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02.11.2012

15:09 Uhr

Vergleich

Die besten Kundenkarten

Einzelhändler, Hotels und Airlines möchten ihre Kunden mit Rabattkarten zu höheren Umsätzen animieren. Ein Vergleich zeigt jetzt, welche Karten die besten sind.

Nicht alle Kundenkarten taugen etwas. dpa

Nicht alle Kundenkarten taugen etwas.

DüsseldorfDas moderne Portemonnaie ist voller Plastik. Bankkarten, Führerschein, Personalausweis und immer mehr Kundenkarten finden sich darin. Letztere versprechen ihren Inhabern Rabatte, Zusatzleistungen oder sonstige Vergünstigungen. Konsum-Konzerne, die solche Karten an ihre Kunden ausgeben, möchten die Bindung zu ihnen verstärken und letztlich zusätzliches Geschäft machen. Aber halten die Karten tatsächlich, was die Firmen ihren Kunden versprechen?

Verbraucher jedenfalls sollten genau hinschauen, denn bei den verschiedenen Karten gibt es zum Teil große Unterschiede. Viele sind an einen Mindestumsatz geknüpft und deswegen wenig attraktiv für die Kunden. Die vermeintlichen Vorteile sind in diesem Fall begrenzt.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat im Auftrag des Handelsblatts insgesamt 17 Kundenkarten unter die Lupe genommen und auf ihre Tauglichkeit getestet. Dabei wurde zwischen zwei Kartentypen unterschieden: Karten, die ihren Inhabern Rabatte gewähren und solchen, die im Rahmen eines Prämiensystems Bonuspunkte gutschreiben. Bei den Karten ausgebenden Unternehmen standen Unternehmen im Fokus, die eher die gehobene Klientel ansprechen wollen.

Die Testsieger

Görtz

Die Görtz Card wurde Sieger in der Wertung Rabattsysteme. Laut DISQ konnte die Karrte vor allem bei Rabattvorteilen und Zusatzleistungen punkten. Ab dem ersten Euro Umsatz gibt es laut Studie einen Rabatt in Höhe von zwei Prozent, der sich ab einem Jahresumsatz von 700 Euro auf fünf Prozent erhöht.

Deutsche Bahn

Das Bonussystem des Transportunternehmens erzielte den ersten Platz in der Wertung Prämiensysteme. Die Tester lobten etwa, dass es ab einem Umsatz in Höhe von 1500 Euro eine Freifahrt von Berlin nach München gäbe. Außerdem sei der Datenschutz besser als bei anderen Anbietern.

Palmers

Palmers bietet laut DISQ die besten Rabattvorteile. Diamond-Club-Mitglieder profitieren von einem Rabat von drei Prozent auf alle Einkäufe. Ab einem Umsatz von 200 Euro winken weitere drei Prozent Rabatt. Die Jahresgebühr beträgt allerdings zehn Euro.

Lufthansa

Die Kranichlinie wurde für die umfassendsten Zusatzleistungen ausgezeichnet. Neben Schnäppchenflügen und Rabatten bei Kooperationspartnern bietet Miles & More umsatzstarken Kunden auch VIP-Services oder eine Kreditkartenfunktion. Mehr als 2.000 Produkte und Dienstleistungen umfasst das Angebot. Kundenmagazine, Newsletter und eine lange erreichbare Hotline runden das Angebot ab.

Galeries Lafayette

Das Bonussystem landete in Punkto Kosten auf dem ersten Rang. Die Carte de Fidelite verzichtet auf Jahres- oder Anmeldegebühren. Der Rabatt von zwei Prozent ist laut DISQ an keinen Mindestumsatz gebunden.

Frankonia und Globetrotter

In der Wertung Datenschutz platzierte das Institut beide Unternehmen mit gleicher Punktzahl auf den ersten Platz. Kunden können selbst entscheiden, welche Angaben sie machen. Nur Namen, Adresse und Geburtsdatum sind verpflichtend.

In der Unterkategorie Rabattvorteile der Rabattkarten gewann die Karte des Bekleidungsunternehmens Palmers. „Diamond-Club-Mitglieder“ bekommen drei Prozent auf ihre Einkäufe gutgeschrieben. Ab einem Umsatz von 200 Euro kommt ein weiterer Bonus von sechs Euro hinzu. Macht insgesamt einen Rabatt von sechs Prozent für den Kunden. Allerdings hat die Karte ihren Preis: Die Rabatte gibt’s nur für eine Jahresgebühr von zehn Euro.

Auf Rang zwei landete die Kundenkarte von Schuhhändler Görtz. Die Eigentümer erhalten je nach Jahresumsatz einen Gutschein, der drei Jahre gültig ist. Ab dem ersten Euro erhalten die Kunden einen Rabatt von zwei Prozent, ab 100 Euro sind es drei, ab 350 Euro vier -und ab 700 Euro fünf Prozent.

Insgesamt errechnete das Deutsche Institut für Service-Qualität für sämtliche Karten einen Durchschnittsrabatt von 2,97 Prozent bei 500 Euro Umsatz; liegt der Umsatz bei mindestens 6.000 Euro erhält der Kunde im Schnitt einen Nachlass von 3,72 Prozent

Bei den Prämienkarten wurde die Bahn.Bonus-Karte der Deutschen Bahn Testsieger, gefolgt von der Hotelkette Best Western und der Miles&More-Karte der Lufthansa.

Ganz wichtig bei den Karten ist die Datensicherheit. Wer eine Kundenkarte über das Internet beantragt, sollte vorsichtig sein, was seine persönlichen Daten betrifft. Die meisten Unternehmen verlangen nicht nur die Email-Adresse, sondern auch die Telefonnummer. Darüber hinaus werden von zwei Dritteln der Firmen weitere persönliche Daten abgefragt. Dabei sei in der Regel nicht erkennbar, dass es sich um freiwillige Angaben handelte, heißt es in der Studie.

Kommentare (5)

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joefox

02.11.2012, 15:59 Uhr

Wo haben Sie denn dieses Symbolfoto ausgegraben? Vielleicht prüfen Sie noch mal kurz, welche der gezeigten Kundenkarten noch existieren.

t.kanther

02.11.2012, 20:35 Uhr

Die Strauss Kundenkarte kostet nur 5 € und man bekommt ein Jahr lang 10% Rabatt auf alle Produkte! (außer Bücher wegen der Buchpreisbindung).

Account gelöscht!

02.11.2012, 20:45 Uhr

Bei allen Kundenkarten verdient nur der Hersteller.
Einen echten Mehrwert hat der Kunde nicht!
Ich kenne einen da sind es echte 50% Mehrwert...
Euer Moralo

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