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14.09.2011

11:51 Uhr

Verbraucherschützer im Interview

„Das Ergebnis ist niederschmetternd“

VonJens Hagen

Gerd Billen, oberster Verbraucherschützer Deutschlands greift im Interview mit Handelsblatt Online die Banken frontal an, erwägt Musterklagen und fordert eine Sonderprüfung der Bankenaufsicht.

Gerd Billen, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von den Banken mehr Transparenz. dpa

Gerd Billen, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von den Banken mehr Transparenz.

Die Verbraucherzentralen haben eine Untersuchung zu Provisionen bei Wertpapiergeschäften vorgelegt. Informieren die Banken transparent?

Nein das Ergebnis ist niederschmetternd und selbst für uns völlig überraschend. In nur zwei Prozent der untersuchten Fälle informieren die Banken erschöpfend über ihre Provisionen.

Was werfen Sie den Instituten konkret vor?

Viele Banken verstoßen gegen höchstrichterliche Rechtssprechung. Der Bundesgerichtshof hat klar entschieden, dass Kunden darüber informiert werden müssen, ob es einen Interessenkonflikt in der Beratung gibt. Dazu muss der Kunde die Kosten und Provisionen kennen und vergleichen können.

Die Rechtssprechung des Bundesgerichtshof betrifft nicht alle Wertpapiere.

Das stimmt. wir sind der Auffassung, dass die Transparenzpflicht nicht nur für Kommissionsgeschäfte gilt. Wir hoffen, dass die Politik endlich für Rechtssicherheit sorgt. Außerdem erwägen wir Musterklagen gegen die Institute.

Welch Banken sind Ihnen besonders negativ aufgefallen?

Wir möchten keine einzelnen Institute hervorheben. Sparkassen, Privatbanken und Volks- und Raiffeisenbanken sind gleichfalls betroffen.

Die Banken geben knapp ein dutzend unterschiedliche Gründe an, warum sie keine Auskünfte geben. Warum gibt es keine einheitliche Linie?

Die Vielzahl der Ablehnungsgründe hat uns überrascht. Wir denken: Im Kern weiß die Branche ganz genau, dass sie Auskunft geben muss. Verbraucher werden mit abenteuerlichen Argumenten vertröstet. Viele Banken machen es sich sehr einfach und weisen die Kunden mit fadenscheinigen Gründen ab.

Welche Argumente kritisieren sie?

Wenn Banken Kunden mit völlig absurden Argumenten abblitzen lassen. Eine Bank verweist etwa auf einen Beitrag in einem Fachmagazin, der aber ein ganz anderes Thema behandelt. Andere Institute verlangen Gebühren für Auskünfte, die den Kunden laut Gesetz gratis zustehen. Auch die Ausreden, die Informationspflicht sei verjährt entbehrt jeder Grundlage. Die schlechte Qualität vieler Antworten ist erschreckend und zeigt, dass die Institute die Wünsche ihre Kunden nicht ernst nehmen.

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Kommentare (2)

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Finanztiger

15.09.2011, 12:16 Uhr

Ich finde die Aussagen des Verbraucherschutzes für mich als Kunden nicht sehr hilfreich.
Es gibt doch eine gesetzliche Regelung - wieso fordert der Verbraucherschutz noch eine Regelung? Und wenn, was für eine? Interessant auch die letzte Aussage, dass die Ombudsleute regelmäßig Beschwerden abweisen.
Ich denke, dass das Problem woanders liegt. Z.B. in den Vertriebsvorgaben duch die Bankvorstände...

thunderbolty

15.09.2011, 16:41 Uhr

alles scheisse - deine elli ...

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