken verstecken Infos über Dispozinsen

Verbraucherschützer sind empört. Aus ihrer Sicht klären Banken ihre Kunden nicht genügend über Dispozinsen auf. Wer wissen will, wie hoch sie sind, müsse viel klicken und suchen.

Für so manchen Verbraucher werden die Dispozinsen erst beim Blick auf den Kontoauszug sichtbar. Denn auf ihren Webseiten verstecken die Banken sie gerne. dpa

Verbraucherschützer: Dispozinsen müssen sichtbar werden

Für so manchen Verbraucher werden die Dispozinsen erst beim Blick auf den Kontoauszug sichtbar. Denn auf ihren Webseiten verstecken die Banken sie gerne.

BerlinBanken klären aus Sicht von Verbraucherschützern ihre Kunden nicht ausreichend für die Überziehungszinsen auf. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) stützte seine am Donnerstag veröffentlichten Vorwürfe auf eine Untersuchung der Werbung für 1346 Girokonten-Typen, die von 371 Banken und Sparkassen angeboten werden.

Diese Banken haben die höchsten Dispozinsen (Auswahl)

Quelle

Stiftung Warentest, August 2015

Volksbank Schupbach:

13,5 Prozent (Datenerhebung vor Ort durch Testpersonen)

Quelle: Stiftung Warentest

Volksbank Kierspe / Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost

Volksbank Kierspe (Basis Konto, Komfort Konto)
und
Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost (Direkt, Klassik):
13,9 Prozent (Datenerhebung vor Ort durch Testpersonen)

VR Bank Saarpfalz

13,9 Prozent (Datenerhebung vor Ort durch Testpersonen)

Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut

7,5 bis 16 Prozent (Datenerhebung vor Ort durch Testpersonen/abhängig von der Bonität des Kunden)

Die meisten Institute veröffentlichten zwar den Dispozins im Internet. Dieser sei in der Regel aber schwer zu finden. „Verbraucher müssen auf den Internetseiten der Anbieter intensiv suchen, um elementare Informationen zu Dispositionskrediten zu finden”, sagte die Leiterin der Untersuchung, Carmen Friedrich, von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Stiftung Warentest: Dispozinsen teilweise „unverschämt“

Stiftung Warentest

Dispozinsen teilweise „unverschämt“

Die Stiftung Warentest hat bei fast 1500 Banken die Dispozinsen abgefragt. Den Verbraucherschützern zufolge gibt es Geheimniskrämerei und teilweise sehr hohe Zinsen. Doch es gebe auch Lichtblicke.

Der Bundesverband monierte, nur bei wenigen Konten werde angegeben, nach welchen Regeln der Disposatz verändert werde. „Von einer Preistransparenz beim Dispokredit sind wir aktuell weit entfernt. Deshalb brauchen wir hierzu konkrete gesetzliche Regelungen.” Der Zins müsse sich an der Marktentwicklung orientieren. Schon in der Vergangenheit haben Verbraucherschützer kritisiert, Banken ließen ihre Kunden bei den Dispozinsen nicht am Zinstief teilhaben. Die Institute verweisen dagegen auf hohe Kosten beim Überziehen der Konten.

Von

rtr

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