Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.07.2014

12:46 Uhr

Werbungskosten

Diese Tricks bei GbR-Mietverträgen gehen zu weit

VonPaul Lauer

Ein gemeinsames Gebäude, zahlreiche gegenseitige Mietverträge – das riecht für Finanzämter schnell nach Gestaltungsmissbrauch. Und beim Abzug von Werbungskosten verstehen die Beamten gar keinen Spaß.

Gegen gemeinsames Steuersparen spricht auch bei Partnern einer GbR nichts, aber es gibt Grenzen. dpa

Gegen gemeinsames Steuersparen spricht auch bei Partnern einer GbR nichts, aber es gibt Grenzen.

DüsseldorfWenn sich zwei Partner zusammenschließen, um gemeinsam ein Grundstück mit Gebäuden zu kaufen und zu nutzen, ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die naheliegende Rechtsform. Darüber können Rechte und Pflichten sowie die steuerlichen Angelegenheiten geregelt werden. Dass die Beteiligten dabei alle Möglichkeiten nutzen, um Steuern zu sparen, ist ebenfalls naheliegend. Dabei sollten sie aber nicht übers Ziel hinaus schießen. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs.

In dem Streitfall hatten die zwei Partner A und B eine GbR gegründet, deren Gegenstand der Erwerb und die Nutzung eines Grundstücks mit Haupt- und Nebengebäuden ist. A hat einen Anteil von 40 Prozent an der Gesellschaft, B einen Anteil von 60 Prozent. Mit dem Ziel, möglichst viel an Werbungskosten absetzen zu können, entwickelten beide ein ausgefeiltes System zur Vermietung der Räume untereinander.

So vermietete A die ihm gehörende Einliegerwohnung im Jahr 1994 an B. Allerdings konnte B die Räume erst nach einem Ausbau im Jahr 1997 beziehen. A hatte zuvor den Ausbau nach den Wünschen seines Partners finanziert.

B wiederum vermietete die ihm zustehende Hauptwohnung seit 1993 an die Lebensgefährtin von A und A zahlte die Miete. Damit aber noch nicht genug. B vermietete ferner seine Garage, einen Lagerraum und Nutzräume ebenfalls an die Lebensgefährtin von A. Der wiederum vermietete an seine Lebensgefährtin ein ihm zugewiesenes Nebengebäude zur Nutzung als Stallungen und Lager sowie eine Garage an seinen Partner.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.


Diese Überkreuzvermietungsverhältnisse gingen dem Finanzamt zu weit. Es berücksichtigte daher die von der GbR geltend gemachten negativen Einkünfte aus den Vermietungen nur in Höhe des Teils, der den Gesellschaftern anteilsgemäß zustand. Die Vermietung der Stallungen von A an seine Lebensgefährtin erkannte das Finanzamt nicht an, da es sich um Eigennutzung des A handle. Bei der Vermietung der Garage von A an B fehle darüber hinaus die Überschusserzielungsabsicht. Dieser Argumentation folgte das Finanzgericht, nachdem die beiden Partner geklagt hatten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×