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01.05.2014

13:15 Uhr

Verdächtige Buchungen

Bahn will Kreditkartenbetrügern das Handwerk legen

ExklusivNicht alle Fahrgäste der Deutschen Bahn zahlen mit legalen Kreditkarten. Das kostet den Konzern mehrere Millionen Euro. Die Bahn verschärft die Regeln zur Zahlung. Was auf Kunden zukommt.

Bahnreisende: Demnächst wird die Zahlung mit Kreditkarte komplizierter. dpa

Bahnreisende: Demnächst wird die Zahlung mit Kreditkarte komplizierter.

DüsseldorfDie Deutsche Bahn will sich gegen den rasant wachsenden Betrug mit Kreditkarten zur Wehr setzen. Noch in diesem Jahr werden verdächtige Fahrkartenbuchungen per Kreditkarte nur noch mit Sicherheits-PIN möglich sein, sagte Bahn-Vertriebschefin Birgit Bohle dem Handelsblatt.

Darüber hinaus plant die Bahn, Kunden in Zukunft zur Nachzahlung des Fahrpreises aufzufordern, wenn diese nachweisbar mit Tickets unterwegs sind, die mit gefälschten oder gestohlenen Kreditkarten gekauft wurden.

Wann die EC-und Kreditkarten im Ausland nicht funktionieren

EC-Karte

Mit Maestro-Karten, die das Girokonto sofort belasten, können Bankkunden normalerweise weltweit zahlen oder Geld abheben. Besonders viele Vertragspartner und Geldautomaten stehen in Europa. Trotzdem funktionieren die Karten häufig nicht. Das kann mehrere Gründe haben. Vor Reiseantritt notieren sich Urlauber für alle Fälle Karten- und Kontonummer.

Auffällige Konto-Bewegungen

Bei jeder von einer EC-Karte ausgelösten Buchung läuft im Rechenzentrum der Banken eine Sicherheitssoftware mit, die Betrug frühzeitig erkennen und durch Kartensperren verhindern soll. Dabei kann es auch zu ungewollten Sperren kommen. Für Kunden ist es schwierig, sich darauf einzustellen. So zog ein Institut in Barcelona die Karte eines Studenten wegen auffälliger Bewegungen ein. Er hatte in kurzer Zeit zweimal hintereinander am selben Automaten Geld abgehoben.

Dispo-Auslandssperre

Postbank, Deutsche Bank sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken haben die Möglichkeit zur Überziehung bei den EC-Karten fürs außereuropäische Ausland gesperrt. De facto gilt hier ein Null-Limit. Kunden können es auf Anfrage vor einer Reise heraufsetzen lassen. Wer das nicht tut, steht womöglich mit leeren Händen da. Nötig ist dazu ein Anruf in der Filiale.

Minus auf dem Konto

Ist das Konto im Minus, bewegt sich aber innerhalb des Verfügungsrahmens können Kunden im Inland problemlos Geld mit ihrer Karte ziehen. Im Ausland steht dieser Verfügungsrahmen bei manchen Banken plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Vor allem Länder außerhalb der Eurozone sind von dieser Regelung oft betroffen.

Technische Pannen

Neben Defekten an Chips oder Magnetstreifen ist ein weiterer Grund für das Nichtfunktionieren der Karten die Umstellung der Institute auf ein neues Bezahlsystem. So wird bei EC-Karten in Deutschland seit einigen Jahren mit dem Maestro-System bezahlt. Das ist ein Abbuchungsdienst vom Kreditkarten-Unternehmen MasterCard, das mittels Magnetstreifen funktioniert. Da Chipkarten als sicherer gelten, führen manche Institute so genanntes V-Pay ein, das Konkurrenz-Produkt von Visa. Vor allem die Postbank rüstet hier um. Wermutstropfen: Einkaufen mit der neuen Karte Glückssache. Denn längst nicht alle Händler haben umgerüstet. Und in beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Ägypten funktioniert die Technik generell nicht.

Kreditkarten

Mit ihnen kann man grundsätzlich weltweit zahlen, solange Vertragspartner und Bankautomaten die jeweiligen Karten annehmen. Zum Geldabheben sind Kreditkarten allerdings meist teurer als EC-Karten. Zudem wird selten beim Bezahlen im Inland der PIN verlangt. Viele Kreditkartenbesitzer sollten sich ihre Geheimnummer daher vor dem Urlaub gut einprägen und sich vor Reiseantritt die Kartennummer notieren. Zudem sollten sie sicherstellen, dass die letzte Abrechnung bezahlt ist.

Auffällige Kontobewegungen

Auch bei Kreditkarten sind auffällige Kontenbewegungen und die Auslieferung von defekten Karten ein Thema. Bei auffälligen Käufen oder Abhebungen können Sicherheitsbeamte ohne Nachfrage die Bezahlfunktion abstellen.

Geldreservierungen

Manche Reiseveranstalter, Airlines und Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist der Rahmen schneller ausgereizt als gedacht.

Alternative I: Reiseschecks

Sie können vor Antritt der Reise gegen Gebühr in der entsprechenden Landeswährung gekauft werden. Zahlreiche Geldinstitute nehmen sie weltweit an. Vorteil: Die Schecks sind versichert und werden bei Verlust vor Ort binnen 24 Stunden ersetzt, sofern sich der Kunde als Käufer ausweisen kann.

Alterbnative II: Bargeld

Auch wenn es verpönt ist, Cash gehört in jede Urlaubskasse. In einigen Ländern gelten allerdings Obergrenze für die Einführung von Devisen.

Alternative III: Blitzüberweisung

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. Der Finanzdienstleister Western Union bietet sie in Zusammenarbeit mit der Postbank und der Reisebank an. Auch MoneyGram ist hier in Kooperation mit den Sparkassen tätig. Damit kann binnen weniger Minuten Geld von einer Postfiliale an eine Auszahlstelle im Urlaubsland überwiesen werden. Wer nicht selbst Online-Kunde bei der Postbank ist, braucht eine Vertrauensperson, die während des Urlaubs in Deutschland ist und sich in eine Postfiliale begeben kann. Nach dem Ausfüllen eines Formulars informiert sie den Urlauber über die Auftragsnummer und teilt mit, wo er sich sein Geld auszahlen lassen kann. Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Solche Tickets sind ungültig, werden aber im Internet als Billigtickets angeboten. Teilweise sogar mit dem irreführenden Hinweis, sie stammten aus Sonderkontingenten der Bahn - die es jedoch nicht gibt. Vielmehr kaufen Betrüger gezielt mit gestohlenen Kreditkartendaten Fahrkarten und veräußern diese dann zu Schleuderpreisen weiter. Die Bahn selbst bietet allenfalls Sonderangebote über bekannte Reiseportale wie l’tour an.

Allein 2013 erlitt der Bahn-Konzern durch Betrug mit Kreditkarten Zahlungsausfälle von sieben Millionen Euro. Bei ihrem Vorgehen gegen die zunehmenden Betrugsversuche dürfte sich die Bahn an einer konzertierten Aktion von Europol gemeinsam mit Fluggesellschaften und den wichtigen Kreditkartenanbietern American Express, Mastercard und Visa orientieren. Bei dieser Aktion gegen Cyberkriminalität Mitte April gingen den Fahndern 183 Personen ins Netz, die mit illegal gekauften Tickets unterwegs waren.

Für die Bahn ist Kreditkartenbetrug auch deshalb ein ernstes Problem, weil sich der Vertrieb von Fahrkarten zunehmend ins Internet verlagert. War der Online-Anteil am Fahrkartenumsatz im Jahr 2000 noch verschwindend gering, so der Anteil der im Internet und mit mobilen Endgeräten gekauften Tickets im vergangenen Jahr auf 28 Prozent. Im Jahr 2020 soll er bereits 50 Prozent erreichen.

Von

fo

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.05.2014, 09:12 Uhr

Europäische Geldhäuser suchen neue Märkte. Warum nicht eine sichere oder wenigsten sicherere Kreditkarte anbieten?

Account gelöscht!

02.05.2014, 10:24 Uhr

WOW. Da ist die Bahn früh dran. Es ist schon etliche Jahre her, als mit meinen Kreditkartendaten für ca. 500 Euro Fahrkarten im Internet gekauft wurden. Es stellte sich heraus, dass die Daten reichen, die jeder Tankwart abgreifen kann. Die Postanschrift war falsch, aber trotzdem ist bei Kreditkartenfirma und Bahn keiner mißtrauisch geworden. Noch leichter kann man es Betrügern nicht machen.

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