Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2015

13:55 Uhr

Zugriff in Wuppertal

Fast perfekte falsche 200er-Scheine

Gängige Falschgeld-Tests versagten bei Blüten, die in Wuppertal in Umlauf kamen. Eine „chemische Bearbeitung“ habe gängige Prüfmethoden untergraben, so die Polizei. Dennoch kam sie einer Verdächtigen auf die Spur.

In eine Handtasche eingenäht: Falsche 200er-Scheine. Polizei Wuppertal

Die entdeckten Fälschungen

In eine Handtasche eingenäht: Falsche 200er-Scheine.

WuppertalEine Falschgeldbande bringt derzeit exzellent gefälschte 200-Euro-Blüten bundesweit in Umlauf. Das haben Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Wuppertal mitgeteilt. Der Polizei sei es dort nach Hinweisen von Geschäftsleuten in der vergangenen Woche gelungen, eine 29-jährige Frau festzunehmen.

Bei ihr seien in einer präparierten Handtasche zwanzig falsche 200er-Scheine versteckt gewesen. Die Blüten seien chemisch behandelt, sodass gängige Tests zur Falschgelderkennung fehlschlagen würden.

Hier waren die falschen Scheine eingenäht. Polizei Wuppertal

Verstecktes Fach

Hier waren die falschen Scheine eingenäht.

Die 29-Jährige sei als ausländische Geschäftsfrau aufgetreten und habe das Falschgeld mit einer ausgeklügelten Masche in Umlauf gebracht: In kleineren Geschäften habe sie Waren für unter 30 Euro kaufen wollen und dann behauptet, nicht mehr genügend Euro zu haben. Sie habe britische Pfund-Noten angeboten, bis sich „doch noch“ ein 200-Euro-Schein im Portemonnaie fand.

Diese Länder fahren Kampagnen gegen Bargeld

Dänemark

In ein Regierungsprogramm zur Konjunkturankurbelung hat die dänische Regierung den Plan geschrieben, für kleine Geschäfte, Tankstellen und Restaurants den bisherigen gesetzlichen Annahmezwang für Bargeld aufzuheben. Begründet wird das mit den Kosten, die das Zählen und Bearbeiten des Bargelds mit sich bringt. In den nordischen Ländern hat das elektronische Bezahlen das Zahlen mit Bargeld bereits weitgehend verdrängt.

Frankreich

Ab September 2015 wird für Bürger, die in Frankreich leben, die Bargeldzahlungsgrenze auf 1.000 Euro (bis dahin 3.000 Euro) begrenzt. Für ausländische Bürger liegt die Grenze – um den Tourismus nicht zu stark zu beeinträchtigen ‒ bei 10.000 Euro (bisher 15.000 Euro). Quelle: Buch „Bargeldverbot“, S. 27

Belgien

Seit Januar 2014 hat sich die zulässige Bargeldsumme für Waren und Dienstleistungen von 5.000 Euro auf 3.000 Euro verringert.

Spanien

Barzahlungen von über 2.500 Euro sind nach einem Gesetz vom 30. Oktober 2012 verboten, wenn eine der Parteien professionell oder gewerblich tätig ist. Es dient angeblich dem Kampf gegen Steuerbetrug.

Italien

Barzahlungen von mehr als 1.000 Euro sind in Italien seit Anfang 2012 verboten (Direktive zur Nachvollziehbarkeit von Finanzierungen, vor der Barzahlung mit hohen Beträgen wird gewarnt).

Griechenland

Ab Jahresanfang 2011 sind Geschäfte mit einer Barzahlung von 1.500 Euro und mehr illegal, wenn zumindest ein Partner gewerblich aktiv ist.

Schweden

Kampagne zur Bargeldabschaffung „Bargeldfrei jetzt!“ (Kontantfritt Nu), getragen von der Gewerkschaft für Finanzdienstleister „Finansförbundet“ und „Svensk Handel“ mit Sprüchen wie „Bargeld braucht nur noch deine Oma ‒ und der Bankräuber“ oder „Bargeld ist das Blut in den Adern der Kriminalität“.

Durch den Trick sei die kritische Haltung der Verkäufer gegenüber der großen Banknote verringert worden. Im präparierten Portemonnaie der Frau seien bei der Festnahme mehrere tausend Euro echtes Geld gewesen - vermutlich Rückgeld. Bislang seien ihr Taten in Hamburg und Moers in Nordrhein-Westfalen zugeordnet worden.

Geldzähl-Experte im Interview: „Ein sehr gut gefälschter 500-Euro-Schein ist im Umlauf“

Geldzähl-Experte im Interview

„Ein sehr gut gefälschter 500-Euro-Schein ist im Umlauf“

Kreditkarten-Firmen wollen Bargeld am liebsten abgeschafft wissen. Für Wolfgang Schelle wäre das schlecht. Der Hersteller von Geldzählmaschinen spricht über falsche Fünfhunderter und Kunden, deren Bargeld er nicht nimmt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×