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08.02.2016

15:30 Uhr

Vermietung an Verwandte

Steuerfalle „Naturalunterhalt“

VonConstanze Elter

Wer eine Wohnung an Verwandte vermietet, darf bei der Miete nicht zu großzügig sein. Auch Barzahlungen sind keine gute Idee. Das erfuhren Eltern, die den Unterhalt an ihre Tochter mit deren Mietzahlungen verrechneten.

DüsseldorfEine Wohnung zu finden ist schwierig, zumal in den großen Städten. Und teuer ist die Miete zurzeit allemal. Warum also nicht davon profitieren, wenn Eltern oder andere Verwandte ihre Wohnung vermieten möchten? Dieses unerwartete Geschenk könnte aber für die Beteiligten zum steuerlichen Bumerang werden. Denn grundsätzlich gilt: Jeder Vertrag zwischen Angehörigen muss genauso ausfallen wie ein Vertrag unter Fremden.

Wer die Kosten für seine Eigentumswohnung steuerlich geltend machen will, muss damit rechnen, dass das Finanzamt einen so genannten Fremdvergleich vornimmt. Von der Miete über einen ordentlichen Vertrag bis hin zur Einhaltung desselben schaut die Behörde genau hin. Barzahlungen oder Aufrechnungen mit anderen Geldzuwendungen sollten Angehörige möglichst vermeiden.

Was sich alles von der Steuer absetzen lässt - und was nicht

Hochwertige Oldtimer

Nein, die kann man nicht absetzen. So entschied das Finanzgericht Baden Württemberg, dass Autoliebhaber die Kosten eines teuren Oldtimers als Betriebsausgaben nicht geltend machen können (Az. 6 K 2473/09). Die Richter meinten, diese unangemessenen Repräsentationsaufwendungen seien als Betriebsausgaben nicht abzugsfähig.

Luxusauto

Geht nicht immer, aber manchmal schon. Unternehmer sollten eher davon absehen, sich einen teuren Firmenwagen zuzulegen. Die Richter des Finanzgerichts Nürnberg meinten, ein zweisitziger Mercedes 500 SL deute eher auf einen privaten Fahrspaß hin, als auf Geschäftsfahrten und erkannten die Betriebsausgaben nicht an (Az. I 111/2003). Anders die Richter des Niedersächsischen Finanzgerichts, sie ließen einen Mercedes Roadster 500 SL durchgehen. 75.000 Euro wurden hier anerkannt (Az. 6 K 547/95).

Augenlasern

Hier zahlt der Fiskus teilweise mit. Nach dem deutschen Steuerrecht sind nämlich ärztliche Behandlungen und auch notwendige Operationen außergewöhnliche Belastungen, sofern sie eine bestimmte Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. Was wiederum von der Familiensituation abhängig ist. Nach der Rechtsprechung und den Anweisungen der Finanzdirektionen wird eine Augenlaserbehandlung als eine solche außergewöhnliche Belastung anerkannt. Man muss in seiner Steuerklärung einen Beweis für die entstandenen Kosten erbringen und kann diese somit von der Steuer absetzen.

Internate

Auch hier macht der Fiskus mit. Aber nur, soweit es um den Unterricht geht. Kost und Logis müssen schon die Eltern selbst zahlen. Abzugsfähig sind laut Bund der Steuerzahler grundsätzlich 30 Prozent, höchstens aber 5000 Euro.

Füllfederhalter

Eine Luxus-Füllfeder ist ebenfalls steuerlich absetzbar. In einem konkreten Fall ging es um die Anschaffung einer Mont­blanc-Füllfeder samt Etui in der Höhe von 460 Euro. Der Betroffene betonte, dass die Füllfeder ausschließlich aus beruflichen Gründen angeschafft worden sei. Eine private Nutzung sei mangels Veranlassung ausgeschlossen, vielmehr benötige er das Schreibgerät zum Setzen von Unterschriften, Planungen und Arbeitsvorbereitungen für Mitschriften bei Konferenzen und Seminaren. Dies sei insbesondere in Hinblick auf die durch einfache Schreibwaren hervorgerufene Unleserlichkeit der Handschrift geboten. Einen Haken hat die Sache allerdings, bisher gibt dazu nur ein Urteil in Österreich. Bei entsprechender Erklärung, könnte das aber auch in Deutschland klappen.

Samenspende

Funktioniert. Mag sein, dass der entsprechende Eintrag auf der Steuererklärung nicht ganz leicht fällt. Doch es lassen sich Steuern sparen. Wer krankheitsbedingt zeugungsunfähig ist, kann die Kosten für Spendersamen laut einem Urteil steuerlich geltend machen, und zwar als außergewöhnliche Belastung. Dann sind die Aufwendungen abzugsfähig, entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 43/10)

Bordellbesuche

Es war zu vermuten. Nein, die sind nicht absetzbar. Aber es wurde bereits versucht, und der Bundesfinanzhof hatte darüber zu entscheiden (Az. III R 21/86 ). Argumentiert wurde wie folgt: Eine steuerlich absetzbare Bewirtung als Betriebsausgaben im Sinne des Einkommenssteuergesetzes liegt nur dann vor, wenn die Darreichung von Speisen oder Getränken eindeutig im Vordergrund steht. Beim betrieblichen Bordellbesuch geht es jedoch anders als bei einem Restaurantbesuch nicht um die Schaffung eines angenehmen Rahmens für geschäftliche Gespräche. Das persönliche Vergnügen tritt zu sehr in den Vordergrund. Entsprechende Aufwendungen sind somit nicht von der Steuer absetzbar.

Fitnessstudio

Geht. Sport kann von der Steuer abgesetzt werden. Bei medizinischer Notwendigkeit macht der Fiskus mit. Das Finanzgericht München entschied einen entsprechenden Fall (Az. 1 K 2183/07). So kann das Fitness-Studio von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Patient Rückenbeschwerden hat, die durch gezielten Sport eine Verbesserung nach sich ziehen würden. Wichtig ist aber eine Bescheinigung vom Amtsarzt. Dieser muss klarstellen, dass hier eine medizinische Notwendigkeit für den Sport vorliegt.

Beitrag für den Golfclub

Nein, das geht nicht. Der Golfclubbeitrag ist nicht steuerlich absetzbar. Das Finanzgericht Köln hat entschieden, dass ein Händler von Sportartikeln auch nicht anteilig seinen Mitgliedsbeitrag für einen Golfclub steuerlich geltend machen kann (Az. 10 K 3761/08). Die Ausübung einer Trendsportart wie Golf betreffe in erheblichem Umfang die private Lebensführung. Deswegen lässt sich hier nichts absetzen.

Diese Erfahrung machten auch Eltern, die ihrer Tochter eine kleine Wohnung in ihrem Zweifamilienhaus überließen. Die Eltern gaben in ihrer Steuererklärung die Mieteinnahmen für die größere Wohnung an sowie Werbungskosten für die Immobilie. Daraus ergab sich ein Verlust von rund 10.000 Euro. Das Finanzamt ließ die Werbungskosten nur anteilig zu und erkannte das Mietverhältnis zwischen Tochter und Eltern nicht an. Die Eltern hatten angegeben, die Miete mit dem Barunterhalt verrechnet zu haben.

Auch das Finanzgericht Düsseldorf vertrat den Standpunkt, dass zwischen den Beteiligten kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis bestand (Az.: 7 K 1077/14 E). Die Überlassung der Wohnung stelle keine Nutzungsüberlassung gegen Geld dar, sondern sei als Naturalunterhalt zu werten. Außerdem halte der Mietvertrag dem Fremdvergleich nicht stand.

So sei vereinbart gewesen, dass die Tochter jeden Monat die Miete auf ein Konto ihrer Eltern überweisen sollte. Tatsächlich sei aber zu keiner Zeit Geld von einem Konto der Tochter auf das Konto der Eltern geflossen.

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