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25.08.2014

15:10 Uhr

Zahlungspflicht

Steuerstundung trotz Geld auf dem Konto

VonPaul Lauer

Das dürfte Unternehmer freuen: Finanzämter müssen eine Stundung von Steuernachzahlungen auch dann gewähren, wenn der Steuerpflichtige zwar das Geld hat, aber noch anderen Zahlungspflichten nachkommen muss.

Wenn die Gewinne des Unternehmers steigen, möchte auch das Finanzamt informiert werden. APN

Wenn die Gewinne des Unternehmers steigen, möchte auch das Finanzamt informiert werden.

DüsseldorfSelbstständige dürften diese Situation kennen: In einem Jahr laufen die Geschäfte richtig gut, ein Grund zur Freude, aber wer denkt dabei schon an das Finanzamt? Entsprechend dem zu erwartenden höheren Gewinn müsste der Unternehmer eigentlich die Einkommensteuervorauszahlung erhöhen oder eine entsprechende Rücklage für eine Steuernachzahlung bilden. Flattert dann der Steuerbescheid ins Haus, folgt das böse Erwachen: Das Finanzamt fordert eine drastische Nachzahlung.

So war es auch in einem aktuellen Streitfall. Ein Selbstständiger, der offenbar ein erfolgreiches Jahr 2009 hinter sich hatte, erhielt im Februar 2012 den Einkommensteuerbescheid 2009. Das Finanzamt forderte darin eine Einkommensteuernachzahlung sowie eine nachträgliche Vorauszahlung für das vierte Quartal 2011 von insgesamt 25.000 Euro. Der Unternehmer beantragte deshalb eine Stundung gegen Ratenzahlung, da er wegen verschiedener Gründe nicht zur Zahlung in der Lage sei.

Daraufhin flatterte ihm ein Fragebogen des Finanzamts zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen ins Haus. Außerdem wollte das Finanzamt wissen, warum es nicht möglich sei, dass er einen Kredit aufnimmt. Die Antworten konnten das Finanzamt nicht überzeugen.

Es lehnte den Stundungsantrag mit der Begründung ab, dass die vorgebrachten Gründe persönlicher Natur seien, weil sie sich aus den persönlichen wirtschaftlichen Verhältnissen des Selbstständigen ergäben.

Das Wichtigste auf dem Steuerbescheid

Datum

Ab dem Datum des Steuerbescheids plus drei Tage für die Postzustellung, läuft die Frist für einen Einspruch gegen den Bescheid. Also: Wenn der Steuerbescheid das Datum vom 23. Juni trägt, muss der Einspruch bis zum 26. Juli beim Finanzamt sein.

Anschrift des Finanzamts

An diese Adresse müssen Steuerzahler etwaige Einsprüche schicken. Den zuständigen Sachbearbeiter geben aber nicht alle Finanzämter an. Bei manchen ist ein Einspruch auch per E-Mail möglich. Andere nennen für dringende Fragen zumindest eine Telefonnummer.

Art der Steuerfestsetzung

Hier steht, ob der Bescheid endgültig ist, noch vorläufig oder sich „unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“ befindet.

Höhe der Steuerschuld

In einer Tabelle findet sich die Steuer, die das Finanzamt festgesetzt hat. Sie enthält die Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Davon werden die bereits gezahlten Steuern abgezogen. Es ergibt sich daraus entweder eine Nachzahlung oder eine Erstattung.

Bankverbindung

Wer vom Finanzamt eine Steuererstattung bekommt, sollte unbedingt, prüfen, ob die angegebene Bankverbindung stimmt.

Erläuterungen

Hier begründet das Finanzamt, warum es gegebenenfalls von der Steuererklärung abgewichen ist oder warum ein Steuerbescheid zunächst nur vorläufig ist.

Für eine Stundung aus persönlichen Gründen sei aber keine Bedürftigkeit erkennbar, da noch liquide Mittel und ein Wertpapierdepot vorhanden seien. Gleichwohl sah das Finanzamt von Vollstreckungsmaßnahmen ab, sofern der Steuerschuldner die Raten weiter zahle. Dagegen legte der Selbstständige Einspruch ein. Die Begründung: Entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung lägen sehr wohl persönliche Stundungsgründe vor.

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