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25.06.2014

13:51 Uhr

Zahlungssystem Sepa

Was lange währt, wird endlich gut?

VonKatharina Schneider

In knapp sechs Wochen müssen Unternehmen ihre Lastschriften und Überweisungen endgültig auf Sepa umstellen. Die Bundesbank ist mit den Fortschritten zufrieden, gibt aber auch Tipps, was Firmen besser machen können.

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Erklärvideo: Was ist SEPA eigentlich?

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DüsseldorfWas lange währt, wird endlich gut? Beim Thema Sepa würden dieser These wohl nur wenige Unternehmen zustimmen. Die Umstellung auf das neue Lastschriftsystem hat sie viel Zeit gekostet und teils hohe Ausgaben verursacht. Der Nutzen des einheitlichen europäischen Zahlungssystems ist vielen dagegen noch nicht klar.

Ursprünglich sollte die Umstellung auf Sepa bereits am 1. Februar abgeschlossen sein. Zwischenzeitlich entschied sich die EU-Kommission jedoch für einen Aufschub bis zum 1. August – zu viele Unternehmen lagen weit hinter dem Zeitplan. Jetzt bleibt den Firmen also noch immer sechs Wochen Zeit, ihre Systeme anzupassen, bevor Kreditinstitute nur noch Zahlungen im neuen Format akzeptieren.

Die Sepa-Lastschrift

Was ist die Gläubigerreferenz?

Für Deutschland übernimmt die Deutsche Bundesbank die Ausgabe der Gläubiger-Identifikationsnummer in Abstimmung mit der Deutschen Kreditwirtschaft (DK).

Welche Lastschrift-Typen gibt es?

Die Sepa-Lastschrift steht seit dem 2. November 2009 bei den meisten Zahlungsdienstleistern in Europa zur Verfügung. Angeboten wird eine „Basisvariante“ sowie ein Verfahren für den ausschließlichen Verkehr mit Geschäftskunden („Sepa-Firmenlastschrift“).

Wie lange kann man die Lastschrift zurückgeben?

Sepa-Basislastschriften, bei denen ein gültiges Mandat vorliegt, können bis zu acht Wochen nach dem Belastungstag ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Fehlt das unterschriebene Mandat, verlängert sich die Frist auf 13 Monate.

Was ist ein Lastschriftmandat?

Das Mandat ist das Pendant zur bislang bekannten Einzugsermächtigung. Allerdings muss es künftig immer schriftlich vorliegen. Der Zahlungsempfänger verteilt dafür Mandatsnummern. Außerdem wird jedem Zahlungsempfänger eine Gläubiger-Identifikationsnummer zugeordnet. Dadurch lassen sich die Einverständniserklärungen zum Lastschriftverfahren zuordnen.

Was ist die Mandatsreferenz?

Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger individuell vergebenes Kennzeichen eines Mandats (zum Beispiel Rechnungsnummer oder Kundennummer) und ermöglicht in Verbindung mit der Gläubiger-Identifikationsnummer dessen eindeutige Identifizierung.

Sind immer neue Lastschriftmandate nötig?

Nein. Bereits erteile schriftliche Einzugsermächtigungen können als Sepa-Lastschriftmandate genutzt werden. Dies ist aufgrund der im Juli 2012 erfolgten Anpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Kreditinstitute in Deutschland möglich.

Quelle

In Deutschland ist die Umstellung von Überweisungen und Lastschriften nach Angaben der Bundesbank inzwischen so gut wie abgeschlossen. „Für die meisten Unternehmen, öffentlichen Kassen und Vereine sind Sepa-Zahlungen inzwischen der Normalfall“, sagt Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. „Allerdings gibt es noch einige Nachzügler, die ihre Zahlungsaufträge immer noch im alten nationalen Format einreichen.“

Im Mai 2014 seien knapp 90 Prozent aller Überweisungen Sepa-Überweisungen gewesen. Der Sepa-Anteil bei den Lastschriften habe bei gut 82 Prozent gelegen. „Alle Nachzügler sind angehalten, die verbleibenden sechs Wochen bis zum 1. August 2014 für die Sepa-Umstellung zu nutzen“, sagt Thiele. „Ansonsten drohen Liquiditätsengpässe und Zahlungsverzug.“ Technische Konvertierungen in das Sepa-Format seien zwar grundsätzlich möglich, aber vielfach mit zeitlichem Vorlauf und Kosten verbunden.

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