Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2014

17:16 Uhr

Zahlungsverkehr

Sepa-Aufschub ist beschlossene Sache

Firmen und Vereine bekommen mehr Zeit, um ihre Geldtransfers auf das neue einheitliche Sepa-Format umzustellen. Da noch immer viele Staaten hinterherhinken, greift die EU ein, um Störungen zu verhindern.

SEPA-Aufschub belastet Musterknaben

Video: SEPA-Aufschub belastet Musterknaben

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BrüsselDie EU verlängert die Übergangsfrist für das neue Zahlungssystem Sepa um sechs Monate. Geldtransfers von Unternehmen und Vereinen im bisherigen Format sind damit noch bis zum 1. August möglich, teilte der EU-Ministerrat am Mittwoch mit.

Die Brüsseler Botschafter der 28 EU-Staaten billigten damit eine Vereinbarung mit dem Europaparlament. Die EU-Kommission hatte die Fristverlängerung Anfang des Monats vorgeschlagen, um ein Zahlungschaos in Europa zu vermeiden. Das Europaparlament und der EU-Ministerrat - dort sind die Mitgliedstaaten vertreten - wollen die Vereinbarung im Februar offiziell billigen. Probleme werden dabei laut Diplomaten nicht erwartet.

Hintergründe zu Sepa

Welches Ziel hat Sepa?

Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern sollen schneller und günstiger werden. Sepa ist die dritte Stufe der Umstellung auf den Euro.

Seit wann gibt es Sepa?

Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission keinen Umstellungstermin vorgegeben, sondern auf eine Lösung im Markt gehofft. Dies misslang jedoch, die Beteiligung an dem System war zu gering – besonders in Deutschland. Denn die Deutschen hängen an ihrem eigenen System, schließlich funktioniert es gut.

In welchen Ländern gilt Sepa?

EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern; außerdem: EWR-Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen; sowie: Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen.

Was verbirgt sich hinter der IBAN?

An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen.

Wozu dient der BIC?

Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an.

Wann muss ich auf Sepa umsteigen?

Eine Verpflichtung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisung und -Lastschrift besteht ab dem 1. Februar 2014. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlsysteme parallel.

Welche Sonderrechte haben Verbraucher?

Bis zum Februar 2016 können Verbraucher die alte kurze Kontonummer im nationalen Zahlungsverkehr noch nutzen, sofern ihr Zahlungsdienstleister die Konvertierung in die IBAN anbietet.

Wo müssen Kunden ein Konto führen?

Wer beispielsweise in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet oder studiert, braucht nur noch in seinem Heimatland ein Bankkonto. Bisher waren mehrere Bankkonten nötig.

Was ändert sich bei der Bankkarte?

Künftig gilt die Bankkarte (debit card) für Euro-Zahlungen in allen Ländern des Sepa-Gebiets. Dadurch müssen Reisende weniger Bargeld bei sich tragen.

Quelle

Für Verbraucher war ohnehin schon eine längere Frist bis Februar 2016 vorgeshen. Brüssel reagiert mit dem Schritt auf Umstellungsprobleme und zahlreiche Klagen von Unternehmen und Verbänden. Mit der Bestätigung der EU-Institutionen soll nun Rechtssicherheit geschaffen werden.

Sepa steht für „Single Euro Payments Area“ - einen einheitlichen Zahlungsraum in Euro. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und gleich abgewickelt - egal ob sie ins In- oder Ausland gehen. Zur Sepa-Umstellung gehören auch die internationalen Kontonummern IBAN. Der Sepa-Raum umfasst insgesamt 33 Länder, darunter die 28 EU-Staaten. Aus Deutschland hatte es Kritik am Aufschub gegeben. Laut Bundesfinanzministerium ist in Deutschland die Verlängerung unnötig.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.01.2014, 18:12 Uhr

Selten so gelacht. In Frankreich, dem Land des M. Barnier, wird es noch lange kein alleiniges SEPA geben. Das käme einer Kulturrevolution gleich und bedeutete politischen Selbstmord, es allgemein verbindlich einzuführen.

G4G

22.01.2014, 18:44 Uhr

Wir Unternehmer und Bürger haben es in der Hand !
SEPA ist ein Fass ohne Boden und davon haben wir eigentlich genug?!
SEPA birgt Gefahren und öffnet Gaunern im EU-Ostblock den Zugang zu unseren Deutschen Konten. Die Gauner können jeden Deutschen Unternehmer mit einem Klick ausplündern.
Kurzum SEPA ist der Wahnsinn, der blockiert werden muss.

Account gelöscht!

22.01.2014, 19:30 Uhr

Eigentlich hilft nur ein Boykott dieses Bürokratiemonsters aus Brüssel. Wem soll diese Umstellung im Zeitalter von Datenverarbeitung nutzen? Niemand braucht SEPA, es ist teuer, unkomfortable, das Übertragen der Elendsziffern ist ein Qual und fehleranfällig. Das Macht überhaupt keinen Sinn! Genauso wenig, wie die tollen Auto-Nummernschilder mit den blauen Europa-Zwangssternchen, die nun bei den Schildermachern das Doppelte der alten kosten. Auch der vereinheitlichte Kfz-Brief ist ein Flop. Früher konnte man beim Gebrauchtwagenkauf die letzten zwei Vorbesitzer einsehen. Nun ist Pustekuchen... Tolle EU... aber Hauptsache wir haben neue 5 Euro-Scheine und einen Bananenkrümmungsgesetz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×