Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.04.2016

12:01 Uhr

Yougov-Umfrage

Drei Viertel der Deutschen kennen IBAN nicht auswendig

Kontonummer und Bankleitzahl in traditioneller Form haben seit Februar ausgedient. Die Mehrheit der Deutschen hat laut einer Yougov-Umfrage noch immer große Mühe mit der langen Kontonummer IBAN.

Seit Februar 2016 ist bei Überweisungen die Eingabe der 22-stelligen IBAN Pflicht. dpa

IBAN und BIC

Seit Februar 2016 ist bei Überweisungen die Eingabe der 22-stelligen IBAN Pflicht.

BerlinDie 22-stellige internationale Kontonummer IBAN ist offenkundig nicht besonders einprägsam. Gut zwei Monate nach der verbindlichen Einführung auch für private Überweisungen können drei Viertel der Deutschen ihre IBAN nicht auswendig, wie eine repräsentative Yougov-Umfrage ergab. Die Institutskennung BIC ist sogar vier von fünf Befragten nicht präsent. Gut jeder Dritte kennt demnach jedoch auch seine alte Kontonummer nicht auswendig. Eine Mehrheit der Befragten fühlt sich nach der Umfrage ausreichend über die Sepa-Umstellung informiert, die Älteren mehr als die Jüngeren.

Das neue europäische Zahlungsverfahren Sepa (Single Euro Payments Area) war für Unternehmen und Vereine 2014 eingeführt worden, für Verbraucher zum 1. Februar 2016. Die IBAN (International Bank Account Number) soll dazu beitragen, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend zu standardisieren und so zu beschleunigen.

Wo die IBAN noch viel schrecklicher ist

Malta

Wie können wir Deutschen es überhaupt wagen, uns auch nur ansatzweise zu beschweren? Unser gesamten Mitgefühl sollte stattdessen nach Malta gehen. Sage und schreibe 31 Stellen muss ein maltesischer Privatkunde ausfüllen, um eine Überweisung nach den neuen Vorgaben zu tätigen.

Ungarn, Zypern und Polen

Mindestens genauso viel Mitleid sollte an unsere Nachbarn aus Polen gehen: Dort sind es immerhin 28 Stellen, ebenso in Ungarn und Zypern.

Griechenland und Frankreich

Überweisungen in Griechenland und Frankreich werden mit einer 27-stelligen Kennziffer durchgeführt. Gleiches gilt für Überweisungsträger in Monaco, San Marino und Italien.

Portugal

25 Stellen sind es in Portugal. Geht ja noch ...

Tschechien und Spanien

An eine 24-stellige Kennzahl müssen sich Bankkunden in Tschechien, Spanien, Schweden, Island, Rumänien und der Slowakei gewöhnen.

Großbritannien und Irland

22 Stellen sind es nicht nur bei Überweisungen in Deutschland: Großbritannien und Irland stehen uns in nichts nach.

Dänemark und Niederlande

In Dänemark, Finnland und den Niederlanden ist die Welt noch in Ordnung ... – 18 Stellen!

Belgien

„Lediglich“ 16 Stellen sind es auf belgischen Überweisungsträgern.

Norwegen

Der europäische IBAN-König liegt nördlich – nur 15 Stellen muss man für eine Überweisung in Norwegen ausfüllen. So lässt es sich aushalten!

In den bisher teilnehmenden 34 Staaten kann die IBAN bis zu 34 Stellen umfassen. In Deutschland beginnt sie mit der Länderkennung „DE“. Es folgt eine individuelle zweistellige Prüfziffer, die vor Zahlendrehern schützt. Danach folgen die bisherige Bankleitzahl und abschließend die bisherige Kontonummer. Hat die Kontonummer weniger als zehn Ziffern, werden die fehlenden Zahlen zwischen Bankleitzahl und Kontonummer mit Nullen aufgefüllt, um insgesamt auf die 22 Stellen zu kommen.

Der Business Identifier Code identifiziert Kreditinstitute weltweit. Die ersten vier Stellen entsprechen der Bankbezeichnung, es folgen der Ländercode, eine zweistellige Ortsangabe und die Filialbezeichnung.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×