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30.06.2014

16:28 Uhr

Verbraucherschutz

Vorsicht bei virtueller Amazon-Währung geboten

Bei der Nutzung sogenannter Amazon Coins raten Verbraucherschützer zur Vorsicht. Denn beim Bezahlen von Apps mit der virtuellen Währung des Online-Versandhändlers lauern versteckte Gefahren.

Kunden können bei Amazon im Verhältnis eins zu eins reale Euro-Cent gegen die virtuelle Währung tauschen. AFP

Kunden können bei Amazon im Verhältnis eins zu eins reale Euro-Cent gegen die virtuelle Währung tauschen.

DüsseldorfVerbraucherschützer raten zur Vorsicht bei der Nutzung sogenannter Amazon Coins. Beim Bezahlen von Apps oder Handy-Spielen mit dieser virtuellen Währung des Online-Versandhändlers lauerten versteckte Gefahren, warnte die Verbraucherzentrale (VZ) Nordrhein-Westfalen am Montag in Düsseldorf.

Im Verhältnis eins zu eins können Kunden bei Amazon reale Euro-Cent gegen die virtuelle Währung tauschen und so ihr Coin-Konto auffüllen. Bezahl-Apps oder kostenpflichtige Zusatz-Funktionen beim Handy-Spiel lassen sich dann mit einem Click per Amazon Coin begleichen. Der Umtausch von Cent in Coins ist nur im Paket möglich, angeboten werden Pakete zwischen fünf und 100 Euro.

Die angebotenen Coin-Pakete aber passten nicht zu den meist krummen Preisen der Apps, die damit bezahlt werden können, sodass immer Restsummen übrig blieben, kritisierten die Verbraucherschützer. Vom Rücktausch von Coins in echtes Geld sei auf den Hilfeseiten bei Amazon „nichts zu lesen“.

Beim Kauf der Coins in der virtuellen Wechselstube gibt es je nach Paketgröße Rabatte. Zudem gibt Amazon beim Kauf bestimmter Geräte Extra-Münzen hinzu. Doch auch bei den Zusatz-Coins mahnt die VZ zur Wachsamkeit: Anders als die gekauften virtuellen Coins verfielen Restbeiträge von Werbe-Münzen nach einem Jahr. Amazon verspreche zwar, stets erst die ältesten Werbe-Münzen abzubuchen. Per Kontoübersicht kontrollieren lasse sich das aber nicht.

Verbraucher in der Schuldenfalle

Wer ist überschuldet?

Verbraucher gelten als überschuldet, wenn das monatliche Einkommen über einen längeren Zeitraum nicht reicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken, und auch die Reduzierung des Lebensstandards nicht hilft.

Wie kommt es zur Überschuldung?

Häufig führen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennungen und andere Schicksalsschläge zu dieser Situation. Ursache kann aber auch die Schwierigkeit sein, maßvoll mit Geld umzugehen.

Wo gibt es Hilfe?

In Deutschland helfen rund 1000 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen Menschen dabei, ihre finanzielle Situation wieder in den Griff zu bekommen. Eine Beratungsstelle in der Nähe können Verbraucher unter www.meine-schulden.de finden. Dort können sie sich zunächst auch nur online informieren.

Was ist eine Verbraucherinsolvenz?

Wer aus der Schuldenfalle herauskommen möchte, kann mit Hilfe einer Schuldnerberatung, eines Anwalts oder Steuerberaters bei Gericht einen Antrag auf Privatinsolvenz einreichen. Das Verfahren ermöglicht die sogenannte Restschuldbefreiung.

Was ist die Restschuldbefreiung?

Nach einem bestimmten Zeitraum werden die Restschulden gestrichen. Für einen Antrag auf Privatinsolvenz müssen Verbraucher belegen, dass sie sich nicht mit ihren Gläubigern einigen konnten.

„Unter diesen Bedingungen gilt es, gut zu überlegen, beim Branchenprimus in Vorkasse zu gehen“, mahnen die Verbraucherschützer. Wer viele Coins ordere, profitiere zwar von den Rabatten. Doch den virtuellen Münzen „droht das Schicksal vieler Gutscheine und Guthabenkarten“: Sie würden später gar nicht eingelöst.

Von

afp

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