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13.07.2016

11:55 Uhr

Vergleichsportal Check24 muss nachbessern

Wer Makler ist, muss das auch sagen

Geben Vergleichsportale ausreichend Auskunft darüber, dass sie mit der Vermittlung von Dienstleistungen Geld verdienen? Ein Gericht sieht im Fall Check24 Verbesserungsbedarf. Versicherungsvertreter können sich freuen.

Juristischer Streit mit Versicherungskaufleuten. dpa

Vergleichsportal Check24

Juristischer Streit mit Versicherungskaufleuten.

MünchenEgal, ob Flüge, Stromtarife oder Versicherungen – Vergleichsportale im Internet sind bei Verbrauchen beliebt. Denn sie bieten schnelle Informationen über die verschiedenen Angebote, der Gang zu einem Berater scheint dadurch häufig überflüssig zu werden.

Doch ist den Verbrauchern auch wirklich klar, dass die Portale auch Verträge vermitteln und dafür Provisionen kassieren? Und halten diese dabei auch alle gesetzlichen Vorgaben etwa rund um Beratungs- und Informationspflichten ein? Zumindest beim Marktführer Check24 sieht das Landgericht München Nachbesserungsbedarf.

Boom der Vergleichsportale: Check24 wächst rasant

Boom der Vergleichsportale

Check24 wächst rasant

Auf dem umkämpften Markt für Vergleichsportale hat Check24 seinen rasanten Wachstumskurs im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgesetzt. Eine Klage von Versicherungsvertretern sieht das Unternehmen gelassen.

Geklagt hatte der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Er warf dem Unternehmen vor, gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs zu verstoßen. Unter dem Deckmantel eines Vergleichsportals würden Verbraucher angelockt, um letztendlich Versicherungsverträge über das Portal abzuschließen – wofür dieses dann Provisionen kassiert. Dies sei auf den ersten Blick für die Verbraucher nicht erkennbar.

Auch das Landgericht München sieht bei Check24 einen Verstoß gegen die gesetzlichen Mitteilungspflichten. Zwar kritisierte es nicht den Inhalt der sogenannten Erstinformationen, wohl aber die Art der Präsentation. Denn bislang gelangen Verbraucher nur über einen Button auf der Webseite – den sie aktiv ansteuern müssen – zu den vorgeschriebenen Angaben. Dazu zählt auch der Hinweis auf die Rolle des Portals als Versicherungsmakler.

„Die vorgeschriebenen Informationen müssen dem Besucher der Internetseite jedoch beim ersten Geschäftskontakt mitgeteilt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. „Sie müssen ihm so präsentiert werden, dass er nicht erst danach suchen muss.“

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