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15.08.2014

13:33 Uhr

Verrechnung von Gutscheinen

Verbraucherzentrale gewinnt gegen Amazon

Die Verbraucherzentrale will vor dem Landgericht München einen Sieg gegen Amazon errungen haben. Streitgegenstand war die Verrechnung von Gutscheinen durch den Online-Händler zum Nachteil der Kunden.

Amazon steht derzeit von vielen Seiten unter Kritik. Jetzt gibt die Verbraucherzentrale an, vor dem Landgericht München gegen den Versandhändler im Streit um die Verrechnung von Gutscheinen gewonnen zu haben. dpa

Amazon steht derzeit von vielen Seiten unter Kritik. Jetzt gibt die Verbraucherzentrale an, vor dem Landgericht München gegen den Versandhändler im Streit um die Verrechnung von Gutscheinen gewonnen zu haben.

StuttgartDer Onlinehändler Amazon hat Verbraucherschützern zufolge Gutscheine zum Nachteil von Kunden verrechnet. Wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg am Freitag mitteilte, hat sie in einem entsprechenden Streit einen Sieg vor dem Landgericht München errungen. Demnach hat Amazon Kunden, die Ware mit einem Gutschein gekauft haben, bei einer Rückgabe nicht den gesamten Wert erstattet.

Stattdessen soll der Händler den Wert des Gutscheins abgezogen haben. Das Gericht stufte dies den Angaben zufolge als rechtswidrig ein. Amazon muss demnach künftig die Umstände unmissverständlich angeben, unter denen Gutscheine eingelöst werden können.

Kundenrechte abseits der Gewährleistung

Umtausch bei Bestellungen

Bestellen Kunden im Internet, per Post oder telefonisch, gilt das Fernabsatzgesetz – § 312 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Die Ware darf dann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeben werden. Der Händler muss den Kaufpreis erstatten, das Ausstellen eines Gutscheins ist nicht erlaubt.

Ausnahmen des Widerrufsrechts

Auch bei Fernabsatzverträgen hat der Kunde kein uneingeschränktes Widerrufsrecht. Es gilt laut Paragraph 312d BGB beispielsweise nicht für Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden, die auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben können oder deren Verfalldatum überschritten wurde.

Umtausch beim Einkauf im Laden

Bei Einkäufen im Laden gibt es kein gesetzlich verankertes Recht auf Umtausch. Insbesondere bei Bekleidungsgeschäften ist es jedoch die Regel, dass Kunden die ungetragene Ware innerhalb von zwei bis vier Wochen zurückgeben können.

Geld zurück beim Umtausch?

Wer im Laden etwas umtauschen möchte, hat keinen gesetzlichen Anspruch darauf, sein Geld bar zurück zu bekommen. Da der Händler der Rückgabe freiwillig zustimmt, darf er auch einen Gutschein ausstellen.

Das Gericht war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch von Amazon war zunächst keine Reaktion zu erhalten. Das Urteil ist laut Verbraucherzentrale noch nicht rechtskräftig. Auch Schriftsteller hatten zuletzt heftige Kritik an den Methoden des Online-Versandhändlers geübt. Sie werfen Amazon vor, Autoren und ihre Bücher als Druckmittel für mehr Rabatte zu nutzen.

Von

dpa

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