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30.10.2014

16:30 Uhr

Verbraucherzentrum

Probleme mit Sepa-Zahlungen

Schwierigkeiten bei Rechnungen fürs Ferienhaus, Probleme beim Abschluss eines Handyvertrags im Ausland: Über das kürzlich eingeführte Zahlungssystem Sepa gibt es laut Verbraucherzentrum reichlich Beschwerden.

Das europäische Zahlungssystem Sepa bereitet noch Probleme. dpa

Das europäische Zahlungssystem Sepa bereitet noch Probleme.

KehlDrei Monate nach dem Start des europäischen Zahlungssystems Sepa gibt es noch immer Probleme mit dem bargeldlosen Zahlen über Ländergrenzen hinweg. Zahlreiche Beschwerden zeigten, dass im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr noch nicht alles so funktioniere, wie es sollte, teilte das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland am Donnerstag in Kehl am Rhein mit.

Probleme gebe es beispielsweise bei der Bezahlung von Stromrechnungen für ein Ferienhaus im Ausland, beim Begleichen der Mitgliedschaftsgebühr für einen ausländischen Sportverein oder auch beim Abschluss eines Handyvertrages im Nachbarland. Demnach klagen vor allem viele Verbraucher mit Wohnsitz in Frankreich, ihr französischer Mobilfunkanbieter akzeptiere keine Lastschriften für die Abbuchung von deutschen Konten.

Die Sepa-Lastschrift

Was ist die Gläubigerreferenz?

Für Deutschland übernimmt die Deutsche Bundesbank die Ausgabe der Gläubiger-Identifikationsnummer in Abstimmung mit der Deutschen Kreditwirtschaft (DK).

Welche Lastschrift-Typen gibt es?

Die Sepa-Lastschrift steht seit dem 2. November 2009 bei den meisten Zahlungsdienstleistern in Europa zur Verfügung. Angeboten wird eine „Basisvariante“ sowie ein Verfahren für den ausschließlichen Verkehr mit Geschäftskunden („Sepa-Firmenlastschrift“).

Wie lange kann man die Lastschrift zurückgeben?

Sepa-Basislastschriften, bei denen ein gültiges Mandat vorliegt, können bis zu acht Wochen nach dem Belastungstag ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Fehlt das unterschriebene Mandat, verlängert sich die Frist auf 13 Monate.

Was ist ein Lastschriftmandat?

Das Mandat ist das Pendant zur bislang bekannten Einzugsermächtigung. Allerdings muss es künftig immer schriftlich vorliegen. Der Zahlungsempfänger verteilt dafür Mandatsnummern. Außerdem wird jedem Zahlungsempfänger eine Gläubiger-Identifikationsnummer zugeordnet. Dadurch lassen sich die Einverständniserklärungen zum Lastschriftverfahren zuordnen.

Was ist die Mandatsreferenz?

Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen eines Mandats (zum Beispiel Rechnungsnummer oder Kundennummer) und ermöglicht in Verbindung mit der Gläubiger-Identifikationsnummer dessen eindeutige Identifizierung.

Sind immer neue Lastschriftmandate nötig?

Nein. Bereits erteile schriftliche Einzugsermächtigungen können als Sepa-Lastschriftmandate genutzt werden. Dies ist aufgrund der im Juli 2012 erfolgten Anpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Kreditinstitute in Deutschland möglich.

Quelle

Das Sepa-System war 2002 beschlossen worden, die Unternehmen hatten bis zum August dieses Jahres Zeit, sich darauf einzustellen. Seitdem dürfen Unternehmen keine grenzüberschreitenden Zahlungen per Lastschrift oder Überweisung aus einem der Länder des Sepa-Raums verweigern, wenn sie diese im nationalen Zahlungsverkehr akzeptieren.

Viele hätten dies aber offenbar verschlafen, kritisierte der Leiter des EVZ-Deutschland, Bernd Krieger. Er rät Verbrauchern, sich „nicht von Ausreden beeindrucken zu lassen“ und auf ihr Recht zu bestehen. Die Abbuchung von einem ausländischen Konto müsse seit Anfang August akzeptiert werden.

Von

afp

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