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16.12.2014

15:08 Uhr

Werbungskosten

Alte Finanzierungskosten sind verloren

VonPaul Lauer

Bei der Steuererklärung nachträglich Zinskosten geltend zu machen, ist nicht möglich. Daran ändert sich auch nichts, wenn ein Darlehen vor 2009 aufgenommen wurde. Das bestätigte der Bundesfinanzhof.

Finanzrichter erlauben keine Ausnahme beim Zinskostenabzug. dpa

Finanzrichter erlauben keine Ausnahme beim Zinskostenabzug.

DüsseldorfNoch bis 2009 konnten Anleger bei der Steuererklärung die tatsächlichen Werbungskosten geltend machen, die ihnen in Zusammenhang mit Kapitaleinkünften entstanden waren – dazu zählt zum Beispiel das Honorar eines Vermögensverwalters.

Seit die pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge eingeführt wurde, ist nur noch der Sparerpauschbetrag abziehbar. Das sind jährlich 801 Euro für Ledige und 1602 Euro für Verheiratete. Gegenstand eines aktuellen Streitfalls war nun die Frage, ob diese Beschränkung auch für Zinskosten gilt, die für ein vor 2009 aufgenommenes Darlehen zu zahlen sind.

Der Kläger hielt von 1999 an eine Beteiligung von 15 Prozent an einer GmbH. Im Jahr 2001 verkaufte er seine Geschäftsanteile zum Preis von einer D-Mark, wobei der GmbH im Verkaufsvertrag eine bestimmte Eigenkapitalausstattung garantiert wurde. Dafür musste der Kläger dem Käufer einen Ausgleichsbetrag zahlen. Aus diesem Grund verzichtete er auf die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens, das er bei einer Bank aufgenommen hatte, und finanzierte über ein weiteres Bankdarlehen eine Sonderzahlung.

Gemäß der geltenden Gesetzeslage erkannte das Finanzamt die Finanzierungskosten für die Jahre 2005 bis 2008 als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen an.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.

Für das Streitjahr 2009 versagte das Finanzamt zwar den Abzug, aber in erster Instanz gab das Finanzgericht dem Kläger Recht. Begründung: Das seit 2009 geltende Abzugsverbot greife in diesem Fall nicht, da Veräußerung der Beteiligung bereits im Jahr 2001 stattgefunden habe und damit mit den Kapitalerträgen der Vorjahre verbunden sei.

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